Formel 1 - Hautnah!

Jiří Křenek, USA 2006 Bildgalerie betrachten

"USA 2006"
© Jiří Křenek

Mit dem jungen tschechischen Fotografen Jiří Křenek (geb. 1974 in Prag) stellt das Ludwig Museum in Koblenz noch bis zum 23. August 2009 einen Bereich von Fotografie vor, der bislang eher selten in einem Kunstmuseum gezeigt wurde. Die Welt des Sports und des Kommerz zieht ohnehin nur gelegentlich in die Zonen der Kunst. In diesem Fall lohnt sich jedoch die Ausnahme: Jiří Křenek ist seit 1992 für die Prager Motorsportmagazine des Axel Springer Verlags - Svet Motoru, Autotip, Autoexclusive, F-1 Racing, Autoprofi - tätig. Jahrelang hat er den Tross um Michael Schumacher & Co. als Sportfotograf begleitet und gehört heute zu den von der FIA-Zentrale in Paris ausgewählten 85 Formel 1-Fotografen aus aller Welt, die nach strengen Vorgaben jährlich neu akkreditiert werden.

Jiří Křenek wurde unter anderem in Paris auf dem jährlich stattfindenden „Festival Automobile International“ 2004 für das beste Foto im Bereich „Automobile“ des Jahres 2003 ausgezeichnet. Damit gewann er als erster Tscheche diesen international anerkannten Preis. „Ich habe zum ersten Mal an diesem Wettbewerb teilgenommen und gleich habe ich ihn gewonnen. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet. Wenn man bedenkt, welch berühmte Fotografen vor mir bereits diesen Preis gewonnen haben. Zum Beispiel der Deutsche Reini Schlegelmilch, eine Legende unter den Motorsportfotografen der Formel 1. In der Jury saßen gleich mehrere Experten aus dem Motorsport. An erster Stelle möchte ich den ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Jaques Lafitte nennen, des Weiteren den langjährigen Veranstalter der Ralleye Paris - Dakar, Hubert Auriol! Mein Siegerfoto war eigentlich nur der Ausschnitt eines Fotos, nämlich die Spiegelung dessen, die sich am Helm des Rennfahrers Juan Pablo Montoya vollzogen hat. Aufgenommen habe ich das komplette Foto vor dem Start des vorjährigen Rennens in Barcelona. Der Ausgangspunkt war der Helm von Montoya. Er ist von der Machart her spezifisch und der einzige im Fahrerfeld, der im hinteren Teil, der den Nacken schützt, mit einer silbernen Folie versehen ist. Von dieser Folie ist ein Teil meiner Aufnahme wie in einem Spiegel so reflektiert worden, dass er wie ein Gemälde des Impressionismus rüber kam.“

Tatsächlich überzeugen vor allem seine ungewöhnlichen Perspektiven auf das Sujet „Rennwagen“, auf die Situation der Fahrer im Cockpit ihrer engen Fahrzeuge. Sie veranschaulichen die rasante Schnelligkeit, die elegante Ästhetik der aerodynamischen Fahrzeuge, die Begeisterung der Massen an den Rändern des Corso ebenso wie die individuell erlebbaren Momente zwischen Star und Publikum. Die Fotos von Jiří Křenek vereinen in sich vieles: Aktualität, Schönheit und Nähe. So kann man Formel 1 nicht einmal am Fernsehen erleben.

Die Ausstellung wird ergänzt um Werke aus den Fotografie-Zyklen „Hypermarkets, Mobile Phones“ und „Small Towns“.

Weitere Informationen: www.ludwigmuseum.org.
 

Fotoausstellungen 07 / 2009

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