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RAW-Konverter - Ein weites Feld

Das RAW bietet dem Photographen viele Vorteile, da die Aufnahmen verlustfrei gespeichert werden, weil mit 12 oder 16 Bit Farbtiefe gearbeitet wird und weil Bildeinstellungsparameter während der Aufnahme, die als separate Tags in der Bilddatei mit abgespeichert werden, nachträglich modifiziert werden können - dies ist beim JPEG- und TIFF-Format nicht möglich. Um RAW-Dateien bearbeiten zu können, sind spezielle RAW-Konverter notwendig. Diese, das Angebot steigt stetig, gibt es von den Kameraherstellern und von Drittanbietern. Die kameraeigene RAW-Konverter-Software dient ausschließlich der Konvertierung von Bilddaten des eigenen Kamerasystems, während Drittanbieter mehr oder weniger die gesamte Palette der gängigsten Kameras unterstützen, darunter auch viele, die bereits im Handel nicht mehr erhältlich sind. Wichtig ist, bei Drittanbietern zu prüfen, ob das spezifische Format der eigenen Kamera unterstützt wird. Da die Konverter sich zum Beispiel in ihrer Geschwindigkeit unterscheiden, ist es ratsam, vor der Anschaffung deren Beschreibung zu studieren und anhand von Testversionen etwas zu experimentieren. Erst dann weiß man, ob der RAW-Konverter den eigenen Ansprüchen und der eigenen Arbeitsweise genügt. Zuweilen kann es sehr nützlich sein, je nach Bildvorlage unterschiedliche Konverter einzusetzen. Wer im Besitz von Photoshop CS2 - auch als Photoshop 9 bezeichnet - oder einer späteren Version ist, der verfügt mit dem Paket Adobe Camera RAW (ACR) bereits über einen Konverter. Selbst in Adobe Photoshop Elements liegt seit der Version 3 ein RAW-Konverter vor, der jedoch nicht den identischen Umfang zu Photoshop CS besitzt. Apples Aperture und Adobes Lightroom versuchen mit ihren Ausstattungen den Bogen über den gesamten Imaging-Workflow zu schlagen und fokussieren sich verstärkt auf die Bedürfnisse und Arbeitsabläufe der Photographen. Bildverwaltungssysteme, die auch als Digital Asset Management Systeme (DAMS) bezeichnet werden, und Bild-Browser sind oftmals auch mit einem eigenen RAW-Konverter ausgestattet. RAW-Konverter, die ein Teil von Asset-Management-Systemen sind, zielen jedoch hauptsächlich darauf ab, akzeptable Vorschaubilder zu erzeugen. Optimaler sind die „echten“ RAW-Konverter, denn damit ist der Anwenderspielraum wesentlich größer.
 

Digitalfotografie 08 / 2006

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