Fototipp Sonnenuntergänge

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© Blende, Andreas Trint, Himmelstraum im Hafen

Mal Hand aufs Herz, am Strand, wenn man so in die Ferne über das Wasser schaut und wenn die untergehende Sonne im Meer zu versinken scheint, dann werden wir alle zu Romantikern. Aber nicht nur das. Wir zücken unser Aufnahmegerät, um diese Impressionen in einmaligen emotionalen Bildern dauerhaft zu verewigen. Da verwundert es nicht, dass Sonnenuntergänge – und für alle die auch früh aufstehen – Sonnenaufgänge mit zu den beliebtesten Fotomotiven zählen. Sie gehören einfach mit zu den Aufnahmen, die man gemacht haben muss und die man sich immer wieder gern anschaut. Ja, und es müssen die eigenen Aufnahmen sein und nicht die der Freunde, die mit einem am Meer sind.

Sonnenuntergänge fotografieren kann jeder – schnell muss man allerdings sein, denn auch, wenn man es gar nicht glaubt, so entrückt die Feuerkugel schneller als gedacht. Dass Ihr Sonnenuntergänge mit Eurem Smartphone verewigen könnt, steht außer Frage. Tollere Aufnahmen gelingen Euch jedoch mit einer Kamera mit einem großen Zoombereich oder mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera und entsprechender Optik.

Noch einmal zurück zu den Smartphones, die als „Immer-Dabei-Kamera“ gelten. Wenn Ihr damit die untergehende Sonne fotografiert, so achtet darauf, dass die Optik sauber ist. Da die meist schutzlos ist, verschmutzt sie sehr schnell und das sieht man dann auch Euren Bildern an. Die Optik dürft Ihr nur mit speziell dafür vorgesehenen Reinigungstüchern säubern und niemals mit einem Papiertaschentuch. Damit zerkratzt ihr die Linse. Beim Fotografieren solltet Ihr darauf achten, dass Ihr das Smartphone gerade haltet. Je nach Smartphone ist das schon eine große Herausforderung. Darin sehen wir übrigens einen der großen Nachteile beim Fotografieren mit dem Smartphone. Sehr hilfreich sind hier kleine spezielle Stative für Smartphones – damit könnt ihr sie gerade ausrichten und dann läuft auch kein Meer mehr rechts oder links aus dem Bild. Was auch Spaß macht, sind zusätzliche Optiken, die man vor das Smartphoneobjektiv setzen kann.

Kommen wir nun zum Fotografieren mit der Kamera, die für uns das bevorzugte Aufnahmegerät ist. Wird ohne Stativ fotografiert, dann liegt eine Kamera wesentlich besser als ein Smartphone in der Hand, wodurch die Wahrscheinlichkeit auf tolle Fotos schon einmal steigt. Für eine Kamera sprechen aber auch, die, im Vergleich zum Smartphone, wesentlich bessere Optik und natürlich der sehr viel größere Funktionsumfang.

Nahezu jede Kamera verfügt über eine variierende Zahl an Kameramenüpunkten – hier solltet Ihr bei Eurer einmal schauen, ob „Sonnenuntergänge“ mit dabei sind. Die Kamera ist dann vom Werk aus dahingehend optimiert, dass Ihr den Sonnenuntergang richtig toll einfangen könnt.

Von Vorteil, und auch das spricht für die Kamera, ist eine lange Brennweite, also eine Teleoptik, mit der Ihr Distanzen überbrücken könnt und wodurch Ihr die Sonne formatfüllend ablichten könnt. Ein Stativ ist überaus nützlich. Es erleichtert Euch die horizontale Ausrichtung Eurer Kamera – nichts ist ärgerlicher, als wenn das Meer zur Seite ausläuft. Für ein Stativ spricht zudem, dass Ihr beim Spiel mit der Belichtungszeit mehr Freiheiten bei Eurem fotografischen Experiment habt.

Um keinen Moment der Momente zu verpassen, solltet Ihr für ausreichend Platz auf der Speicherkarte sorgen und möglichst Ersatzakkus mit dabei haben. Sofern Eure Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, aktiviert diese gerade in den letzten kritischen Sekunden bevor die Sonne im Meer versinkt.

Je nach Kameramodell besteht die Option, bei jedem Auslösen mehrere Bilder mit verschiedenen Belichtungen zu machen. Gerade wenn wenig Zeit für Korrekturen bleibt, können diese Belichtungsreihen helfen, in Verbindung mit der Serienbildfunktion, eine ganze Reihe von Aufnahmen in kurzer Zeit zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das perfekt belichtete Foto darunter ist, steigt mit jedem Klick. Allerdings ist die korrekte Belichtung eines Sonnenuntergangs kein Hexenwerk. Als Anhaltspunkt kann in jedem Fall eine über die gesamte Bildfläche ermittelte Belichtung dienen. Keinesfalls sollte eine Spotmessung auf die Sonne gemacht werden. Bei letzterem wird auf dem Bild kaum ein Sonnenuntergang mit roten Farben erscheinen als vielmehr eine durchschnittlich belichtete Sonne inmitten einer viel zu dunklen Umgebung.

Foto Jugend Ratgeber 06 / 2015

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2 Kommentare

Hallo Herr Löhr, vielen Dank für Ihre Anregung. Sofern uns die Angaben vorlagen haben wir sie jetzt mit aufgenommen. Schöne Grüße Prophoto-Team

von Prophoto-Team
19. Juni 2015, 16:55:09 Uhr

Hilfreich wären Beispiele von Blende und Belichtungszeit zum dazugehörigen Bild. Gruss Dieter

von Dieter Löhr
18. Juni 2015, 15:36:18 Uhr

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