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Gute Verhältnisse - Sensorgröße und Papierformat

Als auf der photokina 1982 Sony mit der ersten Mavica Stillvideokamera das Zeitalter der elektronischen Photographie einläutete, verwendete das Unternehmen einen Sensor, dessen Bildfläche dem Seitenverhältnis des Fernsehens und der PC-Monitore, nämlich 4:3, entsprach. Diesem Vorbild folgten auch andere Hersteller, die sich im Bereich der Stillvideo-Technik versuchten. Das änderte sich auch nicht beim Übergang von Stillvideo auf die Digitaltechnik. Da die Entwickler weiterhin vor allem die Darstellung der digitalen Bilder auf den elektronischen Medien, wie Fernseher oder Computerbildschirm, im Auge hatten, behielten die Sensoren der ersten digitalen Kameras dieses Format bei. Erst als auch die Photogroßlabore und Minilabs begannen, Ausbelichtungen digitaler Bilddaten auf Papier anzubieten, wurde es problematisch. Das Seitenverhältnis der gängigen Papierformate entsprach nicht dem der Computerbildschirme und Fernsehgeräte. Ähnlich, wie viele Besitzer der alten Röhrenfernseher es heute täglich feststellen, wenn ein Film im 16:9 Format gezeigt wird, weisen die Ausdrucke digitaler Photos auf Papier oben und unten weiße Streifen auf oder sie müssen für den randlosen Druck beschnitten werden.

Als gängiger Standard für das Papierformat hat sich in den Photolaboren für den Massendruck die Bildgröße 10x15 cm durchgesetzt. Danach haben sich auch die Hersteller von Bilderrahmen, Photoalben oder beispielsweise Passepartouts gerichtet und ihre Produkte auf Größen mit einem Seitenverhältnis von 3:2 abgestimmt. Um sich diesen Gegebenheiten anzupassen, entwickelten zahlreiche Hersteller Digitalkameras mit Bildsensoren deren lichtempfindliche Fläche ebenfalls dem Seitenverhältnis von 3:2 entsprach.

Mit zunehmender Verbreitung des 16:9-Formates für das hochauflösende Fernsehen kommen auch immer mehr Digitalkameras auf den Markt, die entweder über Sensoren mit einem 16:9-Seitenverhältnis verfügen oder deren Bildfläche sich durch Beschnitt auf dieses Seitenverhältnis umschalten lässt. Einige wenige Kameras bieten dem Anwender sogar die freie Wahl zwischen den drei Formaten 3:2, 4:3 oder 16:9. Die Hersteller von Photopapieren für das Labor und den Druck zu Hause haben sich inzwischen darauf eingestellt und bieten Photopapiere in unterschiedlichen Größen und Seitenverhältnissen an.

Anders als auf dem Photodrucker zu Hause werden in den Großlaboren und Minilabs Rollenpapiere verwendet. Moderne Maschinen passen die tatsächliche Bildgröße für einen randlosen Ausdruck automatisch der Höhe an. Ein randlos gedrucktes Photo einer Kamera mit 4:3-Sensor würde also bei einer Rollenbreite des Photopapiers von 10 cm 10x13,33 cm groß sein, während die Aufnahme eines 3:2-Sensors das gängige 10x15 cm-Format ganz ausfüllt.

Wer seine Photos zu Hause ausdruckt, sollte beim Papierkauf nicht nur auf die gewünschte Oberflächenstruktur, wie zum Beispiels matt, glänzend oder hochglänzend, achten, sondern auch in der Gebrauchsanweisung die technischen Daten seiner Kamera überprüfen. Diese geben zum Beispiel Aufschluss über das Seitenverhältnis des Kamerasensors. Nur wenn die Seitenverhältnisse von Sensor- und Papierformat übereinstimmen, ist ein randloser Photodruck ohne Beschnitt der Aufnahme möglich.
 

Digitalfotografie 02 / 2007

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