Fototipp: Klassenfahrt - Da wird fotografiert, was das Zeug hält

© Blende, Robert Hammann, Watt
© Blende, Robert Hammann, Watt
Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen und wenn es auf zur Klassenfahrt geht, dann hat man meist noch sehr viel mehr zu erzählen, und zwar nicht nur von den möglichen Streichen. Ja, und weil man das Erlebte mit seinen Klassenkammeraden nicht alles in Worte fassen kann, wird fotografiert, was das Zeug hält. Das ist auch gut so, denn die vielen Eindrücke lassen sich am besten durch Bilder und auch Videos wiedergeben – aber wem erzählen wir das, wo für Euch doch Bilder immer mehr die Sprache verdrängen und das angesagte Kommunikationsmittel sind.

Ich packe …

Sicherlich verfügt Ihr über ein Smartphone, dennoch solltet ihr – sofern ihr im Besitz seid – Eure Kamera einpacken, denn die bietet Euch definitiv mehr Möglichkeiten, um all Eure Erlebnisse einzufangen. Bitte verstaut die Kamera in einer speziellen Fototasche – sie hat nichts in Eurem Rucksack zu suchen, in dem sich womöglich auch noch eine Getränkeflasche befindet, die auslaufen könnte. Ja, und auf der Fahrt würden wir die Kamera auch nicht in den Koffer packen, denn an den kommt man bekanntlich nicht immer sofort dran. Vergesst nicht, das Ladekabel für Eure Kamera einzupacken. Wenn es ins Ausland geht, müsst Ihr eventuell an einen Adapter denken, denn die Steckdosen sind nicht in jedem Land gleich – übrigens trifft dies auch auf die Stromspannung zu. An Ersatzspeicherkarten solltet Ihr ebenso denken – also lieber zwei, drei mehr einpacken, denn nichts ist ärgerlicher als wenn die Speicherkarte voll ist. Ein kleines Reinigungsset passt sicherlich auch noch in Eure Fototasche – sehr nützlich ist beispielsweise ein Reinigungstuch für das Objektiv. Dies sollte immer sauber sein, denn es ist das Auge Eurer Kamera und wer läuft schon mit einer verschmutzten Brille rum. Sollte Euer Objektiv verschmutzt sein und Ihr ein solches Reinigungstuch nicht zur Hand haben, dann lasst es lieber so wie es ist als es beispielsweise mit einem Papiertaschentuch zu reinigen. In diesem befinden sich feinste Holzpartikel und die können das Objektivglas zerkratzen.

Immer mehr Personen sind heute auch in dem Besitz eines Tablets – eventuell habt Ihr ja auch eins, das Ihr mit auf die Klassenfahrt nehmt. Euch ist sicherlich schon aufgefallen, dass immer mehr Menschen auch mit ihrem Tablet fotografieren. Als fotografisches Notizbuch ist das Tablet sicherlich in Ordnung, aber es ist nicht als Ersatz für eine Kamera geeignet. Die Bildqualität ist oftmals nur für die Displayansicht geeignet. Zudem ist es sehr unhandlich, mit Tablets zu fotografieren.

Im Fokus: Klassenkameraden

© Blende, Sabrina Spurzem, Schatzsucher
© Blende, Sabrina Spurzem, Schatzsucher
Der überwiegende Teil Eurer Aufnahmen sind sicherlich Aufnahmen von Euren Klassenkameraden. Geht immer schön nah ran – die Gesichter können ruhig auch mal angeschnitten sein. Spielt mit der Perspektive. Auch, wenn gerade ausgerichtete Aufnahmen am weitesten verbreitet sind, so kann es auch mal schief zugehen. Wenn schief, dann aber richtig. Achtet bei Euren Aufnahmen auf den Hintergrund – es ist beispielsweise nicht schön, wenn sich im Hintergrund eine Laterne befindet und es bei Eurer Aufnahme dann so aussieht, als würde die Eurem Motiv aus dem Kopf wachsen. Vergesst nicht das Gruppenfoto von Eurer Klassenfahrt – hier könnt Ihr gemeinsam alle kreativ sein. Gruppenfoto bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass Ihr Euch in einer Reihe aufstellt. Damit Ihr auch mit aufs Bild kommt, sind Kameras mit Selbstauslöser ausgestattet. Einfach diesen Menüpunkt wählen, Auslöser betätigen und dann zur Gruppe rennen. Eure Kamera müsst Ihr natürlich irgendwo wie beispielsweise einer Mauer auflegen, weil Ihr wahrscheinlich kein Stativ dabei habt. Wichtig ist, dass Ihr die Kamera so positioniert, dass sie nicht herunterfallen kann. Zudem müsst Ihr auch darauf achten, dass von der Mauer nichts mit aufs Bild kommt. Also vorher auf das Display oder durch den Sucher schauen. Wenn Eure Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, dann aktiviert diese. In Folge werden mehrere Aufnahmen gemacht und das erhöht die Wahrscheinlichkeit für tolle Schnappschüsse von der Gruppe.

© Blende, Lukas Biskupek, Sonnenbrand
© Blende, Lukas Biskupek, Sonnenbrand
Sicherlich werdet Ihr mit Eurer Kamera auch Situationen einfangen, die spaßig und mitunter auch peinlich sind. Bitte stellt solche Fotos nicht ins Internet, mailt sie auch nicht herum oder verbreitet sie nicht über Dienste wie WhatsApp – jeder hat ein Recht an seinem Bild, auf dem er zu sehen ist. Aber selbst wenn Ihr fragt und es für denjenigen i.O. wäre, wenn die Aufnahme verbreitet wird, dann denkt daran, dass das Internet beispielsweise nichts vergisst. Die Fotos wird man auch in vielen Jahren noch entdecken können, und nicht jeden Blödsinn findet man dann noch lustig. Schon gar nicht solltet ihr Fotos im Internet zeigen, auf denen Leute schlecht wegkommen, die Ihr nicht mögt. Dann macht Ihr nämlich Mobbing; das tut anderen Menschen weh und kann Euch Riesenärger bescheren. Wenn Ihr wiederum Opfer von solchen Mobbing-Attacken werdet, schluckt es nicht hinunter, sondern bittet Eure Eltern oder Euren Klassenlehrer um Hilfe.

Nach der Klassenfahrt

© Blende, Mareike Mann, Lackiert
© Blende, Mareike Mann, Lackiert
Wenn Ihr wieder zu Hause seid, dann solltet Ihr Eure Aufnahmen natürlich sichern, denn nichts ist ärgerlicher als wenn Eure tollen Bilder unwiederbringlich weg sind. Stellt Euch einmal vor, es würde von Euch keine Aufnahme geben, als Ihr noch ganz klein wart. Ratsam ist, die Bilder nicht nur auf der Festplatte des Rechners zu speichern sondern, zum Beispiel auf einer externen Festplatte, die bestenfalls an einem anderen Ort aufbewahrt wird. Wenn Ihr Euch unsicher seid und/oder noch keine Erfahrung habt, fragt Eure Eltern, die bestimmt helfen können. Eure Aufnahmen von der Speicherkarte solltet Ihr erst dann löschen, wenn Ihr sichergestellt habt, dass die Übertragung der Bilddaten auch wirklich geklappt hat.

Mit Bildern viel machen …

Gesicherte Bilder sind zwar schön, aber da sieht man sie nur selten und vergisst womöglich, was man so alles mit seinem Smartphone und/oder der Kamera eingefangen hat. Damit Ihr Eure liebsten Aufnahmen immer um Euch habt, gebt sie auf Papier aus. Es gibt die unterschiedlichsten Bildformate – je größer, desto wirkungsvoller sind natürlich Eure Aufnahmen. Was aber auch richtig gut im eigenen Zimmer kommt, ist eine Fotowand, die Ihr immer wieder um Eure neuen Aufnahmen ergänzen könnt. So sind Euch Eure Freunde immer ganz nah. Ja, und wenn Ihr zum Beispiel bei Euren Klassenkameraden zum nächsten Geburtstag eingeladen werdet, dann könnt Ihr Eure Aufnahmen nutzen und habt auch gleich was zu verschenken. Die sogenannten Bilddienstleister haben ein riesiges Angebot – auf nahezu jedem Material könnt Ihr Eure Aufnahmen verewigen. Persönlichere Geschenke gibt es nicht!

Foto Jugend Ratgeber 04 / 2015

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