Die richtige Kartenpflege

Mönche im Tibet Bildgalerie betrachten

Blende ,"Mönche im Tibet"
Marion H. Schmidt

Vor dem ersten Photoeinsatz muß die Speicherkarte formatiert werden. Jede Digitalkamera hat eine Menüoption für diese Funktion, die auf dem Rückseitenmonitor auf einfache Weise aktiviert werden kann. Die Karten können auch am Computer formatiert werden, doch das geht nicht immer gut. Es kann bei Karten mit größerer Speicherkapazität als 64 MB passieren, daß der Computer die Formatierung mit dem Dateibelegungssystem FAT 32 automatisch durchführt, während die Kameras mit FAT 12 oder FAT 16 arbeiten (FAT= File Allocation Table, Dateibelegungstabelle).

Wenn das zuletzt aufgenommene Photo mißlungen ist, kann man es sofort löschen. Davon abgesehen ist jedoch beim Löschen einzelner Bilddateien etwas Vorsicht geboten, weil es zur Fragmentierung der Speicherkarte kommen kann. Bei einer fragmentierten Karte wächst die Gefahr, daß die nächsten aufgenommenen Bilder auf die frei gewordenen Speicherflächen auseinander gerissen werden. Das hat zwar keinen Einfluß auf die Bildqualität, erschwert aber gegebenenfalls die Wiederherstellung verlorener Dateien, weil nur die wenigsten Recover-Programme fragmentierte Bilder rekonstruieren können. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, die Speicherkarten nicht nur komplett zu löschen, sondern sie hin und wieder auch in der Kamera erneut zu formatieren, um den Datenmüll (Hilfsdateien, ungenutzte Ordner, Dateireste) tatsächlich zu beseitigen. Das stellt wieder die Maximalkapazität her und macht die Karte flotter.

Die Speicherkarten reagieren sehr empfindlich auf mechanische, thermische und physikalische Einflüsse. Sie sollten in speziellen Kartenboxen aus Kunststoff oder aus antimagnetischem Metall staubfrei und trocken aufbewahrt werden. Auf jeden Fall zu vermeiden sind Staub, Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser, hohe Temperaturen, wie sie im Sommer im Auto entstehen können. Magnetfelder, die sich beispielsweise in der Nähe von HiFi-Geräten, Bildschirmen, Trafos oder Lampen bilden, können zu Datenverlust führen. Keine Gefahr stellen Röntgenstrahlen dar.

Unbedingt zu vermeiden ist die Entnahme der Karte während des Zugriffs darauf, der durch Blinken einer grünen Leuchtdiode signalisiert wird. Während des Datentransfers aus dem Zwischenspeicher der Kamera auf die Karte darf die Stromzufuhr nicht unterbrochen werden. Nicht vollständig aufgezeichnete Daten sind oft auch auf Spannungsschwankungen zurückzuführen, daher stets auf den Ladezustand des Akkus oder der Batterien achten. Nicht auf die Karte übertragene Aufnahmedaten sind für immer verloren.

 

Digitalfotografie 11 / 2003

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