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Inkjet-Photopapiere - Schichtarbeit für bessere Photos

Für ein optimales Ergebnis beim Photodruck zu Hause müssen Drucker, Tinten und Medien perfekt miteinander harmonieren. Nicht jeder Drucker kann jedes Papier verarbeiten und nicht jeder Papiertyp ist für jede Tintenart geeignet.

Im Inkjet-Photodruck kommen heute meist zwei unterschiedliche Tintenarten zum Einsatz: Farbstoff- oder Pigmenttinten. Zu Beginn des Photodrucks auf Inkjet-Basis hatte die Verwendung dieser unterschiedlichen Tintenarten triftige Gründe. Farbstofftinten lieferten ein größres Farbspektrum; Pigmenttinten punkteten mit längerer Haltbarkeit, sie waren widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse, die im Laufe der Zeit zum Ausbleichen der Farben führten. Heute liefern beide Tintenarten dank fortschreitender Hi-Chem-Technik ein vergleichbares Farbspektrum und auch in Bezug auf ihre Haltbarkeit lassen sich die Ergebnisse mit denen aus dem Photolabor vergleichen.

Neben Druckverfahren und Tintentyp beeinflusst nicht zuletzt die Beschaffenheit der Papieroberfläche die Qualität der Ausdrucke. Grundsätzlich wird bei den beschichteten Papieren für den Tintenstrahldruck unter vier verschiedenen Beschichtungsarten unterschieden. Demnach gibt es poröse, mikroporöse, quellbare und gussgestrichene Papiere.

Poröse Papiere

Für eine poröse Beschichtung wird ein Gemisch aus Kieselsäure, Bindemitteln und farbgebenden Stoffen auf die Trägerschicht aufgebracht. Das Ergebnis lässt sich durch die Wahl der Kieselsäure und der übrigen Zusätze der Beschichtung im Hinblick auf ihr Auflösungsverhalten und die Aufnahmekapazität je nach Verwendungszweck der Papiere steuern. Die Auflösung des Drucksystems, in dem das Papier eingesetzt werden soll, spielt dabei keine Rolle. Vielmehr kommt es darauf an, ob der vom System abgegebene Tintentropfen bei seinem Auftreffen auf dem Papier einen kleineren oder großen Punkt bildet. Seine Form und die Farbintensität hängen ebenfalls von der Beschaffenheit der Oberflächenbeschichtung ab.

Aufwändig produzierte Inkjet-Papiere verfügen zwischen der Oberflächenbeschichtung und dem Träger über eine zusätzliche Sperrschicht, die das Eindringen der Tinte in das Trägerpapier verhindert. So wird vermieden, dass es durch die Feuchtigkeit im Träger zu einer Wellenbildung, in der Fachsprache als „Cockling“ bezeichnet, kommt. Da bei stark gewellten Papieren die Gefahr besteht, dass sie mit den Druckköpfen in Berührung kommen, sind Qualitätseinbussen beim Photodruck nicht auszuschließen. Auch die Schichtdicke hat Einfluss auf das Verhalten des Papiers während des Drucks. Die Schichtdicke wird vom Hersteller in Gramm pro Quadratmeter angegeben und liegt zwischen 5 und 30 g/m². Von ihr hängt ab, wie viel Tinte die Oberfläche absorbieren kann.

Mikroporöse Beschichtungen
Poröse Beschichtungen liefern matte Oberflächen. Für glänzende und hochglänzende Papieroberflächen werden deutlich kleinere Beschichtungspartikel eingesetzt. Papiere, die mit solchen mikroporösen Oberflächen versehen sind, ähneln den hochglänzenden bis seidenmatten Materialien aus den Photolaboren. Hier zeigen sich von Hersteller zu Hersteller deutliche Unterschiede in der eingesetzten Beschichtungstechnologie.

Bei guten Photodruckpapieren ist die Oberfläche bereits trocken, sobald das Papier aus dem Drucker kommt. Allerdings benötigt die in der Oberflächenschicht eingeschlossene Tinte noch einige Zeit, um vollkommen trocken zu werden. Deshalb sollten Inkjet-Photodrucke in jedem Fall noch einige Zeit - in der Regel reichen 10 bis 15 Minuten - lüften, bevor sie weiterverarbeitet werden. Vor allem sollten sie nicht sofort nach der Druckausgabe hinter Glas gerahmt werden. So wird vermieden, dass durch eventuell noch vorhandene Restfeuchtigkeit die Farben ineinander wandern. Besonders in Bildpartien mit viel Farbe besteht die Gefahr, dass sich Cyan, Magenta und Gelb zu einem Grauton mischen. Solche Effekte sind besonders beim Druck mit Dye-Tinten zu beobachten. Bei Drucken mit Pigmenttinten werden die Farbpartikel direkt auf der Oberfläche gebunden.

Quellbare Beschichtungen
Bei quellbaren Oberflächen handelt es sich um eine glasklare, folienartige Beschichtung, die auf unterschiedlichen Trägerpapieren aufgebracht wird. Die Beschichtung ist wasserempfindlich. Die auftreffenden Tintentropfen lassen die Oberfläche aufquellen, so dass sie in die Schicht eindringen können. Die Oberflächenschicht nimmt also die Farbpartikel auf und verkapselt sie durch den Trockenprozess. Damit sind sie vor Gasen, die den Farben durch Oxidation schaden könnten, besser geschützt.

Im Vergleich zu anderen Technologien sagt man diesem Verfahren eine bis zu 5.000 Mal höhere Farbstabilität nach. Ein Nachteil besteht darin, dass die Quellung längere Trockenzeiten erfordert. Die Ausdrucke sind während der Trocknungsphase empfindlich gegen Druck und Wischer. Solche Papiere sollten mindestens 20 Minuten trocknen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Ein weiterer Nachteil dieses Papiertyps besteht darin, dass er sich wegen der erforderlichen, langsamen Quellung nicht für den schnellen Druck eignet. Es besteht die Gefahr, dass Tintentropfen, die noch nicht trocken sind, bei sehr dichter Platzierung ineinander laufen. Dieser Fehler wird von Fachleuten als Koaleszens bezeichnet und manifestiert sich durch tränenartige Effekte im Ausdruck. Diese Fehleranfälligkeit in der Verarbeitung hat dazu geführt, dass derartige Papiere immer seltener angeboten werden.

Gussgestrichene
Gussgestrichene Papiere, englisch „Cast Coated Paper“, ähneln im Aufbau den porösen Papieren. Bei der Herstellung dieses Papiertyps wird ein mikroporöser Oberflächenguss auf das Trägermaterial aufgetragen. Zum Erreichen einer glänzenden Oberfläche wird das Papier während der Trocknung gegen einen glatten, heißen Zylinder gepresst. Allerdings wird bei diesem Verfahren auf eine Trennschicht zwischen der Oberfläche und dem Trägermaterial verzichtet. Das führt dazu, dass die Papiere sich durch die Feuchtigkeit beim Druck oder auch danach wellen. Aufgrund des einfachen Herstellungsverfahrens sind diese glänzenden Papiere relativ preisgünstig. Für den Photodruck sind sie jedoch nicht zu empfehlen, da die Tinten durch die erste Oberflächenschicht hindurch dringen und erst in den darunter liegenden Schichten fixiert werden. Weil diese Schicht nicht klar ist, führt dies zu einem Weißschleier, der sich über das gesamte Bild legt. Die Folgen sind mangelnde Tiefe und Räumlichkeit im Ausdruck.

Farbstabilität
Nicht nur die Farbstabilität der Tinten wird von der Beschaffenheit der Papieroberfläche beeinflusst. Das Papier selbst verändert im Laufe der Zeit ebenfalls seine Farbe. Häufigster Effekt ist das Vergilben. Die Ursache für den Verlust des reinen Weiß ist das Lignin, ein Bestandteil im Trägermaterial. Lignin ist eine organische Substanz, die bei Pflanzen für die Versteifung der Zellwände sorgt. Der Begriff Lignin leitet sich aus dem lateinischen „Lignum“, zu Deutsch „Holz“, ab. Da Papiere zum großen Teil aus Zellulose hergestellt werden, verfügen sie über mehr oder weniger große Anteile an Lignin. Früher sprach man daher fälschlicherweise auch von holzhaltigen und holzfreien Papieren. Archivfähige Photopapiere sollten deshalb einen möglichst geringen Lignin-Gehalt aufweisen.

Häufig werden auch optische Aufheller eingesetzt, um Papiere weißer zu machen. Diese sind wiederum sehr anfällig gegenüber UV-Strahlung, so dass auch solche Papiere im Laufe der Zeit zum Vergilben neigen.

Für höchste Ansprüche in Bezug auf Farbstabilität des Papiers werden von vielen Herstellern sogenannte Fine-Art Papiere für den Tintenstrahldruck angeboten. Diese Papiere sind weitgehend ligninfrei und verwenden auch keine optischen Aufheller. Somit liefern sie die Basis für langlebige, farbstabile Photodrucke auf Inkjet-Basis.
 

Digitalfotografie 08 / 2007

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