Fotomarathon selbst inszeniert

Auf Motivjagd mit seinen Freunden

© Blende, Dennis Mohrmann, Into the dark...
© Blende, Dennis Mohrmann, Into the dark…
Wer kennt es nicht: Endlich Ferien und dann taucht nach einigen Tagen Langeweile auf. Gerade wer in den Ferien nicht verreist, der fällt schnell einmal in ein kleines Freizeitloch. Damit das nicht passiert, haben wir eine witzige Fotoidee für Euch: Veranstaltet doch einmal einen eigenen Fotomarathon mit Euren Freunden. Das macht echt gute Laune.

Fotomarathons finden auf der ganzen Welt statt: Miami, Kiel, Oslo – überall treffen sich Menschen einmal im Jahr, um gemeinsam Jagd nach den schönsten, skurrilsten und/oder beeindruckendsten Motiven zu machen. Die Teilnehmer haben in der Regel 12 Stunden Zeit, die vorgegebenen Themen für sich zu interpretieren und müssen ihre Werke am Ende des Tages einreichen. Wer nicht auf den nächsten Termin in der eigenen Stadt warten möchte, der kann auch recht einfach seinen eigenen Fotomarathon mit seinen Freunden veranstalten. In folgenden sechs Schritten geht es ganz leicht:

  1. © Blende, Frank Seltmann, Marode Schönheit
    © Blende, Frank Seltmann, Marode Schönheit
    Überlegt Euch ein übergreifendes Motto. Das kann zum Beispiel ein Songtitel wie „Leichtes Gepäck“ ebenso sein wie ein Sprichwort wie „Morgenstund hat Gold im Mund“ sein. Natürlich dürfen es auch konventionellere Mottos sein wie etwa „Blaue Stunde“. Achtet bei der Wahl darauf, dass genügend Interpretationsspielraum übrig bleibt. Je freier der Oberbegriff, desto spannender und vielfältiger die Ergebnisse.

  2. Wählt Unterthemen und grenzt eventuell die Orte ein. Um es für alle einfacher zu machen, sich inspirieren zu lassen, empfiehlt es sich, Unterthemen für bestimmte Orte oder Bereiche festzulegen. Dies könnte in Hamburg etwa „Frische Fische“ oder „Alles Blau“ im Gebiet rund um den Fischmarkt sein. Wenn Ihr die Natur in Städten im Fokus haben wollt, dann bietet sich beispielsweise das Thema „Grüne Lunge“ an. Spannend finden wir auch so Themen wie Wolken, Treppen, Türklingeln, Haltestellen, Schaufenster etc. Die Unterthemen werden allen Teilnehmern zum Beispiel per Smartphone zugesandt, damit es über den Tag hinweg spannend bleibt. Wer mit einem „Fotomarathon Light“ starten möchte, kann auch schlicht bei einem einzigen Motto bleiben.

  3. © Blende, Hans-Jürgen Kopf, Treppencharme
    © Blende, Hans-Jürgen Kopf, Treppencharme
    Legt Zeitrahmen fest. Einen Zeitrahmen für die einzelnen Unterthemen und auch den gesamten Marathon festzulegen, kann helfen. Oft entstehen unter gewissen Druck nämlich die besten Ideen. Bei den Original-Fotomarathons ist es meistens maximal eine Stunde für ein Unterthema. Damit Ihr den benötigten Gesamtzeitrahmen besser abstecken könnt, solltet Ihr überlegen, wie lange es dauert, alle Unterthemen abzulichten. Beachtet dabei, dass häufig zwischen einzelnen Aufnahmeorten umhergefahren werden muss und deswegen mehr Zeit als nur die für das reine Fotografieren benötigt wird. Eine Tageskarte der öffentlichen Verkehrsmittel lässt Euch schnell von einem Motiv zum anderen gelangen.

  4. Dann kann es schon losgehen. Vor dem Start empfehlen wir:

  5. Checkt Euer Equipment. Hat jeder von Euch eine gut funktionierende Kamera? Sind alle Akkus aufgeladen? Habt Ihr an ausreichend Speicherkarte(n) gedacht? Sind in Eurer Fototasche eventuell notwendiges Zubehör wie Stativ, Filter oder Selbstauslöser verstaut? Denkt auch an einen Notizblock für Ideen zum reinschreiben.

  6. © Blende, Simone Bauer, Treppenhaus
    © Blende, Simone Bauer, Treppenhaus
    Beachtet die Vorschriften beim Fotografieren. Denkt daran, dass sich nicht jeder Platz für eine Aufnahme eignet - Privatgelände z.B. solltet Ihr nicht ohne die Zustimmung des Eigentümers betreten. Ähnlich verhält es sich mit dem Fotografieren von Menschen. Fragt diese vorher, ob sie damit einverstanden sind, wenn Ihr mehr als nur einen entfernten Schnappschuss von Ihnen anfertigt.

  7. Begutachtet Eure Werke. Vereinbart zum Abschluss einen Zeitpunkt, zu dem Ihr Euch an einem gemütlichen Ort mit PC, Fernseher oder sogar Beamer trefft. Dort könnt Ihr Eure Werke dann bestaunen und diskutieren. Ihr werdet überrascht sein, wie unterschiedlich jeder von Euch die Themen umgesetzt hat. Besonders in einer Collage kommt die Vielfalt gut zur Geltung! Alternativ könnt Ihr natürlich auch die besten Bilder mit einer Tüte Süßigkeiten prämieren. Beachtet aber, dass Ästhetik oft im Auge des Betrachters liegt und ein Fotomarathon vor allem Spaß machen soll.

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Freude und viele tolle Fotoideen auf Eurem Marathon!

Foto Jugend Ratgeber 12 / 2015

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