Auf das richtige Bild-Dateiformat kommt es an

Alte Zypriotin Bildgalerie betrachten

Blende ,"Alte Zypriotin"
Günther Hamann

Das am weitesten verbreitete Dateiformat in der digitalen Photographie ist das JPEG-Format. Jede Digitalkamera unterstützt dieses Dateiformat, es bietet eine variable Kompression, wodurch zwischen höchster und niedrigster gewählt werden kann und feine Farbnuancen bleiben erhalten. Größer Nachteil: Häufiges Sichern im JPEG-Format hinterläßt JPEG-Ruinen, denn mit jeder Speicherung kommt es zur mathematischen Neuberechnung, um die Dateigröße zu verringern. Selbst beim Speichern in "hundertprozentiger Qualität" ist der Informationsverlust garantiert, die Bilder sind unscharf, zunehmend treten kleine Klötzchen und Schlieren im Motiv auf, Details verschwinden ganz. Es kann also nur davon abgeraten werden, die von der Digitalkamera auf den Computer übertragenen Bilddaten im JPEG-Format zu belassen und nach jeder Bildbearbeitung erneut in diesem Format zu sichern.

Ein weiterer Standard in der digitalen Photographie ist das TIFF-Format, das fast von jeder Digitalkamera unterstützt wird. Die Bilder werden in sehr hoher Qualität und absolut verlustfrei gesichert. Möglicher Nachteil: Die hohe Qualität geht einher mit einem großen Bedarf an Speicherplatz und schon nach wenigen Aufnahmen ist das Speichermedium randvoll. Auch wenn die neue Computergeneration mit einem großen Festplattenspeicher aufwartet, wird derjenige schnell an die Grenzen stoßen, der viel und gerne photographiert. Hier bleibt dann nur die Sicherung der Bilddaten auf CD, was für die Archivierung mehr als empfehlenswert ist, denn Festplattencrashs sind keine Seltenheit.

Das GIF-Format wurde speziell für die Verbreitung von Bildern im Internet entwickelt und ist heute neben dem JPEG-Format das am meisten verbreitete Format im World Wide Web. Genauso wie beim TIFF-Format wird beim GIF mit einer LZW-Kompression gearbeitet, die Dateigröße wird reduziert ohne den Verlust von wichtigen Bilddaten. Der Nachteil beim GIF-Format ist, daß höchstens 8-Bit-Bilder - mit maximal 256 Farben - gesichert werden können. Das 8-Bit-Bild wirkt rauh und fleckig, da einfach nicht genügend Farben da sind, um die feinen Übergänge darzustellen.

Ein verlustfreies Kompressionsschema bietet das BMP-Format, das heute nur noch für Bilder verwendet wird, die man auf dem Desktop eines Windows-PC's als Hintergrundmotiv nutzen möchte.

Das PICT-Format bassiert auf Apple QuickDraw Graphikroutine und ist das native Speicherformat für Apple-Computer. Wurde QuickTime auf dem Rechner installiert, so können PICT-Dateien mit JPEG-Kompressionen komprimiert werden, wobei die Bildqualität noch mehr ins Negative beeinflußt wird als beim JPEG. Der einzige Vorteil des PICT-Formates ist, daß der Anwender ohne Bildbearbeitungsprogramme die Bilder anschauen kann, denn die PICT-Dateien lassen sich mit Simple Text, Microsoft Word und anderen Textverarbeitungsprogrammen öffnen.

Weniger um einen Dateityp, sondern eher um eine Dateiart handelt es sich beim RAW-Format. Hier werden die Bilddaten völlig unbearbeitet, sozusagen roh auf dem Speichermedium hinterlegt. Kamerainterne Komponenten, die für die Bildqualität eine bedeutende Rolle spielen oder Dateikonvertierer, sind komplett abgeschaltet. Ähnlich wie beim TIFF-Format werden die RAW-Daten unkomprimiert, verlustfrei auf dem Speichermedium hinterlegt und nehmen dementsprechend einen großen Speicherplatz in Anspruch. Die Bilddaten eignen sich vor allem für die professionelle Nachbereitungen.

 

Digitalfotografie 03 / 2003

41 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden