Digitale Bilder für die Monitordarstellung

Ein Bayer in Texas Bildgalerie betrachten

Blende ,"Ein Bayer in Texas"
Dr. Erhard Schichor

Im digitalen Zeitalter besteht nicht nur das Verlangen, digitale Aufnahmen auf Photopapier in den Händen halten zu wollen, sondern sie auch für das Internet, als Hintergrundbild oder als Präsentationen beziehungsweise elektronische Diashow über einen Videobeamer nutzen zu wollen.

Entscheidend für die Wirksamkeit der digitalen Bilder ist die Monitordarstellung, die zum einen von der Graphikkarte abhängig ist, aber auch von der Auflösung des Monitors, die als Maßstab zugrunde gelegt werden muß. Angaben über die Monitorauflösung erhält man bei PCs über Einstellungen/ Systemsteuerung/ Anzeige/ Einstellungen und bei Mac-Rechnern über das Kontrollfeld Monitore. Liegt die Auflösung des Monitors beispielsweise bei 1.024 x 768 Pixel, so sollte die digitale Aufnahme idealerweise 1.024 Pixel breit und 768 Pixel hoch sein, wenn sie formatfüllend dargestellt werden soll. Wird das auf diese Größe berechnete Bild auf einem älteren kleineren Monitor von 800 x 600 Pixeln präsentiert, so wäre es deutlich zu groß.

In der Praxis sieht es so aus, daß die digitalen Bilddaten in den wenigsten Fällen ohne nachträgliche Bearbeitung für die Monitordarstellung geeignet sind. Mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen können die Aufnahmen jedoch auf die gewünschte Größe zugeschnitten werden, indem ein Ausschnitt in der Proportion 4:3 gewählt wird. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Aufnahme neu auf die gewünschte Größe zu berechnen, was aber zu Unschärfe führen kann, die auch als Weichzeichnung bezeichnet wird.

Zurück zur Praxis: Das Bild, das man für die Diashow, als Monitorhintergrundbild usw. ausgewählt hat, mißt in der Breite 2.000 Pixel und in der Höhe 1.800 Pixel. Würde man die Maße für die Präsentation bei einer Bildschirmauflösung von 1.024 x 768 Pixeln so belassen, wäre das Bild zu groß und zudem wäre die Proportionalität nicht gegeben, da das Verhältnis statt 4:3 (Faktor 1,3333, ergibt sich durch die Breite geteilt durch die Höhe) einen Faktor von 1,1111 aufweist. Zunächst muß mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms ein Ausschnitt gewählt werden, der einem Verhältnis von 4:3 entspricht. Im Anschluß daran muß die Aufnahme auf die Größe der Bildschirmauflösung neu berechnet werden.

Wird das Bildmaterial Dritten zu Präsentationszwecken zur Verfügung gestellt, so ist es ratsam, die Aufnahmen als Masterdatei im TIFF-Format zu liefern, damit die betreffenden Personen die Komprimierung entsprechend dem Layout selbst durchführen können.

Die Bildauflösung für die Monitordarstellung ist unerheblich, da Computermonitore, im Gegensatz zu Druckern, über eine in der jeweils gewählten Graphikauflösung feste Verteilung von Bildpixeln verfügen. Liegt also eine Monitorauflösung von 1.024 x 768 Pixeln vor, so ist es völlig unerheblich, ob in der 1.024 x 768 Pixel großen Bilddatei eine Auflösung von 72 beziehungsweise 96 dpi oder 300 dpi eingestellt ist. Was zählt sind allein die Anzahl der im Bild effektiv vorhandenen Pixel.

Die unter Windows betriebenen Bildschirme haben eine Auflösung von 96 Pixeln pro Inch. 72 Pixel pro Inch stellen Bildschirme dar, die über das Betriebssystem Mac OS laufen. Bilder für die Monitorpräsentation sollten also genau auf diese Windows- beziehungsweise Mac-typischen Auflösungen von 96 oder 72 Pixel pro Inch (ppi) heruntergerechnet werden.

Homepages und Präsentationen werden meist auf Windows-Monitoren angeschaut, während Graphiker, Agenturen und Verlage überwiegend mit dem Betriebssystem Mac OS arbeiten. Wer sicher gehen möchte, der sollte seine Präsentation mit der entsprechenden Auflösung für beide Systeme anbieten.
 

Digitalfotografie 02 / 2004

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