Flowers and more

Flowers and more Bildgalerie betrachten

Nobuyoshi Araki

Die aplanat galerie für fotografie in Hamburg zeigt noch bis zum 26. Juli 2008 die Ausstellung „Flowers and more“ mit Arbeiten von Nobuyoshi Araki. Die neue Reihe Flowers and Jamorinsky (2005/2006) ist eine Fortsetzung seines Blütenthemas und wird in großformatigen C-Prints gezeigt. Bondage-Aufnahmen aus den 1980/90er-Jahren und frühe Polaroids (Polanography) ergänzen die Ausstellung.

Tabubrecher, Frauenseelenfänger, Genie mit Hang zur Anarchie - Nobuyoshi Araki ist unbestritten einer der radikalsten und einflussreichsten Photographen unserer Zeit. In seinem Schaffen außerordentlich produktiv und innovativ, gilt er - weit über das Gebiet der Photographie hinaus- als eine der wichtigsten Figuren in der aktuellen Kunstlandschaft. Mit seiner provokanten Thematisierung sozialer Tabus rund um Sexualität und Tod sorgt der Künstler auch nach Jahren im Kunstbetrieb immer wieder für heftige Kontroversen.

Araki entzieht sich einer Einordnung in die Standard-Kategorien von Kunst, Reportage oder Werbung. Seine Photographien gefesselter Frauen machten ihn international berühmt, doch sie trugen ihm auch den Ruf des Pornographen ein. „Ich umschnüre den Körper der Frauen, weil ich weiß, dass ich ihre Seele nicht zu fesseln vermag. Binden lässt sich nur ihre Physis. Die Frauen zu umschnüren läuft in einem gewissen Sinne darauf hinaus, sie zu umarmen, zu liebkosen", sagt Araki selbst zu seinen Motiven. Und: Eine Bondage-Serie, sei wie jede seiner Porträtaufnahmen, Ergebnis einer „Ménage à Trois“, in der allen Beteiligten - Photograph, Kamera und Modell - eine gleichwertige Rolle zukommt. Ohnehin sieht sich Araki selbst weniger als Erotomane, denn als obsessiver Dokumentarist seines eigenen Lebens. „Ich bin die Kamera“, sagt er, und „Ich wäre nichts ohne die Photographie. Photographie ist Leben“. Weitere Informationen: www.aplanat.de
 

Fotoausstellungen 06 / 2008

71 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden