ISO - Was ist das eigentlich?

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© Blende, Matthias Müller, Leuchtspur

Immer wieder ist in der Fotografie im Zusammenhang mit der Belichtungszeit und der Blende von ISO die Rede. Der ISO-Wert, auf den Ihr Einfluss nehmen könnt, bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Der ISO-Wert darf nie allein betrachtet werden, denn er steht in Abhängigkeit zur Belichtungszeit und Blende.

Aber der Reihe nach. Die ISO-Werte nahezu aller Kameras entsprechen denen des analogen Films. Wird mit Film – also analog fotografiert – muss man sich bereits beim Kauf des Filmes für eine Filmempfindlichkeit von beispielsweise ISO 100, ISO 200 oder ISO 800 entscheiden. Fällt die Wahl auf einen 800-er Film dann bedeutet dies, dass der Fotograf auch unter nicht so guten Lichtbedingungen, beispielsweise in der Dämmerung, mit dieser hohen ISO-Empfindlichkeit noch zu guten Bildergebnissen gelangt, ohne eine zu lange Belichtungszeit oder eine zu offene Blende wählen zu müssen. Einher mit einer hohen Filmempfindlichkeit geht, dass die Aufnahmen meist körniger wirken. Viele Fotografen schätzen die Körnigkeit und setzen sie bewusst als Stilelement ein. Ein Film mit ISO 100 ist dann die beste Wahl, wenn gute Lichtbedingungen, wie an einem sonnigen Tag, vorliegen. Zurück zur Digitalfotografie.

Bei Digitalkameras erfolgt die Bildaufzeichnung statt Film über einen Sensor, der fest eingebaut ist. Ihr als Fotograf könnt über das Kameramenü auf die Empfindlichkeit des Sensors Einfluss nehmen – die Kameras bieten ISO-Werte an, die in der Regel zwischen ISO 100 und ISO 1.600 oder gar ISO 3.200 und noch höher liegen. Je höher der ISO-Wert ist, desto größer ist die Gefahr von sogenanntem Bildrauschen. Das äußert sich in Bildstörungen, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt haben. Die störenden Pixel weichen in Farbe und Helligkeit von denen des eigentlichen Bildes ab. Das Erscheinungsbild des Bildrauschens ist nicht direkt mit dem sogenannten „Korn“ bei der Fotografie auf Filmmaterial vergleichbar, hat jedoch ähnliche Auswirkungen auf die technische Bildqualität, insbesondere die Detailauflösung.

Je nach Kameramodell könnt Ihr den ISO-Wert genau festlegen oder auch als Variable definieren. Letzteres bedeutet, dass die Kamera je nach Lichtsituation und in Abhängigkeit von der Belichtungszeit und der Blende automatisch den optimalsten ISO-Wert festlegt: also erhöht oder herabsetzt.

Wir sind ein Freund des selbst definierten ISO-Wertes, der bevorzugt bei ISO 100 oder 200 liegt. Dies bedeutet bei schwachen Lichtverhältnissen jedoch, dass mit einer längeren Belichtungszeit und/oder offeneren Blende fotografiert werden muss, damit die Bilder nicht verwackelt sind. Liegt die Belichtungszeit unterhalb von 1/60 s, solltet Ihr ein Stativ verwenden oder die Kamera auflegen, denn ansonsten macht sich Eure Handunruhe in den Aufnahmen bemerkbar.

Zahlreiche Kameramodelle warten mit einer ISO-Beschränkung auf. Die ist sehr hilfreich, weil damit verhindert wird, dass mit einem zu hohen ISO-Wert fotografiert wird.

Foto Jugend Ratgeber 02 / 2015

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