Wichtige Standards der Digitalphotographie - DCF und Exif

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Blende ,"Tücken der Technik"
Henner Hess

DCF und Exif: Standards für das Lesen
und Schreiben von Bilddaten


Voraussetzung für die Verständigung von Menschen ist eine gemeinsame Sprache. Ähnliches gilt auch für die Kommunikation zwischen Geräten: Damit Geräte untereinander Informationen austauschen können, müssen sie die gleiche Sprache sprechen beziehungsweise gemeinsamen Regeln für den Informationsaustausch folgen. Um die Kompatibilität, sprich den Informationsaustausch zwischen einer breiten Basis von Geräten und Gerätetypen unterschiedlicher Hersteller sicherzustellen, versuchen diese oft gemeinsam mit Industrieverbänden, Normierungs- oder Verbraucherinstitutionen Standards für die Interaktion bestimmter Gerätetypen zu entwickeln. Solche Standards haben sich besonders für die einfache Nutzung der komplexen Möglichkeiten der Digitalphotographie bewährt. Verbraucher sollten daher unbedingt darauf achten, daß ihre photographische Hard und Software auch kompatibel zu den wichtigsten Standards der Digitalphotographie ist. Sie stellen beispielsweise sicher, daß digitale Photos sich nicht nur zwischen Kamera und PC, sondern auch zwischen Kameras unterschiedlicher Hersteller, zwischen Kameras und Drucker, zwischen Speicherkarte und Bilderkiosk oder von Programm zu Programm austauschen lassen.

Lesen und Schreiben von Bilddaten
DCF ist die englische Abkürzung für “Design Rule for Camera File Systems“ und bezeichnet einen Standard, der Formate, Dateistruktur und das Bilddatenmanagement regelt. Er stellt sicher, daß die mit einem Schreiblaufwerk (Writer) auf einem Medium gespeicherten Bilddaten mit einem kompatiblen Lesegerät (Reader) wiedergegeben werden können. DCFKompatibilität gewährleistet also die Austauschbarkeit von Bilddaten zwischen verschiedenen Schreib und Lesegeräten auch von unterschiedlichen Herstellern.

Mancher Besitzer einer Digitalkamera wird sich vielleicht schon gewundert haben, warum seine neue Kamera die mit einer älteren oder anderen Kamera aufgenommenen Photos nicht lesen kann, obwohl beide Kameras ihre Bilder auf dem gleichen Speicherkartentyp und im verbreiteten JPEGFormat ablegen. Sind beide Kameras kompatibel zum DCFStandard, wird es keine derartigen Probleme geben.

DCF legt die Regeln für das Schreiben und das Lesen von Bilddaten fest, wie sie in kompatiblen „Readern“ und „Writern“ integriert sein müssen. Die Schreibregeln definieren den Datentyp und legen fest, welche Bilddatenformate das System aufzeichnen können muß. Diese „DCF Basic Files“ werden als JPEGDateien im „Exchangeable Image File Format“ (Exif) geschrieben und müssen zusätzlich eine 160 x 120 Pixel große Miniaturansicht der Datei, weitere Informationen über die Struktur und Namensgebung der Verzeichnisse sowie zu den Dateinamen, die zur Bildspeicherung verwendet wurden, beinhalten. Bei den Regeln für die Wiedergabe der Bilder wird zwischen zwei Stufen unterschieden. Die Wiedergaberegeln für die Stufe 1 betreffen Geräte, die in erster Linie zur Bildaufzeichnung dienen, wie beispielsweise Digitalkameras. Diese sollten in der Lage sein die Dateien mit den spezifizierten Verzeichnis und Dateinamen anzuzeigen. Sollte das Gerät nicht das eigentliche Bild lesen können, muß es zumindest die Miniaturansicht mit 160 x 120 Pixel anzeigen.

Lesegeräte, wie beispielsweise Drucker, die in erster Linie zur Wiedergabe von Bildern dienen, müssen dem DCFStandard für Reader Level 2 entsprechen und in der Lage sein, Originalbilddaten bis zu einer Auflösung von 1.800 x 1.200 Pixel wiederzugeben. Lesegeräte mit Displays müssen auch die Verzeichnisse und die Bildnummern anzeigen, so daß der Anwender in der Lage ist, gezielt Bilder auszuwählen.

DCF und Exif stellen damit sicher, daß Photos, die mit einer bestimmten Kameramarke aufgenommen wurden, auf dem Bildschirm einer anderen Kamera, auch wenn diese von einem anderen Hersteller ist, wiedergegeben werden können. Zusätzlich ist es auch möglich, weitere Bilder auf einem Speichermedium aufzuzeichnen, auf dem sich bereits Bilder aus einer anderen Kamera befinden. Drittens lassen sich Photos, die mit einer DCFkompatiblen Kamera gemacht worden sind, auf jedem DCFkompatiblen Drucker ausgeben. Zunächst nutzte der DCFStandard in der Version 1.0 nur den sRGBFarbraum bei komprimierten JPEGDaten. In der jüngsten Version wird optional auch der in professionellen Anwendungen sehr verbreitete Adobe RGBStandard berücksichtigt. Um beide Farbräume unterscheiden zu können, wird in den ExifInformationen zusätzlich der verwendete Farbraum angegeben. Diese klare Unterscheidung erlaubt es, Dateien jeweils im korrekten Farbraum, der bei der Aufnahme verwendet wurde, wiederzugeben. Die Austauschbarkeit digitaler Bilder zwischen einer Vielzahl von Geräten und Medien hat erheblich zur schnellen Verbreitung der Digitalphotographie beigetragen.
 

Digitalfotografie 04 / 2005

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