Monitore zur Betrachtung von Fotos

Monitore zur Betrachtung von Fotos
Monitore sind das Herzstück, geht es um die Beurteilung von Bildqualitäten. Monitormodelle gibt es wie Sand am Meer und das vereinfacht nicht gerade die Entscheidung, auch wenn sich die Geräte hinsichtlich der Aspekte Bilddiagonale, Auflösung, Anschlüsse oder Einstellungen stark voneinander unterscheiden. Erhebt man als Fotograf den Anspruch, die eigenen Bilder möglichst originalgetreu betrachten und bewerten zu wollen, so muss die Wahl zwangsläufig auf einen Monitor fallen, der diesen individuellen Aspekten gerecht wird. Ein weiteres Augenmerk ist in jedem Fall auf die Kalibrierungsmöglichkeiten zu richten – nur dann ist eine qualitativ aufschlussreiche Aussage hinsichtlich Gradation, Farbwerte etc. möglich.

Display-Technik

Schlanke Flachbildschirme, die ein Flüssigkristalldisplay (LCD = Liquid Crystal Display) zur Anzeige der Bedienoberfläche verwenden, haben sich durchgesetzt. Kaum einer hat heute noch einen Röhrenmonitor im Gebrauch. Die LCD-Technik funktioniert so: Das Display ist in Hunderttausende Bildpunkte (Pixel) unterteilt. Diese beinhalten flüssige Kristalle, die je nach Ausrichtung, mehr oder weniger lichtdurchlässig sind und sich teilen in die drei Farben Rot, Grün und Blau. Displays stellen Farben somit im RGB-Farbraum dar. In Kombination aus Hintergrundbeleuchtung und additiver Farbmischung lassen sich im RGB-Farbraum bei einer Farbtiefe von 8-Bit insgesamt 16,77 Millionen Farben auf dem Display darstellen. Neuere Monitore arbeiten bereits mit 10-Bit, was über 1 Milliarde Farben ermöglicht. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass dies auch vom Betriebssystem und der verwendeten Software unterstützt wird.

Flachbildschirme unterscheiden sich durch die verbaute Paneltechnik. Hier dominieren TN (Twisted Neumatic)- und IPS (InPlane-Switching)-Displays den Markt, die sich darin unterscheiden, wie die Pixel die Lichtdurchlässigkeit bestimmen. TN-Displays eignen sich vordringlich zur Darstellung von Anwendungen mit kurzen Umschaltzeiten, wie Videospiele oder Filme. IPS-Displays gelten als farbtreuer und auch bei größeren Displayformaten auch als deutlich blickwinkelstabiler, was ein seitliches Betrachten der Darstellung ohne Kontrastverlust oder Farbschwächen ermöglicht.

Display-Größe

Ein Monitor, in dem heute ein TN- oder IPS-Panel verbaut ist, hat im Regelfall eine Größe von mindestens 24 Zoll (60 cm). Um komfortabel am Schreibtisch zu arbeiten, ist eine Display-Größe von 24 Zoll bis 27 Zoll nicht nur preislich, sondern auch optisch, die beste Lösung. Größere Monitore sind zwar verfügbar, doch vergrößern diese nur die Darstellung, was für den üblichen Arbeitsabstand am Schreibtisch zu groß wird.

Display-Format

Ein wichtiges Merkmal für einen Monitor ist dessen Seitenverhältnis, also die Relation zwischen der breiten und der hohen Seite der Bildfläche. Mit 4:3, 16:9, 16:10 sowie 21:9 gibt es aktuell vier Standardformate für Displays, deren Bezeichnung immer erst die Breite und dann die Höhe benennt.

Kathodenstrahlröhrenbildschirme, oder kurz Röhrenbildschirme, mit dem Seitenverhältnis 4:3 waren bis in die 1990er Jahre bei Fernsehern und Computermonitoren vorherrschend. Das Gesichtsfeld des Menschen beträgt bei einem Erwachsenen etwa 180° horizontal und vertikal zirka 120°. Da unsere Wahrnehmung eher auf die Breite als auf die Höhe ausgelegt ist, hat sich zunehmend das 16:9-Format durchgesetzt. Bedingt durch technische Weiterentwicklungen sind heute – wie bereits aufgeführt – weitere Formate erhältlich. Beim Kauf eines Monitors sollte man als Fotograf stets im Blick haben, dass nicht nur Aufnahmen im Querformat, sondern auch im Hochformat betrachtet und bearbeitet werden wollen. Displays in einem 16:10 Format, bestmöglich 5:4 Format, gewähren eine deutlich größere Darstellung von Hochformaten.

Display-Auflösungen

Die Auflösung eines Monitors beschreibt, mit wie vielen einzelnen Bildpunkten (Pixel) in der Horizontalen und Vertikalen ein Bild auf dem Display dargestellt wird. Ein Pixel hat dabei immer nur eine ganz bestimmte Farbe. In der Summe liefern die über- und nebeneinander liegenden Pixel ein Mosaik, das ab einer bestimmten Entfernung das Gesamtbild darstellt.

Hat ein 23 Zoll Monitor eine Full-HD Auflösung mit 1.920 × 1.080 Pixeln, dann hat dieser physikalisch in jeder der 1.080 Zeilen jeweils 1.920 Pixel. Um die gleiche Auflösung bei einer 27 Zoll Diagonalen zu realisieren, muss das Gesamtbild von proportional mehr Pixeln aufgebaut werden. Geschieht dies nicht physisch, dann werden die fehlenden Pixel interpoliert, also hinzugerechnet, wodurch das Bild „matschig“ und unscharf wird.

Das Verhältnis von Pixeln zur Monitorgröße wird Pixeldichte genannt und in ppi (pixel per inch) angegeben. Noch bis vor einigen Jahren war eine Pixeldichte bei Monitoren von 72 ppi bis 120 ppi ausreichend, maßgeblich bedingt durch die Standardauflösung bei Windows-Computern mit 96 ppi und bei Macs mit 72 ppi. Ein 23 Zoll Full-HD Monitor (1.920×1.080) hat demnach eine Pixeldichte von 96 ppi, ein 27 Zoll Ultra-HD Monitor (3.840 × 2.160) besitzt eine Pixeldichte von 163 ppi. Eine hohe Pixeldichte ist insbesondere für die Bildbeurteilung und -bearbeitung von Vorteil.

Monitore mit einer sehr hohen Pixeldichte, bei denen man mit bloßem Auge und ohne Hilfsmittel keine Trennungen zwischen den einzelnen Pixeln mehr ausmachen kann, werden als Retina-Displays bezeichnet. Der Name wurde von Apple eingeführt und ist rechtlich geschützt. Die Auflösung von Retina-Displays reicht von 217 ppi (iMac mit 27“ Retina 5K Display) bis 401 ppi (iPhone 6 Plus). Um aufgrund der extrem hohen Auflösung eine zu kleine Darstellung von Programmfenstern zu vermeiden, muss die Monitoranzeige von Programmen der Retina-Auflösung angepasst werden.

Der aktuelle Trend beziffert Ultra-HD Monitore ebenso wie 4K- und 5-K Monitore mit einer Auflösung von bis zu 5.120 × 2.880 Pixeln. Allerdings ist die Auflösung nur ein Bestandteil der Gleichung. Die beste Monitorauflösung nutzt nichts, wenn die übrige Rechnerperformance damit nicht Schritt hält. Das schwächste Glied der Kette bildet den Flaschenhals.

Weitere Features

Um eine komfortable Arbeitsweise zu erlauben, verfügt ein Monitor über eine Möglichkeit zur Höhenverstellung, bestmöglich ist diese in der Vertikalen auch neigbar. Die Positionierung und Einstellung des Monitors sollte leicht von der Hand gehen und der Monitor sollte einen stabilen Stand haben.

Wer einen Monitor zur Bildbearbeitung und -korrektur einsetzt, wird an einer Kalibrierung nicht vorbei kommen. Der Markt bietet drei unterschiedliche Varianten der Kalibrierung. Softwareseitig kann mit einer Colorimeter-Anwendung der Monitor ausgemessen werden. Die für Helligkeit, Kontrast und Farben vorzunehmenden Korrekturen werden als Profil im Betriebssystem abgelegt und an die Grafikkarte übermittelt. Andere Monitore sind hardwarekalibrierbar, wodurch der Umweg über das Betriebssystem und die Grafikkarte vermieden werden kann – ein Colorimeter des Bildschirmherstellers ist dennoch notwendig. Die beste – aber auch teuerste – Möglichkeit stellt ein selbstkalibrierender Monitor dar, bei dem das Messgerät und die Steuerungssoftware in den Monitor integriert sind.

Qualität hat auch bei Monitoren ihren Preis. Wer seinen Monitor nur dahingehend nutzt, seine Bilder und Videos zu betrachten der muss weniger Geld investieren als derjenige, der der digitalen Bildbearbeitung nachgeht.

Digitalfotografie 06 / 2016

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