RAW -

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Blende ,"Schafskopf"
Stephan Melzer

Immer mehr Digitalkameras bieten die Möglichkeit, Aufnahmen neben dem JPEG- und TIFF-Format im RAW-Format abspeichern zu können. RAW - kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt "roh" - ist ein Dateiformat, das die verlustfreie Speicherung von unkomprimierten beziehungsweise nicht bearbeiteten CMOS-Rohdaten von Bildern erlaubt. Je nach Hersteller werden unterschiedliche Dateiendungen verwendet (Nikon = NEF, Canon = CRW, Fuji = RAF, Minolta = MRW, Olympus = ORF. ERI-JPEG ist ein von Kodak neu entwickeltes Dateiformat, das die Vorteile des RAW- und des JPEG-Formates kombiniert.)

Das RAW-Format liefert unverfälschte digitale Aufnahmen, die meist in einer Farbtiefe von 12 Bit gespeichert werden. Informationen über Farbwerte, Schärfe, Weißabgleich und Farbtiefe, die beim JPEG- und TIFF-Format in die Berechnung des Bildes mit einfließen, werden beim RAW-Format in einer separaten Datei abgelegt. Vorteil des RAW-Formates ist, daß die oben genannten Aufnahmeparameter erst nach der Betätigung des Auslösers festgelegt werden. So können verschiedene Weißabgleichoptionen getestet, Überbelichtungen nachträglich korrigiert und das Bildrauschen reduziert werden. Um RAW-Daten ohne Qualitätsverlust bearbeiten zu können, ist eine spezielle Kamerasoftware notwendig, die bereits bei einigen Herstellern im Lieferumfang enthalten ist. In der Regel können übliche Bildbearbeitungsprogramme RAW-Daten nicht bearbeiten. Ein neues Zusatzprogramm von Adobe macht es allerdings möglich, RAW-Daten mit Adobe Photoshop 7.0 bearbeiten zu können.

Digitale Bilder, die im RAW-Format gesichert wurden, wirken vor der Übertragung auf den Rechner flau und unscharf. Dies verwundert nicht, denn alle Aufnahmeparameter wurden, wie oben bereits erwähnt, in einer separaten Datei gespeichert und werden erst nach der Übertragung neu festgelegt. Der Vorteil liegt darin, daß die Parameter wesentlich exakter bestimmt werden können.

Obwohl RAW-Dateien unkomprimiert sind, benötigen sie weniger Speicherplatz als TIFF-Dateien. RAW-Dateien lassen sich dadurch schneller abspeichern. Im Schnitt liegt die Dateigröße für ein Bild beim RAW-Format bei zirka 10 MB, während ein vergleichbares TIFF 17 bis 19 MB benötigt.
 

Digitalfotografie 01 / 2000

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