Optimales Scannen unterschiedlicher Vorlagen - Durchsichtsvorlage - Aufsichtsvorlage

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Blende ,"Was mir lieb ist"
Andrea Bamberger, 14 Jahre

Flachbettscanner bieten den großen Vorteil, daß alles digitalisiert werden kann, was auf das Vorlagenglas kommt. Dies können Aufsichtsvorlagen in Form von Photographien ebenso sein wie Zeitungsausschnitte, Negative und Dias - sofern eine Durchlichteinheit vorliegt - oder aber Gegenstände beispielsweise von A wie Apfel bis Z wie Zitrone, wenn man Scanart betreiben möchte. Erklärtes Ziel ist es, daß die zu scannende Vorlage mit dem bestmöglichsten Ergebnis digitalisiert wird. Um dies zu erreichen, ist es unausweichlich, den Scanner vor dem Scannen auf die Eigenschaften des Vorlagenmaterials abzustimmen. In der Regel kann grob zwischen den Vorlagentypen Auf- und Durchsicht gewählt werden.

Geht es darum, Aufsichtsvorlagen zu digitalisieren, so sind Flachbettscanner in ihrem Element. Vorlagen, wie beispielsweise Photographien oder gedruckte Seiten, reflektieren das von der Scannerlampe ausgestrahlte Licht. Die CCD-Zeile nimmt die Reflexionen auf und ein digitales Bild wird daraus errechnet. Werden hingegen Dias und Negative digitalisiert, so darf das Scanverfahren nicht auf reflektierendem Licht basieren. Voraussetzung für die Digitalisierung von Dias und Negativen ist, daß sie genau zwischen Lampe und Sensor liegen, damit das Licht der Lampe durch die Vorlage hindurch auf die CCD-Zeile treffen kann. Sollen also Durchsichtsvorlagen mit einem Flachbettscanner digitalisiert werden, so ist ein spezieller Durchlichtaufsatz notwendig, der eine zweite Lampe oder auch eine zweite CCD-Zeile enthält.

Bei Durchsichtsvorlagen gilt, zwischen zwei Vorlagentypen zu unterscheiden, die beim Scannen auch unterschiedlich behandelt werden müssen. Positivvorlagen, also Dias, lassen sich problemlos scannen, da die Farbe im Bild identisch mit der der Vorlage ist. Anders verhält es sich bei Schwarzweißmaterial. Hier muß für das fertige positive Bild eine Umkehrung der Helligkeitswerte erfolgen. Die meisten Scanprogramme nehmen diese Umkehrung vor, wenn der entsprechende Vorlagentyp gewählt wurde. Das Scannen von Farbnegativfilmen ist grundsätzlich problematisch, da sich die Farbe des Trägermaterials mit allen Negativfarben mischt. Viele Scanprogramme stoßen hier an ihre Grenzen, auch solche, die über die Option zur automatischen Farbkorrektur von Farbnegativen verfügen. Der einfachste Weg ist hier, den Papierabzug statt des Negativs zu scannen.

Entscheidend für die Scanqualität von Kleinbildmaterial ist die optische Auflösung des Scanners. Hat der Scanner keine hohe optische Auflösung, so fällt der erzeugte Scan recht klein aus und kann später nicht ohne Qualitätsverlust bis zur gewünschten Größe verarbeitet werden. Ist man also im Besitz eines Scanners mit niedriger optischer Auflösung, so kann die Empfehlung nur lauten, sich einen qualitativ höherwertigen Scanner zuzulegen, sich an einen Dienstleister zu wenden oder aber den Weg über das Papierbild zu gehen. Ein hochwertiger Scanner empfiehlt sich besonders dann, wenn das Diaarchiv digitalisiert werden soll. Benötigt man hingegen nur ein einzelnes Dia als digitale Datei, so ist man mit einem Dienstleister gut beraten, der Scanner einsetzt, die deutlich über der Wiedergabequalität eines normalen Flachbettscanners liegen. Eine weitere Option ist, bei der Filmentwicklung eine Daten-CD mit in Auftrag zu geben - die Qualität der Scans reicht meist vollkommen aus. Die konventionelle Alternative stellt der hochwertige Papierabzug vom Dia oder Negativ dar, der dann gescannt wird.
 

Digitalfotografie 03 / 2006

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