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Originaltinte hat mehr zu bieten

Der Verbraucher hat die Qual der Wahl, denn neben Originaltinten findet er ein breites Angebot an Fremdtinten. Diese sind auf den ersten Blick meist kostengünstiger als Originaltinten. Eine Studie, die vom Druckerhersteller Hewlett-Packard beim Bremer Testinstitut „Innovationstechnik“ in Auftrag gegeben wurde und im Mai 2007 schloss, belegt, dass Originaltinten hinsichtlich ihrer Ergiebigkeit und Zuverlässigkeit den Fremdtinten bei Patronen mit Druckköpfen klar überlegen sind.

Auf den ersten Blick mag dieses Ergebnis nicht verwundern und so mancher wird es in Frage stellen wollen, wenn der Auftraggeber ein Druckerhersteller ist, der Tinten in seinem Programm führt. Diese Skepsis ist jedoch nicht begründet, denn das was die Studie belegt, hat der eine oder andere Verbraucher eventuell schon erfahren dürfen - jetzt wird es durch den Test belegt.

Getestet wurden Patronen, bei denen Druckkopf und Tintentank eine Einheit bilden - also ein technisch hoch komplexes System, das einem gewissen Verschleiß unterliegt. Dieser begründet sich daraus, dass die Druckköpfe von Hewlett-Packard für eine begrenzte Lebensdauer und nicht für häufiges Wiederbefüllen konzipiert sind. Aufgrund von bestehenden Patenten dürfen Tintenpatronen nicht nachgebaut werden. Fremdanbieter befüllen also Original Tintenpatronen, die sie in großen Stückzahlen von so genannten Patronen-Brokern beziehen. Werden hingegen leere Tintenpatronen direkt an den Hersteller zurückgeschickt, so werden sie fachgerecht in Metalle, Flüssigkeiten, Elektronikschrott und Kunststoff zerlegt und umweltgerecht recycelt.

Zurück zum Testbericht. Die getesteten Original Hewlett-Packard Tintenpatronen erzielten eine durchschnittliche Ergiebigkeit von 793 Seiten, die damit um 34,6 Prozent höher lag als die durchschnittliche Ergiebigkeit des besten Fremdanbieters mit 589 Seiten. Keine der getesteten Original Hewlett-Packard Tintenpatronen hatte Zuverlässigkeitsprobleme. Dagegen hatten 13,2 Prozent der wieder befüllten Tintenpatronen des besten Fremdanbieters Zuverlässigkeitsprobleme. Diese resultieren entweder in Dead-on-Arrivals (DOA) oder vorzeitigen Ausfällen. Im Durchschnitt waren 16,1 Prozent der wieder befüllten Patronen bereits direkt bei Inbetriebnahme defekt (DOA) - Fremdanbieter mit 16,5 Prozent und Nachfüll-Shops mit 15,8 Prozent lagen in etwa gleichauf. Der Durchschnittswert problembehafteter Tintenpatronen variierte bei den Wiederbefüllern zwischen 13,2 und 44,1 Prozent.

Hauptursache für das schlechte Abschneiden von Fremdtinten ist nach dem Test offenbar ein nicht richtiges Abdichten der Patronen beziehungsweise der Druckköpfe. Dies führt dazu, dass Patronen auslaufen und/oder austretende Farbtropfen einer Farbe durch Kapillarwirkung durch die Düsen des Druckkopfs in die benachbarten Farbtanks gelangt und sich dort zu Fehlfarben vermischt. Hinzu kommt, dass einige Patronen mit falschen Farben befüllt oder sie mit zu wenig Tinte betankt waren.

Die von Hewlett-Packard durchgeführte Studie lässt den prinzipiellen Schluss zu, dass Druckkopfpatronen aufgrund der aufgeführten Probleme sich zum Wiederbefüllen nicht eignen. Bei langlebigen Druckköpfen mit austauschbaren Tintentanks, eventuell für jede Farbe, sowie bei Single-Ink-Systemen stellen sich die beschriebenen Probleme nicht. So dürfte sich die Abdichtung der Tintenpatrone leichter gestalten. Selbst wenn Tinte austreten sollte, so kann sich diese bei separaten Tintentanks nicht wie bei Mehrkammernpatronen vermischen. Sollen Photographien über Photodrucker zu Papier gebracht werden, so stehen unter anderem Lichtbeständigkeit und Langzeithaltbarkeit im Fokus der Betrachtung. Gerade bei hochwertigen Photodrucken mit fünf, sechs oder noch mehr Farben und wo es dem Anwender auf Qualität ankommt, wird es für die Fremdtintenhersteller zunehmend schwerer, für jede Farbe die richtige Ersatztinte zu entwickeln.

Studie: http://h41139.www4.hp.com/
 

Digitalfotografie 10 / 2007

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