Kamera- und Smartphone-Akku-Leistung verbessern

© Blende, Andrea Mey, Der Fotograf und das neugierige Pony
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Ohne Strom nichts los – Akkus sind das Lebenselixier von Kameras, Smartphones, Tablets und so vielen Geräten mehr. Der Stromhunger ist beträchtlich und dementsprechend setzen die Hersteller alles daran, dass die Akku-Leistungen immer besser werden und Schwächen wie beispielsweise der „Memoryeffekt“, wie er für Nickel-Cadmium-Akkus üblich war, nicht mehr ins Gewicht fallen. Heutige Akkus bestehen aus Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer und sind in der Nutzung wesentlich Anwenderfreundlicher.

Akku ist nicht gleich Akku. Die technischen Daten auf einem Akku geben Auskunft über die Eigenschaften, die ein Akku ausweist. Beispielsweise steht „3.7VDC Li-ion“ für Lithium-Ionen-Ausführung mit einer Nennspannung von 3,7 Volt und die Angabe „1800mAh/6.66Wh“ beschreibt die Kapazität von 1.800 Milliampere-Stunden (mAh) und 6,66 Wattstunden, was der Kapazität entspricht, also der Strommenge die pro Stunde entnommen werden kann. Akkus müssen mit ihren Eigenschaften mit den Geräten eine Einheit bilden, denn ansonsten kann es zu dauerhaften Defekten kommen. Fährt man ins Ausland, so sollte man immer auf die Netzspannung achten und ob diese kompatibel ist. So mancher Anwender hatte hier schon ein böses Erwachen.

Akkus haben eine begrenzte Lebenserwartung, diese lässt sich durch die richtige Handhabung durchaus verlängern. Damit das Gerät nicht seinen Dienst aufgrund von fehlendem Strom versagt, neigen Anwender gern dazu, die Ladekapazität meist voll ausschöpfen, also bei 100 Prozent, halten zu wollen. Untersuchungen zeigen, dass dies die Lebensdauer reduziert und es ratsamer ist, wenn der Ladestand bei 50 bis 75 Prozent liegt. Zuträglich für ein längeres Halten des Ladestandes ist eine Temperatur von 10-15 Grad Celsius. Wird das Smartphone also in der Hosentasche nah am Körper getragen, so liegen hier mit rund 36 Grad Temperaturen vor, die dem Akku Ladung entziehen. Untersuchungen zeigen, dass eine Zimmertemperatur von rund 20 Grad dazu führt, Akkus monatlich 3 Prozent ihrer Ladung zu entziehen.

Auch wie man den Akku auflädt hat Einfluss. Anstatt über einen USB-Anschluss sollten Akkus direkt über ein Netzteil oder einen Ladeadapter an eine Steckdose angeschlossen werden. Das Laden aus dem Stromnetz bietet zwei Vorteile. Zum einen werden Akkus dadurch etwa doppelt so schnell geladen als per USB. Zweitens liefert das Stromnetz eine kontinuierliche Stromstäke von 700-1000 mA. Liegt der Ladestrom höher als die Akkukapazität, kann dadurch die Lebenserwartung des Akkus gemindert werden. Zu niedrigerer Ladestrom kann das Ladegerät überhitzen.

Ganz gleich bei welchem Elektrogerät, jeder Akku verliert Kapazität bei niedrigen Temperaturen. Der Verbrauch lässt sich reduzieren, wenn beispielsweise beim Smartphone alle nicht benötigten Funktionen deaktiviert werden, der Displaymonitor der Kamera nicht zur Kontrolle jedes Bildes verwendet wird oder man das Zeitintervall einer Videokamera für den Auto-Shut-Off verkürzt.

Elektrische Geräte beinhalten zudem eine Vielzahl von Energieverbrauchern, die trotz Nichtgebrauch dem Akku Strom entziehen. Die Helligkeit von Displays und Bildschirmen kann im Regelfall deutlich reduziert werden und wird nur im Bedarfsfall erhöht. Auch ohne aktive Navigation verbraucht die permanente GPS-Ortung stetig Strom. Beim Einsparen unnötiger Verbraucher gibt es viel Potential: Tastentöne, Vibration, Bluetooth, scannen nach WLAN-Netzen oder automatische Updates. Wenn möglich sollte die Stand-by Funktion früher aktiviert werden. Wie wir aus dem Film Apollo 13 wissen, kann jedes kleine Volt oder Milliampere den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Kameras sind mit wesentlich leistungsstärkeren Akkus ausgestattet als Smartphones. Dennoch ist es sinnvoll immer Ersatzakkus in der Fototasche zu haben. Nichts ist ärgerlicher als wenn man tolle Motive einfangen möchte und die Kamera versagt ihren Dienst. Gerade wenn die Serienbildfunktion verstärkt zum Einsatz kommt, man ein Freund der Zeitrafferfotografie ist oder die Videofunktion intensiv nutzt, dann sind Ersatzakkus ebenso Pflicht wie im Winter bei niedrigen Temperaturen. Letztgenanntes hat großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die sich deutlich reduziert. Sinken die Temperaturen zu weit ab kann der Akku sogar in eine Kältestarre verfallen. Dieser kann man begegnen durch das Aufwärmen in den Handflächen.

Akkus bei Smartphones lassen sich nur in den seltensten Fällen problemlos austauschen. Möchte man die Stromversorgung unterwegs sicherstellen so sind hier Powerbank und Solarpanel gute Stromlieferanten.

Defekte Ladegeräte und alte Akkus gehören entsorgt, denn es kann hier zu einer Tiefentladung kommen, wodurch die Entladeschlussspannung unterschritten wird. Als Folge können Kupferbrücken im Akku entstehen, die bei erneuter Ladung den Akku schädigen und zu einem Kurzschluss führen können. Beim Umgang mit tiefentladene Akkus sollte daher äußerste Vorsicht im Spiel sein.

Kommen wir noch einmal zurück zu den Ersatzakkus. Hier gehen die Meinungen auseinander ob die Originalakkus der Hersteller besser/leistungsfähiger sind als die der Fremdhersteller. Wichtig ist, nur geprüfte Akkus einzusetzen. Aus Garantiegründen würden wir immer zu den Originalakkus greifen, denn ein defekter Akku kann durchaus zu einer Schädigung des Gerätes führen.

Digitalfotografie 07 / 2016

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