Wasserzeichen - Zum Schutz der eigenen Bilder

© Sandra Thiessen (15% Deckkraft)
© Sandra Thiessen (15% Deckkraft)
Immer mehr Bilder im Netz und die zu Fotowettbewerben eingereicht werden sind mit Wasserzeichen versehen. Es gibt einige Spötter, die sich darüber auslassen, dass Amateurfotografen ihre Bilder so schützen. Einige unterstellen gar, dass sich Amateurfotografen mit diesen Wasserzeichen in den Stand der Profifotografen emporheben möchten. Fakt ist, dass Wasserzeichen dann zum Einsatz kommen, wenn Bilder vor Diebstahl und Missbrauch geschützt werden sollen – Wasserzeichen sind somit durchaus mit einem Brandzeichen bei Herdentieren vergleichbar. Ein weiterer wichtiger Effekt, den Wasserzeichen erfüllen, ist die Eigenwerbung mit ihren Informationen zum Fotografen und beispielsweise der Webadresse.

Wasserzeichen sind also ein Probates Mittel, seine Bilder zu schützen – 100prozentige Sicherheit bieten sie aber dennoch nicht. Es wird immer wieder von Fällen berichtet, in denen Dritte derart markierte Bilder unrechtmäßig verwendeten. Jeder, und darüber sollte man sich bewusst sein, der mit den Möglichkeiten eines Bildbearbeitungsprogramms sehr vertraut ist, kann ein sichtbares Wasserzeichen nahezu vollständig entfernen. Selbst Photoshop-Anfänger gelangen ohne großen Zeitaufwand durch Retusche-Tools wie „Inhaltssensitives Füllen“ zu passablen, wasserzeichenfreien Ergebnissen. Sicherlich beherrscht nicht jeder Bilderdieb die Kunst einer sauberen Retusche, aber man sollte sich nicht darauf verlassen, dass nur ambitionierte Fotografen und Photoshop-Profis diese Features und Tools effektiv bedienen können.

© Mark Böhnen (100% Deckkraft)
© Mark Böhnen (100% Deckkraft)
Wasserzeichen können überall in der Aufnahme verankert werden. Bevorzugte Position für sie ist der untere rechte beziehungsweise linke Bildrand weil hierdurch die Bildaussage in der Regel nicht gestört wird. Die Kennzeichnung des Copyrights erfolgt somit meist außerhalb des Motiv-Schutzraums. Die Wahl der richtigen Größe ist eine Gradwanderung – zu groß gewählt lenken Wasserzeichen vom Bild ab, zu klein fallen sie nicht auf. Hinzu kommt, dass sie bei einer zusätzlichen Verkleinerung der Aufnahme im Nichts verschwinden.

Immer mehr Amateurfotografen bieten ihre Aufnahmen über Stock-Agenturen zum Verkauf an. Inwieweit man hier seine Aufnahmen, sofern es die Bildagentur zulässt, mit einem Wasserzeichen schützt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Nach unseren Recherchen liegen die Verkaufszahlen bei Aufnahmen mit Wasserzeichen niedriger, da eine Abneigung gegen solche Brandzeichen vorliegt.

Digitalfotografie 01 / 2016

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3 Kommentare

Für mich ist es eine Grundsatzentscheidung, die nicht primär mit dem Honorar zu tun hat: Wenn die eigenen Bilder von Dritten nicht unrechtmäßig - zu welchem Zweck auch immer - verwendet werden sollen, dann muss man die Bilder zwangsweise mit einem deutlich sichtbaren, schwer zu retuschierenden Wasserzeichen zupflastern. Hat natürlich den Nachteil, dass man potentielle Käufer abschreckt, aber nur so lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt m. E. ein wirksamer Schutz gewährleisten.

von Jan
20. Januar 2016, 15:25:27 Uhr

Der Artikel über das Schützen eigener Bilder ist sehr interessant. Ich schütze meine Bilder, die ich ins Netz stelle, auch seit einigen Monaten mit einem Wasserzeichen. Ist zwar kein hundertprozentiger Schutz, aber immerhin überhaupt einer.

von Gerlinger
20. Januar 2016, 13:20:01 Uhr

Es ist und bleibt eine Gratwanderung.

von Gerd Tomasch
20. Januar 2016, 10:08:49 Uhr

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