Fototipp: Wischeffekte - Unscharfer Hintergrund

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© Blende, Michael O.A. Klapper, Dom im zeitlosen Raum

Wenn Ihr Euch Eure Bilder betrachtet, dann ist meistens alles – also vom Vorder- bis zum Hintergrund – scharf abgebildet. Heute möchten wir Euch mit unserem Beitrag dazu verleiten, dass Ihr den Wischeffekt für Euch entdeckt. Mit diesem könnt Ihr Bewegung vortäuschen und noch dynamischer erscheinen lassen, Euer Hauptmotiv durch einen weichgezeichneten Hintergrund noch besser zur Geltung bringen oder ganz tolle künstlerische Impressionen entstehen lassen, wenn Ihr zum Beispiel im Wald Baumstämme fotografiert.

Normalerweise lautet unsere Empfehlung ja, die Kamera ruhig zu halten, damit Eure Bilder nicht verwackeln. Heute ermuntern wir Euch, die Kamera während der Aufnahme mitzuziehen, also beispielsweise von links nach rechts zu ziehen. Wählt zuvor eine etwas längere Belichtungszeit von 1/15s oder 1/10s, damit Ihr den Wischeffekt erhaltet. Wenn Ihr beispielsweise Euern Hund beim Rennen fotografiert, so könnt Ihr auf diese Art die Bewegung noch schneller erscheinen lassen. Wie schnell Ihr Eure Kamera mitzieht, hängt natürlich auch von der Geschwindigkeit Eures Motivs ab. Hier müsst Ihr einfach ausprobieren. Dazu ist es ratsam, sich für den Anfang Motive auszusuchen, die nicht so schnell sind wie ein Hund. Das können Jogger oder langsame Radfahrer beispielsweise sein oder Eure Freunde, die an Euch vorbeilaufen. Zieht Eure Kamera gradlinig bei gleichbleibender Geschwindigkeit in die Richtung mit, in die sich Euer Motiv bewegt. Als optimaler Abstand zum Motiv gelten drei bis acht Meter.

Die Kamera richtet Ihr auf Euer herannahendes Motiv. Der Auslöser muss halb gedrückt sein, damit der Autofokus Euer Motiv erfasst. Durch den Bewegt-Modus wird die Entfernung (Schärfe) kontinuierlich angepasst. Den Auslöser müsst Ihr dann – gleichzeitig mit dem mitziehen der Kamera – ganz nach unten drücken, wenn Ihr meint, dass Euer Motiv die richtige Geschwindigkeit erreicht hat. Stellt an Eure ersten Aufnahmen nicht gleich zu hohe Erwartungen – sicherlich ist eine Vielzahl an Aufnahmen notwendig, bis Euer Bild so ist, wie Ihr es Euch vorgestellt habt.

Wie wir ja eingangs schon ausführten, ist das Mitziehen der Kamera auch bei statischen Motiven absolut spannend. Nicht jedes Motiv geeignet sich allerdings dafür. Sehr beliebt sind Baumstämme oder beispielsweise auch Getreide- und Maisfelder. Aber auch in der Landschaftsfotografie wird der Wischeffekt gern eingesetzt – dabei könnt Ihr die Kamera von rechts nach links (ober umgekehrt) ziehen beziehungsweise von unten nach oben (oder umgekehrt).

Der eine oder andere unter Euch wird sich womöglich fragen, ob er den Wischeffekt auch mit dem Smartphone, wenn es als Aufnahmegerät genutzt wird, zu erzeugen. Das wird schwerlich gelingen, denn versucht einfach mal Euer Smartphone schnell in eine Richtung zu bewegen und auszulösen. Hinzu kommt, dass eine Kamera Euch einen wesentlich größeren Spielraum an Einstellungen bietet und dass nicht nur die Optik besser ist, als bei einem Smartphone, sondern auch das Zusammenspiel von allen für die Aufnahmen wichtigen Komponenten.

Foto Jugend Ratgeber 04 / 2015

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