DOCMA Award 2015: Im Blitzlicht – Wenn Privates öffentlich wird

1. Platz, Kategorie Lehrlinge
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1. Platz, Kategorie Lehrlinge
Martin Rehm – Do whatever want and whenever you want it.

Das Museum für Kommunikation Frankfurt (Frankfurt am Main) präsentiert noch bis zum 25. Oktober die Fotoausstellung „DOCMA Award 2015: Im Blitzlicht – Wenn Privates öffentlich wird“ mit rund 50 ausgezeichneten und überaus sehenswerten Fotografien, die alle trefflich das Thema der Aufgabenstellung in sich tragen und in ihrer Interpretation aber nicht hätten unterschiedlicher ausfallen können. Die Qualitäten der Preisträgerfotos, die aus über 1.000 Einsendungen ermittelt wurden, sind fesselnd, mit Charme, Witz, Kritik und unendlich viel Humor. Das macht die Fotoausstellung nicht nur abwechslungsreich sondern hier und da denkt man, vor seinem Spiegelbild zu stehen und fühlt sich ertappt aber auch wachgerüttelt. Die Location mit dem Museum für Kommunikation Frankfurt für den „DOCMA Award 2015: Im Blitzlicht – Wenn Privates öffentlich“ hätte für uns trefflicher nicht gewählt werden können und passt dementsprechend wie die Faust aufs Auge.

Der DOCMA Award, der von der Bildbearbeitungs- und Fotofachzeitschrift DOCMA seit 2003 jährlich ausgeschrieben wird, gilt als der renommierteste Wettbewerb für digitale Kunst und das nicht nur im deutschsprachigen Raum. Sehen und gesehen werden: Schon immer gab es ein Interesse am Privatleben anderer und den Wunsch, sich selbst zu präsentieren. Dank der Digitalfotografie mit ihren schier nicht enden wollenden Möglichkeiten in Verbindung mit den medial wachsenden Optionen verlassen Fotografien in Sekundenschnelle den privaten Raum. In diesem Jahr stand beim DOCMA Award das Verhältnis zwischen Kamera und Privatsphäre im Fokus. Welche Kameraeinstellung sorgt für das nötige Rampenlicht, welche Perspektive für Intimität? Was passiert, wenn Privates öffentlich wird? Dieser Frage stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Mitteln der Fotografie, der digitalen Bildbearbeitung und der Fotomontage. In kunstvoller, kritischer, aber auch humorvoller Auseinandersetzung mit dem Thema gelangten sie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Die Bilder greifen die Perspektive des versteckten Voyeuristen auf, zeichnen offensive und kuriose Selbstdarsteller oder enthüllen peinliche Szenen des Alltags.

Wie einige Arbeiten der Ausgezeichneten entstanden sind macht die Präsentation gleich rechts am Eingang zur Ausstellung augenfällig. Dies ist gelungen – man erhält wunderbare Einblicke in die Welt der digitalen Bildbearbeitung und wertvolle Impulse für die eigene künftige Schaffenskraft. (https://www.youtube.com/watch?v=ESX2FTd-Kic)

Die eingesandten Arbeiten wurden, wie nicht anders bei einem Award zu erwarten, von einer fachkundigen Jury in den drei Kategorien „Meister“, „Gesellen“ und „Lehrlinge“, denen sich die Teilnehmer selbst zuordnen konnten, bewertet und ausgezeichnet. Mit den rund 50 besten Einsendungen zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt noch bis zum 25. Oktober 2015 in einer Ausstellung die verschiedenen Facetten des Themas.

Wer die Ausstellung besucht, kann auch Teil dieser werden. In einer interaktiven Installation kann man hier als Besucher mit dem eigenen Bild in die Schlagzeilen geraten und spielerisch erleben, wie schnell Privates öffentlich werden kann. Aber keine Angst, denn diese Aufnahmen verlassen das Museum für Kommunikation Frankfurt nicht.

Bad Pixel Award 2015 – Zusammen mit dem DOCMA Award kürt das Magazin DOCMA zudem jährlich die schlechteste Fotomontage und nimmt dafür Anzeigen und Werbekampagnen kritisch unter die Lupe. Preisträger ist in diesem Jahr Sixt Autovermietung mit einer Werbeanzeige, bei der weder Perspektive noch Lichteinfall stimmig sind.

Am Tag der Eröffnung – wir machten davon Gebrauch – konnten sich die Besucher der Ausstellung von DOCMA-Chefredakteur Christoph Künne im Glamourlicht fotografieren lassen. Dass er nicht nur die Sprache brillant versteht sondern auch das Handwerk der Fotografie zeigte sich in der Pop-up Ausstellung. Genial war und ist, dass dank der Unterstützung durch Fujifilm und Profoto zudem jeder Teilnehmer sich in Form eines Papierabzugs mit nach Hause nehmen konnte.

DOCMA-Magazin

Das DOCMA-Magazin ist die führende Zeitschrift für Bildbearbeitung, die dieses facettenreiche Thema brillant für seine Leserschaft zu spielen versteht. Im Fokus der Magazin-Macher, Doc Baumann und Christoph Künne, stehen zudem Portfolios, Bildanalysen, Wissenswertes wie beispielsweise zur Weiterentwicklung von Sensoren oder 4K – Filme und mehr, Produktneuheiten, Nachrichten aus der Branche und so vieles mehr.

Fotoausstellungen 07 / 2015

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1 Kommentare

Bildbearbeitung, Fotografie und Montagen vom Feinsten. Absolut sehenswert. Seher-Design www.seher-design.de

von Christoph Seher
09. Juli 2015, 21:59:28 Uhr

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