Erika Sulzer-Kleinemeier

documenta 1972 Bildgalerie betrachten

"documenta 1972"
© Erika Sulzer-Kleinemeier

Noch bis zum 17. August 2007 sind in der Freelens Galerie, Steinhöft 5 in Hamburg die photographischen Arbeiten von 1967 bis 2003 der Photographin Erika Sulzer-Kleinemeier zu sehen. Das Augenmerk der Photographin gilt zentralen historischen Ereignissen und wichtigen Persönlichkeiten genauso wie dem täglichen Leben der kleinen Leute. Ihre Photographien thematisieren die Verflechtung von Politik und Alltagsgeschehen. Sie zeigen menschliche Momente in der Politik, vor allem aber erzählen sie vom kämpferischen und politischen Einsatz des Einzelnen, der für seine Vorstellungen auf der Straße kämpft. Demonstrationen sowie andere Formen des demokratischen Widerstands ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre engagierte Schwarzweißphotographie. Die Anfänge der Friedensbewegung, der Studentenunruhen, der Hausbesetzungen, des Protests gegen Atomkraft und die zunehmende Arbeitslosigkeit sind nur einige der Bewegungen, deren Entwicklung Erika Sulzer-Kleinemeier als Bildjournalistin für verschiedene Printmedien begleitet hat. Ihre Arbeit zeichnete sich dabei von Anfang an durch die Eigenständigkeit ihrer Perspektive und Bildsprache aus. Ihre Aufnahmen verdichten das Geschehen in aussagekräftigen und ausdruckstarken Bildern und bewahren doch gleichzeitig eine reflexive Distanz zum Medium Photographie. Die Ausstellung zeigt Bilder aus den Jahren 1967-2003 und gibt damit einen Einblick in das umfangreiche Werk von Erika Sulzer-Kleinemeier und in das Bildgedächtnis Deutschlands. Ergänzt werden die Photographien durch persönliche, tagebuchartige Texte, die über eine bloße Bildunterschrift hinausweisen und dem Betrachter einen Einblick in den historischen Kontext gewähren.

Erika Sulzer-Kleinemeier wurde 1935 in Rostock geboren, lebt und arbeitet als freie Photographin in Gleisweiler an der südlichen Weinstraße. Ab Mitte 1955 studierte sie Photographik und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seit den späten 1960er Jahren arbeitete sie als Bildjournalistin für zahlreiche Zeitungen und Magazine, unter anderem „Der Spiegel“, „Die Zeit“, „Frankfurter Rundschau“, „Rheinischer Merkur“, „die tageszeitung“, „Telegraph Magazine“ oder die „Washington Post“. Ihre Photographien wurden vielfach ausgestellt. In den letzten Jahren wurde ihre Arbeit auch im Kunstkontext gewürdigt, etwa im Rahmen der Einzelausstellungen „Augenblicke des Zeitgeschehens“ im Kunstverein Wolfsburg 1999 und „Erika Sulzer-Kleinemeier. Photographien“ in der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal 2006 oder durch ihre Teilnahme an der Gruppenausstellung „Der Dritte Sektor“ in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig 2002. Weitere Informationen: www.freelens.com.
 

Fotoausstellungen 06 / 2007

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