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Der neue Fotomarkt: Mobile Imaging fördert die gesamte Fotografie

  • Stark wachsende Umsätze durch Smartphones
    plus Fotozubehör
  • Wachstum durch Umsteiger von Smartphone auf
    digitale Kameras
  • Größere Haushaltsabdeckung mit Fotoaufnahmegeräten
  • Kein Ende des Wachstums von Fotos und Videos in
    Sozialen Netzwerken
  • Neue B-to-B-Anwendungen mit Fotohandys sorgen für
    Erweiterung des Fotomarktes
  • photokina 2012 setzt Schwerpunkt bei Mobile Imaging

„Mobile Imaging gehört in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Trends der Fotobranche und erweitert den Markt signifikant“, so der Photoindustrie-Verband in Frankfurt am Main. Dieser Boom-Bereich subsummiert sich aus fotografischen Aufnahmegeräten (Handys mit Fotofunktion sowie Smartphones und Tablets mit eingebauter Kamera) plus dem jeweiligen Zubehör, den Dienstleistungen rund um Handys/Smartphones, wie entsprechende Foto-Apps und Bildprodukte, sowie den immer zahlreicheren Anwendungen in Freizeit, Hobby und Beruf.

„Die Fotofunktion bereichert Smartphones nachhaltig und macht sie noch begehrenswerter“, so der Photoindustrie-Verband. Allein die Anzahl verkaufter Smartphones stieg in Deutschland in 2011 zum Vorjahr auf mehr als zehn Millionen Stück (plus 40 Prozent), die einem Wert von über vier Milliarden Euro entsprechen. „Zusammen mit Digitalkameras, Camcordern, Fotohandys und Tablets mit Kameras wurden damit in Deutschland noch nie so viele Aufnahmegeräte verkauft wie in 2011“, stellt Christoph Thomas, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes, fest. Weiterhin schätzt der Photoindustrie-Verband, dass von den weit über vier Milliarden Fotos, die in 2011 in Deutschland ausgedruckt wurden, etwa 1,5 Prozent aus Smartphones oder Fotohandys stammen. Ergänzt wird der Mobile-Imaging-Markt durch die Millionen Downloads an kostenpflichtigen Foto-Apps sowie einem neuen, margenstarken Zubehörmarkt mit Produkten wie Objektivvorsätzen, Taschen, Stativen und Filtern speziell für Fotohandys und Smartphones.

Welche Kunden kaufen die vielen Smartphones?

Erwartungsgemäß am größten ist der Anteil der Smartphone-Nutzer bei den 20- bis 29-Jährigen mit fast 45 Prozent. Grundsätzlich gilt: Je höher der Bildungsabschluss eines Nutzers ist und je größer sein Einkommen, desto eher nutzt er ein Smartphone. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK hervor. Demnach nutzen zurzeit 18,2 Prozent der Deutschen, die über 14 Jahre alt sind, ein Smartphone und knapp 70 Prozent ein herkömmliches Handy – mindestens die Hälfte davon dürfte eine eingebaute Kamera haben. In Deutschland ist bereits jedes dritte Handy ein Smartphone – Tendenz weiter wachsend zu Gunsten der mobilen Alleskönner. Größte Förderer des Smartphone-Absatzes sind die sogenannten Provider: Bei einigen von ihnen sind bereits neun von zehn mobile Telefone aus der smarten Kategorie.

Wachstum durch Umsteiger von Smartphone auf digitale Kameras

Dieser Smartphone-Trend bleibt nicht ohne Auswirkungen: „Vor allem der traditionelle Fotomarkt verändert sich und wächst durch die überproportional starke Zunahme an Smartphones mit Fotofunktionen“, stellt Christoph Thomas fest. Die Veränderung des Fotomarktes führt er auf ein verändertes Fotografierverhalten der Konsumenten zurück: „Dadurch, dass die ‚Kamera im Handy‘ praktisch immer und überall ‚dabei‘ ist, werden ungleich mehr Szenen und Motive als früher im Bild festgehalten – und in der Regel zeitnah in soziale Netzwerke hochgeladen.“ Außerdem sorgen die über zehn Millionen verkauften Smartphones allein in 2011 dafür, dass Millionen von Menschen mit der Fotografie in Berührung kommen, die zuvor noch nicht zu den Fotobegeisterten gehörten. Christoph Thomas: „Aus dieser neuen Konsumentengruppe, die deshalb fotografiert, weil die Kamera in ihrem Fotohandy zum Produkt gehört und immer dabei ist, werden zusätzliche Interessenten für leistungsstärkere Kameramodelle wie System- und Spiegelreflexkameras generiert. Dies zieht zusätzliche Wachstumsschübe bei Fotozubehör und Bilddienstleistungen nach sich und lässt die Verbrauchergruppe der echten Fotoamateure immer größer werden, die sich auch in Fotocommunities austauschen und bereit sind, viel Geld für ihr Hobby auszugeben.“

Mobile Imaging – Potenziale durch Tablets

Der Photoindustrie-Verband sieht die Potenziale des Mobile Imaging nicht nur bei Smartphones, sondern auch bei Tablets, die in der Regel ebenfalls über ein eingebautes Kameramodul verfügen. Die flachen, mobilen Computer finden in Deutschland reißenden Absatz: Im Jahr 2011 wurden, laut GfK, über zwei Millionen Geräte verkauft, was einem Absatzplus von etwa 160 Prozent gegenüber 2010 entspricht. Der Tablet-Markt entwickelt sich damit noch rasanter als erwartet. In diesem Jahr sollen der Umsatz auf mindestens 1,3 Milliarden Euro sowie die Zahl der verkauften Tablets auf knapp drei Millionen Stück zulegen.

Mobile Imaging als neues Werkzeug

Eng verknüpft mit Smartphones, wie mit Tablets sind neue Fotoanwendungen, sogenannte Apps. Die Zahl der preiswert oder kostenlos verfügbaren Anwendungen für Endverbraucher umfasst mittlerweile viele tausende Apps, die sich vor allem um kreative Veränderungen der mit der Smartphonekamera aufgenommenen Bilder, spezielle Funktionen für Foto- und Videoaufnahmen oder die Teilnahme an Bildcommunities drehen. Aber auch im professionellen Einsatz wird die mobile Kamera zum Werkzeug: In Krankenhäusern sehen Chirurgen detaillierte Aufnahmen der Nasennebenhöhle oder Ultraschallbilder werden auf das iPad-Display übertragen. Oder: Um mit dem Patienten den bevorstehenden Eingriff zu besprechen, greift der Zahnarzt heute zum iPad und führt die Behandlungsschritte auf dem Display vor. Aber nicht nur im medizinischen Bereich wachsen die Mobile-Imaging-Anwendungen in Form von Apps: So wird das iPad via App zur Kommandozentrale und zeigt Liveaufnahmen verschiedener Überwachungskameras. Oder die eingebaute Kamera macht das Smartphone zum Business-Kartenlesegerät. Auch Immobilienmakler, Sachverständige und viele andere Berufsgruppen, die über Bilder kommunizieren, nutzen Mobile Imaging als neues Werkzeug in ihrem Beruf. „Wir sehen gerade in dem Bereich der Business-Anwendungen noch sehr große Umsatzpotenziale für Mobile Imaging im Allgemeinen und entsprechende Apps im Besonderen. Was diesbezüglich zählt, ist die zeit- und ortsunabhängige Kommunikation mit Bildern“, erläutert Christoph Thomas.

Mobile Imaging und Soziale Netzwerke

Ein wesentliches Segment des Mobile Imaging ist das Uploaden von Fotos und Videos in Soziale Netzwerke. Allein bei den führenden fotoaffinen Netzwerken Facebook, Photobucket oder flickr haben sich weltweit mittlerweile über 160 Milliarden Fotos angesammelt. Allein auf Facebook erfolgten in 2011 weltweit 1,75 Milliarden Fotouploads in der Woche. Auf YouTube werden täglich etwa eine Milliarde Videos angeschaut, die zu 80 Prozent mit videofähigen Handys aufgenommen wurden. Etwa 60 Prozent aller Bilder in Sozialen Netzwerken stammen von Smartphones und Co. – dieser Wert ächst jedoch sprunghaft an. Der Photoindustrie-Verband schätzt, dass die Anzahl der Videos aus Handys/Smartphones im vergangenen Jahr um das 14-Fache gestiegen ist.

Ansteigender Datentransfer braucht leistungsstarke Infrastruktur

Das Uploaden bedingt extrem hohe Datenmengen und deren Bewegungen bleiben nicht ohne Folgen: In allen deutschen Mobilfunknetzen kommt es zeitweise zu Engpässen. Denn die Datennutzung nimmt schneller zu als die Mobilfunker ihre Netze nachrüsten können. Die Folgen sind unter anderem unterbrochene Internetverbindungen. Erst mit der Einführung von LTE (Long-Term-Evolution), auch als 4G bezeichnet, wird sich das ändern. LTE ist ein neuer Mobilfunkstandard und zukünftiger UMTS-Nachfolger, der mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde deutlich höhere Downloadraten ermöglicht. Da das Grundprofil von UMTS bei LTE beibehalten wird, ist eine rasche und kostengünstige Einführung des neuen Standards möglich. Der Photoindustrie-Verband sieht in der Bereitstellung einer entsprechend leistungsstarken Infrastruktur eine wesentliche Voraussetzung für das weitere Wachstum des Mobile-Imaging-Marktes und fordert klare, schnelle Lösungen. „Von Seiten der Fotoindustrie haben wir alles getan, um moderne Smartphones, Tablets und Fotohandys mit leistungsstarken Foto-Features zu bestücken. Jetzt darf das Wachstum des Marktes nicht an anderer Stelle gebremst werden“, so der Vorsitzende des Photoindustrie-Verbandes.

Mobile Imaging – Wachstumspotenzial für den Bildermarkt

Wachstum durch Mobile Imaging erhofft sich auch der Bildermarkt. Allein mit Smartphones, so schätzt der Photoindustrie-Verband, werden monatlich in Deutschland durchschnittlich etwa 300 Millionen Bilder fotografiert. Bei einer durchschnittlichen Printrate von etwa 1,5 Prozent bei Handyfotos entspricht dies einem Volumen von 4,5 Millionen gedruckter Bilder pro Monat und 60 Millionen Stück pro Jahr – als Foto, im Fotobuch oder als Fotogeschenkartikel.

photokina 2012 und Mobile Imaging

Mobile Imaging wird auch eines der herausragenden Themen der kommenden photokina – World of Imaging – sein. Die vom 18. bis 23. September in Köln stattfindende internationale Leitmesse der Foto- und Imagingbranche zeigt sämtliche Facetten dieses neuen Marktes auf durch besucherorientierte Aktionen und Anwendungen sowie ein umfangreiches Fachprogramm rund um die internationale Mobile Imaging World.

Deutschland / Europa / Welt 02 / 2012

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