Hannes Kilian

Hannes Kilian, Lichtturm des Pavillon de la Marine Marchande, Weltausstellung, Paris 1937 Bildgalerie betrachten

“Lichtturm des Pavillon de la Marine Marchande, Weltausstellung, Paris 1937”
Hannes Kilian

Hannes Kilian ist einer der bedeutendsten Fotografen Deutschlands. Die Ausstellung Hannes Kilian - zu sehen im Martin-Gropius-Bau bis 29. Juni 2009 - zeigt mit etwa 320 Schwarzweißfotografien einen Querschnitt seiner Arbeiten von 1937 bis 1987. Kilians Sichtweise auf die Dinge und sein Talent, Situationen festzuhalten und Schicksale in ihrer gesamten Vielschichtigkeit aufzuspüren, sind virtuos. Kilian inszenierte seine Aufnahmen nicht, er nutzte sie als Spiegel seiner ganz persönlichen Wahrnehmung. Viele Bilder offenbaren seine große Begabung, Bewegung mit der Kamera festzuhalten, wie unter anderem seine Ballettaufnahmen zeigen. Neben eindrucksvollen Fotos vom zerbombten Stuttgart, die Kilian 1944 trotz Fotografieverbot aufnahm, zeigt die Ausstellung Szenen aus der Geschichte Berlins vor und nach dem Mauerbau. Zudem werden Bilder präsentiert, die im Kontext von Kilians Arbeit als Fotojournalist stehen. Porträts von Politikern, wie Ludwig Erhard, Reinhold Maier und Ernst Reuter, von Schauspielern, wie Gina Lollobrigida und Gary Cooper, sowie von vielen Künstlern ergänzen den Ausstellungsrundgang.

Hannes Kilian, am 13. November 1909 in Ludwigshafen am Bodensee geboren, absolvierte nach der Handelschule eine dreijährige Fotografenlehre in der Schweiz. Nach Aufenthalten in Neapel und Paris kehrte Kilian 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete als freischaffender Fotojournalist. 1941 als Kriegsberichterstatter eingezogen, setzte Kilian vier Jahre später seine freie fotojournalistische Arbeit fort. Er fotografierte unter anderem für das Time Magazine, die Picture Post, die Zeit, die Stuttgarter Illustrierte, den Spiegel, den Stern, die Vogue und die Bunte.

Seine Reportagen thematisieren die Not der Bevölkerung in der Nachkriegszeit und informieren über kulturelle Ereignisse ebenso wie über Reisen und Sport. Kilian liebte die Unabhängigkeit und zog daher die freie Arbeit als Bildjournalist einer Festanstellung vor. Ab den 1960er Jahren machte sich Kilian einen Namen als geschätzter Ballett- und Theaterfotograf. Seine Fotos trugen maßgeblich dazu bei, das Stuttgarter Ballett weltberühmt zu machen. Auf seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Spanien, Ägypten, Russland, Rumänien, in den Libanon und die USA führten, hielt der Fotograf Landschaften, Architektur und die Kultur ferner Länder fest. Hannes Kilian starb am 1. Dezember 1999 kurz nach seinem 90. Geburtstag in Wäschenbeuren. Bis zu seinem Tode veröffentlichte Kilian zahlreiche Bücher.

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Fotoausstellungen 05 / 2009

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