Sensorreinigung - Staub im Inneren der Kamera

Sensorreinigung
Besitzer von Kameras mit Wechseloptik schätzen an diesen, dass sie je nach Motivsituation und eigener Intention zwischen den unterschiedlichsten Objektiven – vom Normal-, dem Makro- über das Tele- bis hin zum Weitwinkel- und dem Fisheyeobjektiv – die freie Auswahl haben. Jeder Objektivwechsel bringt es mit sich, dass Staub in das Innere der Kamera gelangen kann. Setzt sich dieser auf dem Sensor oder dem davor liegenden optischen Tiefpassfilter nieder, dann kommt es zu störenden dunklen Flecken, die natürlich nicht gewünscht sind. Ganz vermeiden lässt es sich nicht, dass feinste Staubpartikel in das Innere der Kamera gelangen können. Die Wahrscheinlichkeit kann jedoch deutlich reduziert werden, wenn man allein beim Objektivwechsel Kleinigkeiten bedenkt.

Objektivwechsel – Immer mit Bedacht

Hektisch, auch wenn es die Motivsituation möglicherweise mit sich bringt, sollte es beim Objektivwechsel in der freien Wildbahn nicht zugehen. Befindet man sich an einer extrem staubigen Location, wie beispielsweise einer Motocross-Rennstrecken, und bietet sich einem nicht die Chance, sich in einen geschlossenen Raum, wie zum Beispiel ein Auto, zurückziehen zu können, so sollte man gegebenenfalls auf den Objektivwechsel verzichten. Aber selbst wenn man den Staub in der Luft nicht wahrnimmt, so liegt dieser vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass Staub in das Innere einer Kamera gelangt, kann dadurch reduziert werden, dass beim Objektivwechseln die Kameraöffnung nach unten gehalten wird. Die Kamera sollte zudem ausgeschaltet sein, denn das minimiert die statische Aufladung des Sensors, die anziehend auf Staub wirkt. Die Kamera sollte zudem nie unnötig lange ohne Optik herumliegen.

Sensorreinigungssysteme in Kameras

Dass Staub in das Innere einer Kamera gelangt, lässt sich nie ganz ausschließen. Aus diesem Grund bieten die Kamerahersteller verschiedene Sensorreinigungssysteme an. Supersonic Wave Filter, in 2003 von Olympus vorgestellt und inzwischen von Panasonic und Leica verbaut, ist ein solches System. Es besteht aus einer reflexionsfreien Glasplatte und einem piezoelektrischen Element. Die Vibrationen werden durch Resonanz hervorgerufen. Diese wird durch das Anlegen einer Wechselspannung mit einer Frequenz von 35 kHz an das piezoelektrische Element ausgelöst. So entstehen Biegevibrationen, die den Staub von der Filteroberfläche schleudern. Da das System rundum in Gummi eingefasst ist, werden seine Vibrationen nicht auf andere Kamerateile übertragen. Hersteller wie Canon und Nikon begegnen dem Staub mit „wackelnden“ Tiefpassfiltern und bei Sony und Pentax ist der Bildsensor in Bewegung.

Sensorreinigung – Zwei Optionen

Bei aller Vorsicht und trotz spezieller Sensorreinigungssysteme lässt sich nicht verhindern, dass sich Staub auf dem Sensor oder dem davor liegenden optischen Tiefpassfilter niedersetzt. Diesen gilt es natürlich, zu eliminieren, denn irgendwelche Punkte auf den Aufnahmen sind natürlich alles andere als gewünscht. Man hat, wie so oft im Leben, zwei Optionen, und zwar dass man die professionelle Reinigung über einen Dienstleister für € 30 bis € 60 beansprucht oder dass man dem Staub im Inneren der Kamera selbst zu Leibe rückt. Wir favorisieren den Dienstleister und das, obwohl wir uns nicht zu den Grobmotorikern zählen. Grund dafür ist, dass man bei der Verwendung von falschen Reinigungsmitteln Schaden im Inneren der Kamera anrichten kann und zudem gegebenenfalls die Garantieansprüche verliert.

Meint man, die Sensorreinigung selbst vornehmen zu wollen, so ist in jedem Fall vorher die Gebrauchsanweisung zu lesen. Im Netz kursieren unendlich viele Erfahrungsberichte bezüglich der Sensorreinigung. Diesen sollte man kritisch gegenüberstehen, denn wird der Sensor beispielsweise mit dem falschen Alkohol gereinigt oder ist der Wasseranteil im Alkohol zu hoch, so kann es zu Schäden kommen, deren Behebung weitaus teurer ist als die Sensorreinigung durch einen Dienstleister.

Zur Sensorreinigung bieten sich mehrere Varianten an. Festhängende Sand- oder Staubkörner lassen sich mit einem kleinen Pinsel entfernen oder auch einfach „wegpusten“ – aber bitte nicht mit dem Mund, denn dadurch könnte Spucke in das Innere der Kamera gelangen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Staub nicht in das Kameragehäuse geblasen wird und sich dann später wieder auf dem Sensor – oder wo auch immer – niederlässt. Auch Pinsel ist nicht gleich Pinsel. Wichtig ist, auf eine hochwertige Ausführung zu achten, damit nach der Reinigung später auf den Aufnahmen nicht statt eines Staubkorns ein Pinselhaar zu sehen ist. Besonders gut eignen sich Pinsel aus Kunststofffasern, die statisch aufgeladen sind und dadurch Schmutzpartikel besonders gut entfernen. Noch mehr Komfort bieten motorgetriebene, rotierende Pinsel. Von vielen Fotoprofis wird die Reinigung mit Alkohol und Q-Tipps empfohlen. Die Aussagen, welcher Alkohol in welcher Verdünnung und welche Vorgehensweise empfehlenswert sind, differenzieren stark und können nur unter Vorbehalt empfohlen werden.

Alles im Set – Komfortabel sind die Reinigungssets, die Zubehörfirmen speziell für Kameras ausgetüftelt und zusammengestellt haben. Viele der Sets beanspruchen wenig Platz und man ist unterwegs mit Lupe, Trocken- und Nassreinigung für alle Eventualitäten gerüstet. Während die Trockenreinigung für die meisten Verunreinigungen ausreicht, wird die Nassreinigung für hartnäckige Verschmutzungen und Ölflecken eingesetzt. Gerade bei hartnäckigen Verschmutzungen, so unsere Empfehlung, sollte jeder noch einmal in sich gehen, ob er diese wirklich selbst eliminieren möchte. Wir raten zu einem Dienstleister. Die Flüssigkeiten sorgen oft auch dafür, dass die Sensorreinigung einige Wochen vorhält, da mit ihr eine statische Anziehung der Staubteilchen verhindert wird. Lupen, die in unterschiedlichen Stärken angeboten werden, ermöglichen auch, kleinste Verschmutzungen ohne Referenzbild auf dem Sensor festzustellen und die Reinigung gezielt und effektiv selbst durchzuführen. Sinnvoll ist es auch, während der Kamera- und Sensorreinigung Handschuhe zu tragen, um Fingerabdrücke zu vermeiden. Auch sie sind in manchen Sets ebenso wie genaue Angaben zur Reinigung schon enthalten.

Dienstleister

Der Fotofachhandel und natürlich die Kamerahersteller stehen mit Rat und Tat zur Seite. Einige Fotohändler bieten die Sensorreinigung sogar als Dienstleistung an. Eine weitere Option sind Fotofestivals – hier sind vielfach die Kamerahersteller mit ihrem Servicepersonal anzutreffen und bieten direkt vor Ort den Service der Sensorreinigung an. Dies hat natürlich den großen Vorteil, dass man auf seine Kamera nur kurz verzichten muss.

Digitalfotografie 07 / 2015

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1 Kommentare

also ich lass immer den Fachmann ran - habe schiss dass ich was kaputt mache

von Bruno
08. Juli 2015, 16:43:50 Uhr

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