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Deutsche Börse Photography Prize 2011

Die Deutsche Börse in Frankfurt am Main präsentiert noch bis zum 30. September 2011 in The Cube in Eschborn die Ausstellung des „Deutsche Börse Photography Prize 2011“. Gezeigt werden die Werke der vier Finalisten der internationalen Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie: Thomas Demand (Deutschland), Roe Ethridge (USA), Jim Goldberg (USA) und Elad Lassry (Israel). Die Ausstellung kann im Rahmen von Kunstführungen besichtigt werden.

Alle vier Künstler loten auf je eigene Art das Medium Fotografie zwischen Dokumentation, Assoziation und Konstruktion aus. Thomas Demand fertigt lebensgroße, dreidimensionale Papiermodelle von öffentlichen Orten an, die er anschließend abfotografiert. Seine Fotografien irritieren durch den Widerspruch, der aus der Exaktheit der Details und ihrer makellosen Künstlichkeit entsteht – und stellen so unsere Realitätswahrnehmung in Frage. Roe Ethridge bedient sich in seinen Arbeiten an Bildmaterial aus der Werbung, deren bunte, oberflächliche Motive er neu arrangiert. Indem er die Grenzen zwischen dem alltäglichen und intellektuellen Bild verwischt, wird sein Umgang mit Fotografie zum Angriff auf die Konventionen des Mediums. Jim Goldbergs Bilder der Serie „Open See“ dokumentieren die Erfahrungen von Flüchtlingen und Immigranten, die auf der Suche nach einem besseren Leben aus kriegsgebeutelten und zerstörten Ländern nach Europa kommen. Goldberg gelingt es, durch die Zusammenstellung von Polaroids, Videos und Fotoabzügen die Schicksale der Protagonisten eindrucksvoll nachzuerzählen. Elad Lassry zieht zur Inspiration analoges Quellenmaterial, wie Werbeaufnahmen oder Agenturbilder, heran, die er zu süßlich-klischeehaften Collagen verdichtet. Lassry bedient sich dabei der Darstellungsweise der Produktfotografie. Im ständigen Wechsel zwischen selbst erstelltem und gefundenem Bild laden seine Werke ein, Fragen der Autorschaft, Originalität und Inbesitznahme zu diskutieren.

Der Deutsche Börse Photography Prize 2011 wurde am 26. April in London an Jim Goldberg für seine Ausstellung „Open See“ in der Photographers’ Gallery vergeben.

Der Deutsche Börse Photography Prize zeichnet jährlich einen zeitgenössischen Fotokünstler aus, der im vorangegangenen Jahr mit einer Ausstellung oder Publikation einen bedeutenden Beitrag zur Fotografie in Europa geleistet hat. Die Auszeichnung gibt einen umfassenden Einblick in die aktuellen Strömungen der internationalen Fotografie. Sie wird seit 1996 von The Photographers’ Gallery, London vergeben. Die Gruppe Deutsche Börse ist seit 2005 Titelsponsor.

Die Gruppe Deutsche Börse zählt zu den weltweit führenden Börsenorganisiationen und ist einer der wichtigsten Förderer im Bereich Fotokunst. Die Art Collection Deutsche Börse umfasst mehr als 800 überwiegend großformatige Arbeiten von rund 80 internationalen Künstlern. Die Kunstwerke werden an den Hauptstandorten der Gruppe – in Eschborn und Luxemburg – gezeigt. In der neuen Konzernzentrale in Eschborn finden regelmäßig Führungen durch die Sammlung statt. Dort lädt die Deutsche Börse auch zu Wechselausstellungen ein, die auch jungen Fotokünstlern eine Plattform bieten. Darüber hinaus fördert das Unternehmen Ausstellungsprojekte internationaler Museen und Institutionen. Weitere Informationen zur Gruppe Deutsche Börse und ihrer Sammlung finden Sie unter www.deutsche-boerse.com/art.

Fotoausstellungen 08 / 2011

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Jim Goldberg, DEMOCRATIC REPUBLIC OF CONGO, 2008

"DEMOCRATIC REPUBLIC OF CONGO, 2008"
Jim Goldberg

Roe Ethridge, Ballet Studio (Casia), 2010

"Ballet Studio (Casia), 2010"
Roe Ethridge

Elad Lassry, Man 071, 2007

"Man 071, 2007"
Elad Lassry

Thomas Demand, Parlament / Parliament, 2009

"Parlament / Parliament, 2009"
Thomas Demand