Ausstellungen der Leica Galerie Solms im zweiten Halbjahr

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Leica Akademie Kursteilnehmer

Auch im zweiten Halbjahr 2010 zeigt die Leica Galerie Solms in einem monatlich wechselnden Ausstellungsprogramm wieder eine Bandbreite herausragender Fotostrecken nationaler und internationaler Fotografen.

Juli / Leica Akademie Kursteilnehmer / „Die Insel Rügen“

Unter dem Titel „Die Insel Rügen“ stellen Kursteilnehmer der Leica Akademie die Bildergebnisse ihrer Fotoreise vor. Zusammen mit dem Fotografen Heinz Teufel haben sie die Insel auf einer fünftägigen Tour erkundet. Rügen hat viele Facetten zu bieten: die Steilküste mit den Kreidefelsen – schneeweiße Kreide durchzogen von schwarzen Streifen-, oder das Mönchsgut, eine kilometerlange Landzuge im Süd-Osten der Insel bedeckt mit Kornfeldern und durchwachsen von Mohn und Kornblumen. Im Kontrast dazu steht die Architektur, wie sie in den Städten und Gemeinden Sellin, Putbus und Lauterbach zu finden ist. Bäder- und klassizistische Herrschaftsarchitektur dokumentieren hier die kulturelle Vergangenheit der Insel. Dieser Querschnitt durch die landschaftliche und architektonische Schönheit von Rügen ist im Juli zu bewundern.

August / Jeff Mermelstein / „Twirl / Run“

Für die Fotoausstellung „Twirl / Run“ hat Jeff Mermelstein im August eine Auswahl an Fotografien zusammengestellt, die auf seinen Entdeckungsreisen durch die Straßen von New York entstanden sind. Was die Metropole für ihn so besonders macht, ist weniger die komfortable Geschäftswelt mit ihren Bürokomplexen, sondern das Leben auf der Straße. Chaotisch, spontan und zufällig. Ähnlich liest sich auch die Entstehungsgeschichte des Fotoprojektes „Twirl / Run“. Denn beim Archivieren und Sichten seiner zahlreichen Negative erkannte Mermelstein ganz zufällig ein geschlechterspezifisches Verhaltensmuster, das er in seinen Aufnahmen von Menschen auf der Straße immer wieder fand. Es handelt sich hierbei um Gesten – allgegenwärtig und trotzdem willkürlich -, die sich mit einem Augenzwinkern fast unter dem Motto „typisch weiblich“, „typisch männlich“ zusammenfassen lassen. So stehen im Mittelpunkt seiner Frauenporträts junge Frauen, die sich gedankenverloren mit ihren Haaren beschäftigen. Was sie auch tun und wohin sie sich bewegen, geistesabwesend wickeln sie Haarsträhnen um den Finger. Anders bei den Männern. In den Aufnahmen von Mermelstein sind sie hyperaktiv. Ihr typisches Markenzeichen ist die Bewegung und laufend, fast rennend, scheinen sie dabei stets in großer Eile. Die gezeigten und weitere Aufnahmen sind auch in dem Fotobuch „Twirl / Run“ veröffentlicht, das Ende 2009 erschienen ist.

September / Jim Rakete / „Straßenkinder“

Im September ist Jim Rakete mit seiner Fotoausstellung „Straßenkinder“ in der Leica Galerie Solms vertreten. Stellvertretend für eine stetig wachsende Gruppe Jugendlicher in Not hat er 27 von ihnen in sein Fotostudio eingeladen. Die entstandenen Porträts formulieren alle eine Botschaft: Es kann eine Perspektive geben für diejenigen, die von Armut so direkt betroffen sind, dass sie keinen Platz mehr in der Mitte der Gesellschaft finden. Für das Scheitern Jugendlicher gibt es unzählige Ursachen, aber für das Ende der Rutschbahn aus Bildungsnot, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Hunger helfen indes nur eine Handvoll Maßnahmen. Und alle beginnen damit, dass man dem Blick dieser Menschen standhält und schaut, was fehlt. Jim Rakete über sein Projekt: „Die Gesichter, die uns auf diesen Bildern anschauen, blicken nicht mehr in den Abgrund aus Selbstverachtung und Zukunftsangst. Sie haben sich dem KARUNA Programm angeschlossen, arbeiten regelmäßig in Werkstätten, essen wieder gesund, sind ärztlich betreut und haben ein Dach über dem Kopf. Von den Mitteln, die in dieses vielfältige Programm durch Spenden fließen, wird der weitere Weg dieser Jugendlichen abhängen. Wir können ihnen ins Gesicht schauen und entscheiden: Ob wir uns in diesen Zeiten knapper Haushaltslagen mit tatkräftiger Hilfe engagieren wollen oder weiter ihrem Blick ausweichen, ihnen in der nächsten Fußgängerzone Kleingeld in die Pappbecher tun und meinen, wir hätten damit geholfen. Falls in einigen Augen auf den Bildern so etwas wie Hoffnung zu sehen ist, mag das auch daran liegen, dass es gerade jetzt, inmitten der Krise, so viele gibt, die angefangen haben zu helfen.“ KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not International e. V. wurde 1990 in Berlin gegründet. Der Verein möchte dem Gemeinwohl dienen, indem er Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Lebenssituationen hilft, ein würdevolles, gesundes und unabhängiges Leben zu führen. Schirmherrin der Karuna e.V. ist die Schauspielerin Hannelore Elsner.

Oktober / Klavdij Sluban / „East to East”

Der Oktober ist dem Gewinner des European Publishers Award 2009, Klavdij Sluban, und seiner prämierten Fotostrecke „East to East“ gewidmet. Seine Schwarzweißaufnahmen nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in den östlichen Teil der Welt. Die Strecke legt er mit der Transsibirischen Eisenbahn zurück. Es geht von Moskau nach Peking, über Lhasa, vom Baltischen zum Schwarzen Meer. Sluban hat die vorbeiziehende Landschaft festgehalten und erzählt anhand der Bilder eine Geschichte des fernen Ostens. Dabei dokumentiert der Fotograf keine objektive Realität. Seine Aufnahmen sind vielmehr einzelne, kostbare Momente, gesehen mit den Augen eines leidenschaftlich Reisenden. Auffällig ist, dass, trotz weitläufiger Landschaft, kaum Menschen zu sehen sind. Die Natur ist überall vorherrschend – menschenleer und still. Die Ruhe wirkt erdrückend. Alles erscheint bewegungslos, fast leblos und im Stillstand verharrt. Der Osten scheint verlassen, auch über die Grenzen Europas hinaus. Klavdij Sluban, geboren 1963, ist in Slowenien und Paris aufgewachsen. Das Reisen gehört zu seinen großen Leidenschaften. Seine Arbeiten sind in Ausstellungen auf der ganzen Welt zu finden.

November / Claire Yaffa / „Fotografen Porträts“

Unter dem Titel „Fotografen Porträts“ zeigt Claire Yaffa im November die Ikonen unter den Fotografen. Henri Cartier-Bresson, Alfred Eisenstaedt, Elliott Erwitt, Robert Frank, Leonard Freed, Ralph Gibson, Duane Michals, Inge Morath, Marc Riboud, Thomas Hoepker, Gordon Parks – sie alle haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von der Fotografin ablichten lassen. Das Gesamtprojekt umfasst mittlerweile über 40 Schwarzweißporträts. Die Ausdauer, mit der Claire Yaffa das Projekt noch immer verfolgt und erweitert, zeugt von ihrer Freude am eigenen Beruf. Gleichermaßen vermitteln die liebevoll erstellten Porträts den großen Respekt, den die Fotografin den Menschen gegenüberbringt, die sie und ihre eigene Arbeit so stark beeinflusst haben. Duane Michals fasste es einmal so zusammen: „Die Quelle ihrer Leidenschaft ist die Liebe zum Beruf, nicht der Ehrgeiz.“ Claire Yaffa ist seit 1966 als Fotografin tätig. Sie hatte bereits zahlreiche Veröffentlichungen in Magazinen und Tageszeitungen, wie der New York Times.

Dezember / Norbert Rosing / „Wildes Deutschland“

Den Abschluss des Ausstellungsprogramms bildet im Dezember Norbert Rosing mit seinem Fotoprojekt „Wildes Deutschland“. Zu sehen sind einzigartige Landschaftsaufnahmen, die der leidenschaftliche Leica Fotograf in den National- und Naturparks Deutschlands zu allen Jahreszeiten aufgenommen hat. Die Fotografien sind Bestandteil des Fotobuches „Wildes Deutschland. Bilder einzigartiger Naturschätze“, das im National Geographic Verlag erschienen ist und im Mai 2010 in die sechste Auflage ging. In seiner Fotostrecke zeigt Norbert Rosing eine andere Facette Deutschlands, fernab von Autobahnen und dichter Bebauung. Denn die Republik hat auch ein naturbelassenes, wildes Gesicht. Oftmals liegt es verborgen jenseits vielbelebter Straßen, manchmal auch direkt vor unserer Haustür. Zwischen Ostsee, Nordsee, Harz, Eifel und Berchtesgaden offenbart sich eine unglaubliche Vielfalt an Vegetations- und Landschaftstypen, die in Mitteleuropa kaum vermutet werden. Beeindruckende Aufnahmen von Sandstränden, riesigen Schlickflächen, arktischen Mittelgebirgen, Sandsteinfelsen im Pfälzer Wald und in der Sächsischen Schweiz, dem Urwald des Bayerischen Waldes bis zum Hochgebirge um den Watzmann laden zu einer Entdeckungsreise ein. Die gezeigten Fotografien einzelner Ausstellungen können käuflich erworben werden. Angaben über Preis und Größe der Abzüge sind auf Anfrage erhältlich.

Die Leica Galerie Solms im Werksgebäude der Leica Camera AG in der Oskar-Barnack-Straße 11 ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr sowie samstags von 8 bis 14 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: www.leica-camera.com.

Fotoausstellungen 06 / 2010

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