Netzwerkspeicher für Fotos im Team

pixx.io box © Pixx.io
pixx.io box © Pixx.io
Fotografien sind ein sehr persönliches Gut, das man dennoch bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Jubiläen, Hochzeiten, Ferien auch mit anderen teilen möchte, ohne beispielsweise CDs hin und her verschicken zu müssen. Dementsprechend stellt sich schnell die Frage, wenn mehrere Personen auf digitale Fotos zugreifen sollen, wie man die Bildablage am besten organisiert. Propagiert werden derzeit Cloud-Lösungen, bei denen die Aufnahmen im Internet abgelegt werden. Gerade hier in Deutschland und mit den aktuellen Sicherheitslücken ist die Skepsis gegenüber der Cloud groß, weswegen nicht wenige ihre Aufnahmen lieber auf dem heimischen Rechner behalten. Der Zugriff auf einen einzelnen Computer ist jedoch wenig praktisch, denn dieser muss eingeschaltet sein, damit andere darauf zugreifen können und man muss sich im gleichen Netzwerk befinden. Auch wird es schnell unübersichtlich, sobald mehrere Personen Bilder in verschiedenen Ordnern auf unterschiedlichen Computern ablegen.

Eine praktische Alternative mit weiteren Vorteilen ist eine Netzwerk-Festplatte, die auch unter dem Namen „NAS“ (= Network Attached Storage) bekannt ist. Wie der Begriff vermuten lässt, handelt es sich zunächst um einen Datenspeicher wie eine beliebige externe Festplatte. Ein NAS verfügt darüber hinaus aber mittlerweile über die Fähigkeiten eines Computers und kann daher eine Menge mehr leisten als nur die Bildablage. Das gilt auch für die nächste Ausbaustufe der Bildverwaltung: einen Mini-Bilderserver, wie ihn etwa Pixx.io gerade auf den Markt bringen will.

Zugriffsrechte gezielt vergebbar

Systemsteuerung inklusive Rechte
Im Vergleich zu einer simplen externen Festplatte bringen solche Systeme, neben einer übersichtlichen Oberfläche, vor allem eine Benutzerverwaltung mit. Ein wichtiger Punkt für die Fotospeicherung einer kleinen Gruppe ist nämlich oft, dass nicht jeder jeden Ordner sehen können soll. Auch soll sichergestellt werden, dass nicht jeder Bilder löschen kann. Dazu bieten ein NAS und auch ein Bilderserver die Möglichkeit, Benutzer anzulegen und ihnen gezielt Zugriff auf bestimmte Ordner zu gewähren. Dabei kann auch festgelegt werden, ob jemand die Bilder nur abrufen („Lesezugriff“) oder selbst welche ablegen kann („Lesen/Schreiben“). Auch ein Kontingent an Plattenplatz ist zuteilbar.

Auf einem NAS können auch Zusatzprogramme nachinstalliert werden und nützliche Aufgaben, wie etwa eine automatische Spiegelung eines Bilderordners von der Rechner-Festplatte oder die automatische Datensicherung, übernehmen. Teurere NAS-Systeme und Bilderserver verfügen dazu in der Regel außerdem über mehrere Festplatten, die kontinuierlich automatisch alle Daten spiegeln. Der Fachbegriff dafür ist RAID („Redundant Array of Independent Disks“, also etwa „Anordnung mehrfach vorhandener unabhängiger Festplatten“). Geht eine Platte kaputt, übernimmt eine andere, so dass fast nahtlos weitergearbeitet werden kann. Allerdings sollte man sich dadurch nicht in kompletter Sicherheit wiegen: Schlägt etwa der Blitz ins NAS ein, hilft alle Datenredundanz dort nicht. Wem seine Fotos lieb sind, der sollte also zusätzlich auf ein unabhängiges System spiegeln.

Der Anschluss und die Einrichtung eines NAS oder Bilderservers sind innerhalb des eigenen Netzwerkes sehr einfach: In der Regel verkabelt man das Gerät einfach über USB oder Ethernet mit dem eigenen Router. Ein Assistent führt durch die Ersteinrichtung. Auch für die Benutzerverwaltung muss man kein ausgefeilter Computer-Experte sein, da sie in der Regel bei den modernen Geräten bequem über eine Webschnittstelle im Browser erfolgt. Einen gemeinsamen Datenspeicher für die Familie einzurichten, ist also recht schnell und ohne fortgeschrittene Computerkenntnisse erledigt. Allerdings sollte man sich überlegen, wer das System pflegt und wer welche Rechte hat, damit nicht plötzlich jemand versehentlich alle Familienfotos löschen kann. Ein reiner Lesezugriff verhindert dies.

Zugriff von außen: Eigene Cloud

Spannender, aber auch schwieriger wird es, wenn das NAS auch von außerhalb des eigenen Netzwerkes erreichbar sein soll. Damit wird es möglich, Services ähnlich der bekannten Dropbox für den eigenen Datenspeicher einzurichten. Auch Zugriff für andere außerhalb des heimischen Kreises kann dann gewährt werden. Dazu muss die Box allerdings von außen freigeschaltet werden. Das ist nicht ganz trivial, da man gezielt Berechtigten Zugriff geben möchte, aber nicht in Kauf nehmen will, dass jedermann die eigenen Daten herunterladen kann. Manche Systeme machen es einem mit Assistenten etwas leichter, aber es bleibt komplex. Man muss sich etwa mit dem Konzept von Ports für bestimmte Anwendungen auseinandersetzen und die Kommunikation von Router und NAS richtig einrichten. Das kann selbst geübten Computer-Benutzern Kopfzerbrechen bereiten. Wer den Zugriff von außen nicht wirklich braucht, sollte ihn daher abgeschaltet lassen oder zu einem Mini-Bilderserver wie Pixx.io greifen. Dort ist das Teilen der Bilder standardmäßig vorgesehen und schon so eingerichtet, dass man bequem per Weboberfläche einrichten kann, welche Rechte die Zugreifenden haben sollen.

Sicherheit nicht vergessen

Wer es mit dem NAS versuchen möchte, sollte sich intensiv mit der Systemsicherheit für seine Daten beschäftigen. Manche NAS-Anbieter unterstützen dies mit entsprechenden Checklisten. Dort findet man dann zum Beispiel Hinweise für die Erzwingung sicherer Passwörter und den Verweis auf das Deaktivieren eines allgemeinen voreingerichteten Administrator-Kontos. Wichtig beim Gewähren des Zugriffs von außen ist es auch, den Überblick über die Benutzer zu behalten und nur dann ein Login zu vergeben, wenn es sinnvoll und nötig ist. Das gilt natürlich auch für einen Bilderserver. Dann aber macht die eigene Netzwerkfestplatte oder der eigene Bilderserver Spaß und bieten Unabhängigkeit von anderen Cloud-Anbietern und die Hoheit über die eigenen Daten.

Digitalfotografie 11 / 2014

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