Kameragröße - Macht es die Größe wirklich?

Kameragröße - Macht es die Größe wirklich?
Kameras gibt es in unterschiedlichen Größen – das ist für Euch natürlich nichts Neues. Der eine oder andere wird sich möglicherweise fragen, warum das so ist. Der Grund dafür ist, dass die Anbieter Euch für jeden Anlass die passende Kamera zur Verfügung stellen möchten. Nehmen wir hier nur die Action Cams, die meist recht klein sowie leicht sind und mit denen Ihr beispielsweise Eure sportlichen Aktivitäten fotografieren und filmen könnt. Wenn diese Kameras größer und somit schwerer wären, dann hätten sie ihren Zweck schlichtweg verfehlt. Wer hat schon Lust, mit einer Action Cam mit einem Gewicht von zwei Kilo oder mehr auf dem Helm die Piste runter zu donnern.

Ebenfalls sehr handlich und meist auch klein sind die sogenannten Outdoorkameras, die nahezu in jede Jackentasche passen und oftmals trendige Farben haben. Diese Kameras sind bestens für nasse und staubige Einsätze geeignet. Eines der vielen Beispiele wäre, wenn es an den Strand geht und man dort fotografieren möchte. Ihr kennt alle die salzige Luft oder wenn Euch der Wind die Sandkörner ins Gesicht treibt. Den Outdoorkameras kann das alles nichts anhaben, denn sie sind so konstruiert, dass weder Feuchtigkeit noch Sand und Staub ihnen was anhaben können. Praktisch ist, dass sie auch recht unempfindlich gegen Erschütterungen sind. Wenn diese Kameras mal runterfallen – was immer einmal passieren kann – dann ist das oftmals kein Beinbruch. Mit einigen Modellen kann man sogar schnorcheln und abtauchen – wie tief müsst Ihr nachlesen. Konstruktionsbedingt sind die Qutdoorkameras mit einem geringen Zoom ausgestattet, das heißt, Ihr könnt weit entfernte Objekte nicht so nah zu Euch heranholen. Auch das ist logisch, denn sobald das Objektiv beim Zoomen weiter ausfahren würde, könnte Sand und Staub zu Beschädigungen führen.

Eine weitere Kameragruppe sind die sogenannten Kompaktkameras – wie der Name schon zum Ausdruck bringt, sind sie sehr kompakt gebaut. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sind beträchtlich, und das zeigt sich mitunter auch in der Größe der Kameras. Manche Modelle haben nur einen kleinen Zoombereich und sind dementsprechend meist kompakter als die mit einem größeren Zoombereich. Wenn Ihr Euch überlegt, eine Kompaktkamera zu kaufen oder schenken zu lassen, so ist es ganz wichtig, darauf zu achten, ob sie gut in Euren Händen liegt. Testberichte, auch wenn man oft nicht alles versteht, sind sicherlich ein guter Anhaltspunkt, sollten aber aus unserer Sicht nie kaufentscheidend sein. Wir können Euch nur den Tipp geben, unterschiedliche Kameramodelle in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Nur so könnt Ihr feststellen, ob Ihr mit dem Kameramenü zurechtkommt und ob beispielsweise der Auslöseknopf für Euch auch gut bedienbar ist. Kompaktkameras gibt es auch in unterschiedlichen Farben, also nicht nur klassisch in schwarz und silber – die Farbe sollte aber aus unserer Sicht nicht alleiniges Kaufkriterium sein. Ihr wisst ja wie das mit den Farben ist – im nächsten Jahr ist wieder eine andere in. Je nach Kameramodell variiert natürlich auch die Ausstattung. Gerade wenn Ihr Einsteiger seid, dann sagen einem die aufgelisteten Features nicht. Das geht übrigens auch denen so, die bereits schon länger fotografieren. Fragt nach und lasst sie Euch zeigen. Nur dann könnt Ihr auch entscheiden, ob Ihr das auch wirklich braucht. Wir sind zum Beispiel immer wieder fasziniert von den Effektfiltern – andere hingegen legen darauf keinen Wert. Nur wie soll man wissen, was Effektfilter sind, wenn man ihre Funktion noch nie gesehen hat. Mit anderen sogenannten Features ist es nicht anders. Also keine Scheu haben und fragen. Überhaupt muss man vor der Kameratechnik keine Berührungsängste haben. Alle Kameras verfügen über einen Automatikmodus und alle anderen Einstellungen sind kein Hexenwerk. Einfach ausprobieren.

Und zu guter Letzt gibt es noch Kameras mit sogenannter Wechseloptik. Hier hat man einmal das Kameragehäuse und kann an diesem unterschiedliche Objektive anbringen. An Objektiven gibt es unter anderem:

  • Normalobjektive
  • Weitwinkelobjektive
  • Teleobjektive
  • Makroobjektive
  • Fisheye

Je nachdem, was man mit diesen Kameras fotografieren möchte, setzt man dann das entsprechende Objektiv ein. Wenn Ihr die Wirkungsweise von diesen Objektiven kennen lernen möchtet, so geht ins Geschäft und lasst es Euch zeigen. Mit Makroobjektiven könnt Ihr Kleines ganz groß herausbringen, mit Teleobjektiven holt Ihr Fernes näher zu Euch heran. Und mit Weitwinkelobjektiven, wie der Name schon sagt, könnt Ihr einen größeren Bildausschnitt erfassen, obwohl Ihr recht nah davor steht. Fisheyeobjektive sind extreme Weitwinkelobjektive. Mit ihnen kann man Motive durch Krümmungen ganz verrückt ablichten. Ja und die Normalobjektive sind für Alltagssituationen gedacht.

Bei den Kameras mit Wechselobjektiven unterscheidet man zwischen den sogenannten kompakten System- und den Spiegelreflexkameras. Erstgenannte sind in der Regel kleiner und dadurch handlicher. Alle Kameras mit Wechseloptik garantieren Euch den größten fotografischen Spielraum. Es ist sozusagen nichts unmöglich. Natürlich braucht Ihr etwas mehr Zeit, all die Funktionen kennen zu lernen. In der Regel sind diese Kameras teurer als hochwertige Kompaktkameras. Aber die Investition lohnt sich und gemessen an manchen Smartphonepreisen sind sie nicht teuer und Ihr nutzt sie länger. Und das Tolle an den Kameras ist, dass man Schritt für Schritt seine Fotoausrüstung ausbauen kann. Verschweigen möchten wir nicht, dass gerade mit diesen Geräten sorgsam umgegangen werden muss. So sollte man beispielsweise den Objektivwechsel nicht gerade dann vornehmen, wenn man sich in einer Staubwolke befindet. Diese Kameras sind auch empfindlicher gegen Stöße – Ihr müsst Euch vor Augen führen, dass sie technisch hochkomplex sind, auch, wenn sie sich einfach bedienen lassen.

Die Smartphones, als „Immer-Dabei-Kameras“, möchten wir natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen. Mit ihnen könnt Ihr auch tolle Fotos machen. Jetzt kommt das „Aber“. Smartphones müssen viel können und sie müssen vor allem kompakt, also klein und flach, sein, damit sie in die Hosentasche passen. Dies hat zur Folge, dass das Objektiv recht klein ist. Wir vergleichen das nun einmal mit einem Wasserhahn und einer Dusche. Wasser geben beide ab, aber durch einen Wasserhahn strömt weniger Wasser als durch eine Dusche. Ähnlich ist das auch mit dem Objektiv an Smartphones und denen an Kameras. Durch das kleinere Objektiv an Smartphones könnt Ihr aus fotografischer Sicht längst nicht so viel machen wie mit einer Kamera. Wenn Ihr beispielsweise in der Dämmerung mit dem Smartphone fotografiert, so werden Euch die Bildergebnisse nicht zufriedenstellen. Weit Entferntes könnt Ihr mit dem Smartphone auch nur bedingt heranholen. Wenn Ihr Euch die Aufnahmen einmal genauer auf einem großen Bildschirm anschaut, dann seht Ihr, wie pixlig diese sind. Natürlich habt Ihr die Option, Euch ein zusätzliches Smartphone-Objektiv anzuschaffen, das vor die Smartphonelinse geklemmt wird. Damit erschließt Ihr Euch schon ein paar mehr Möglichkeiten, aber längst nicht so viele wie mit einer Kamera.

Ob es nun die Größe bei einer Kamera macht, kann man allgemeingültig nicht einfach so sagen. Wie so oft im Leben kommt es auch bei einer Kamera auf die inneren Werte an.

Foto Jugend Ratgeber 06 / 2014

3 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden