Gestaltungstipps für Abizeitung und Abibuch

Eine Abizeitung macht viel Spaß und ist, auch dank der darin verewigten Fotografien, ein wertvolles Erinnerungsstück, das auch Jahre später immer wieder durchgeblättert wird. Viele Wege führen zu einer Abizeitung beziehungsweise einem Abibuch. Wir haben ein paar Tipps für Euch zusammengestellt, die zu einem überzeugenden Werk führen. Ganz am Anfang steht das Inhaltsverzeichnis. Was soll aufgenommen werden und in welchem Umfang – die Seitenzahl sollte dementsprechend schon grob festehen und auch der Umfang der einzelnen Kapitel.

  • Bilder dürfen in der Abizeitung beziehungsweise dem Abibuch nicht fehlen. Vor der eigentlichen Gestaltung ist dementsprechend der erste Erfolgsfaktor die Bildauswahl. Unscharfe und schlecht belichtete Aufnahmen sollten von vorneherein aussortiert werden, denn ihre Schwächen werden im Druck noch deutlicher werden. Die einzige Ausnahme ist, wenn keine Alternative vorhanden ist oder Ihr genau den Effekt erzielen möchtet, dass ein Foto wie mit dem Handy gemacht aussieht. Weniger und dafür hochwertigere Aufnahmen erzielen aber oft eine bessere Wirkung. Auch eine Nachbearbeitung vorhandener Bilder kann oft schon mit geringen Mitteln einen großen Verbesserungseffekt bringen. Dabei helfen kostenlose Programme, wie Gimp oder Picasa (das auch von Einsteigern leicht zu erlernen ist), oder kostenpflichtige Programme, wie Lightroom und Photoshop (Elements).
  • Sind die Bilder ausgewählt, geht es ans eigentliche Layout. Eine enorme Hilfe dabei ist die Verwendung eines Layoutprogramms statt eines Textverarbeitungsprogramms wie Word. Ein Layoutprogramm erlaubt eine deutlich bessere Steuerung der Gestaltung, während man bei Textverarbeitungsprogrammen, wie Word, oft herumtricksen muss, damit Elemente an ihrem Platz bleiben. Auch bieten die Programme viele Hilfen, um schneller zum Ziel zu kommen, wie etwa Vorlagen für ganze Seiten. Beispiele für Profi-Layout-Programme sind etwa InDesign und Quark X Press. Es gibt aber auch kostenlose Alternativen, wie Scribus (Abbildung), die für die Gestaltung einer Abizeitung beziehungsweise eines Abibuches völlig ausreichen.
    Abizeitung Gestaltung Scribus
    Auch gute Fotobuchprogramme der Fotobuchservices können, je nach geplantem Werk, ausreichen. Wer Bücher bzw. Abizeitungen mit viel Text plant, greift jedoch besser zum Layoutprogramm.
  • Bei der Gestaltung selbst ist die wichtigste Regel Einheitlichkeit. Damit ist nicht gemeint, dass alle Seiten gleich aussehen – das würde schnell langweilig. Aber es sollte einen „roten Faden“ geben. Diesen bildet zum Beispiel die Verwendung von maximal zwei Schriftarten im ganzen Werk, die wiederum in nicht zu vielen unterschiedlichen Größen gezeigt werden. Ist eine Überschrift etwa auf der ersten Seite mit 20 Punkt angelegt, dann sollte sie auch auf den folgenden so formatiert werden. Formatvorlagen, die die Layoutprogramme bereitstellen, helfen dabei.

    Ideal ist auch eine einheitliche Anordnung von Bild und Textelementen. Profis verwenden dafür ein Raster. Das sind im späteren Druck nicht mehr sichtbare Hilfslinien, an denen man Bild- und Textelemente ausrichtet (Abbildung).

    Abizeitung Gestaltung Raster
    Mit einer Suchmaschine findet Ihr schnell entsprechende Vorlagen und Hintergrundinfos.

    Ihr macht Euch das Leben erheblich leichter und Euer Werk deutlich professioneller, wenn Ihr auf dieser Basis einige wenige Grundlayouts anlegt. Ein Grundlayout besteht aus einer festgelegten Anordnung von Bild- und Textelementen. Am besten erstellt Ihr eins pro Seitentyp, also zum Beispiel eins für die Abiturientenvorstellung, eines für Artikel und so weiter. Überladet die Seiten dabei mit nicht zu vielen Elementen – das sieht sonst schnell vollgestopft aus.

  • Wie bekommt man es hin, dass das Werk cool aussieht und trotzdem professionell wirkt? Lasst Euch dafür doch einfach von professionellen Zeitschriften inspirieren. Das geht sogar über die Webseiten wie von NEON.
    Abizeitung Gestaltung NEON
    Oder schaut mal zu Hause oder fragt im Abiturientenkreis herum, wer noch alte Ausgaben seiner Lieblingszeitschrift hat. Sie sind eine tolle Inspirationsquelle. Layouts nachzubauen – diese abzuwandeln ist nicht schwer und macht viel Spaß.
  • Schaut Ihr genau hin, entdeckt Ihr ganz automatisch viele Gestaltungsgrundregeln. Eine wichtige ist die Lesbarkeit von Text. Diese kann durch zu unruhige und durchscheinende Seitenhintergründe erheblich beeinträchtigt werden. Haltet Euch dabei lieber etwas zurück und wählt eher einen etwas neutraleren Hintergrund oder hinterlegt den Text mit einem Kasten, damit er lesbar bleibt.
  • Vergesst ganz am Schluss einen abschließenden Korrekturdurchgang nicht. Dabei geht es nicht nur um Rechtschreibfehler, sondern auch um Bilder mit zu niedriger Auflösung, richtige Aufbereitung der Druckdaten und so weiter. Eine erste Hilfe dazu bieten Layoutprogramme mit einer eingebauten Druckvorstufenprüfung, wie sie etwa Scribus beinhaltet (Abbildung) beziehungsweise InDesign mit dem Preflight-Check.

    Abizeitung Gestaltung Schlussprüfung
    Am besten fragt Ihr aber zusätzlich herum, ob es im Abiturientenkreis jemanden gibt, von dessen Eltern oder Geschwister jemand Grafiker ist oder das entsprechende Knowhow hat. Wer unsicher ist, sollte erst mal ein einziges Exemplar zur Probe herstellen lassen und dann herumzeigen. Es ist nichts ärgerlicher, als auf 200 Exemplaren zu sitzen, die einen peinlichen Fehler schon auf dem Titelbild haben.

Und nun noch der letzte Tipp: Fangt rechtzeitig an, denn Zeitdruck kann man einem Werk schnell ansehen. Zudem schleichen sich dann gern auch Flüchtigkeitsfehler ein.

Foto Jugend Ratgeber 01 / 2014

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2 Kommentare

Hallo Anton, wir raten, die Bilder neu einzuscannen und zwar mit einer Druckauflösung von 300dpi. Diese Mühe lohnt sich in jedem Fall, denn nur so ist eine ausreichende Bildqualität bei der weiteren Verarbeitung gegeben. Natürlich kann man die Bilder auch abfotografieren - die Qualität wird in diesem Fall, da es sich um schon kleine Vorlagen handelt,nicht zufrieden stellen. Ihr Prophoto-Team

von Prophoto-Team
28. Juli 2015, 15:08:45 Uhr

Hallo, die Ferien stehen jetzt auch in Bayern bald vor der Tür und nach dem Abi möchte unsere Schule jetzt eine größere Auflage der Schülerzeitungen auch extern verteilen. Da es jetzt leider spontan recht schnell gehen mussdachte ich mir ich frag es einfach direkt hier, weil ich den Artikel mit Interesse gelesen habe - eine Lösung für mein Problem habe ich leider dennoch nicht gefunden. Ich habe im Internet gelesen, u. a. hier http://www.abiprint24.net das eine Auflösung von mindestens 300 dpi ideal ist. Jetzt habe ich ein paar Bilder welche in das Dokument (PDF) eingefügt werden sollen, eingescannt, allerdings unterschreiten diese die Mindestvoraussetzung. Es bringt mir ja auch nichts die Bilder einfach in die PDF zu kopieren und dann lediglich die PDF in einer höheren Auflösung zu speichern oder? Die Bilder wären ja dann dennoch von minderer Qualität. Haben Sie eine Idee? Hatte es mir sogar schon überlegt die Fotos mit dem Smartphone abzufotografieren ^^ digital liegen die Bilder leider nicht mehr vor. Danke im Voraus!

von anton
28. Juli 2015, 11:57:10 Uhr

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