Herbert G. Ponting - Die Eroberung des Südpols

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Bis zum 14. Mai 2010 präsentiert die Flo Peters Gallery (Hamburg) in ihren Räumen im Chilehaus mit der Ausstellung „Herbert G. Ponting: Die Eroberung des Südpols“ Fotografien von historischer Signifikanz und unvergleichbarer Spannung.

1910 sticht Captain Robert Falcon Scott mit dem Forschungsschiff Terra Nova in See, um unter britischer Flagge als erster Mensch den Südpol zu erobern. Teil der Mannschaft war auch ein Fotograf und Kameramann: Herbert G. Ponting. Mit seinen Aufnahmen von der Expedition und ihrer Teilnehmer schuf er nicht nur ein einzigartiges Dokument über die Anfänge der Polarforschung, sondern lässt die Nachwelt damit an einem der letzten Abenteuer der Entdeckungsgeschichte teilhaben.

Die britische Expedition der Terra Nova zum Südpol endete 1913 tragisch. Nur knapp verfehlte Robert Falcon Scott, ihr Leiter, den Ruhm, der erste Mann am Südpol gewesen zu sein, an den Norweger Roald Amundsen, der dort einen Monat zuvor die norwegische Flagge in den Schnee gerammt hatte. Schon zu Beginn war Scott mit seiner Expedition ins Hintertreffen geraten. Sein Mangel an Erfahrung gegenüber Amundsen sowie schlechte Bedingungen verhinderten nicht nur den eigentlichen Erfolg der Expedition, sondern wurden ihm und vier weiteren Männern zum Verhängnis: Sie alle kamen auf dem Rückweg vom Pol – nur 17 km entfernt vom rettenden Nahrungsmittellager – um.

Herbert Ponting, der 1910 als Expeditionsfotograf und Kameramann an Bord der Terra Nova ging, kehrte 1912 mit über 1.700 großformatigen Glasnegativen von arktischen Landschaften und beeindruckend lebensnahen Aufnahmen der Forscher und der Umstände der Expedition nach England zurück. Das Archiv von Herbert Ponting befindet sich heute im Scott Polar Research Institute der Cambridge Universität. Die gezeigten Aufnahmen sind in Zusammenarbeit mit dem belgischen Verleger Salto Ulbeek von den Originalglasplatten nach dem Platinverfahren (einem der hochwertigsten Schwarzweißverfahren) angefertigt worden und beeindrucken durch ihre besonders umfangreiche Tonwertskala sowie durch eine einzigartige Brillianz und Dreidimensionalität.

Ponting fand verhältnismäßig spät zur Fotografie, nämlich erst 1900 im Alter von 30 Jahren. 1870 in Salisbury/Großbritannien in eine wohlhabende Familie geboren, hatte er sich zunächst als Geschäftsmann in den Vereinigten Staaten versucht. Im Gegensatz zu vorherigen Unternehmungen fasste er als freiberuflicher Fotograf jedoch schnell Fuß. Aufnahmen seiner Reisen, wie z.B. nach Japan, verkaufte er unter anderem an die Illustrated London News, Graphic, Pearson’s oder das Strand Magazine.

Großes Geschick bewies Ponting bei der erzählerischen Darstellung seiner Aufnahmen und wurde vielleicht auch deshalb ausgewählt, um die Expedition als Dokumentarist zu begleiten. 1911 gehörte er zur Küstengruppe der Terra Nova und half beim Aufbau des Winterlagers Cape Evans, wo man ihm eine Dunkelkammer zur Verfügung stellte (in der er auch schlief). Als die Expedition im Winter 1911/12 immer weiter in den Süden vordrang, kam Pontings dokumentarische Arbeit zu einem Ende. 1921 publizierte er unter dem Titel „Der Große Weiße Süden“ seine Aufnahmen in einer fotografischen Erzählung über die Expedition. Darüber hinaus half er bei der Produktion eines kurzen vertonten Filmes namens Neunzig Grad Süd (1933), der auf seinen verbliebenen Videosequenzen basierte. 1935 starb Ponting in London.
(www.flopetersgallery.com/)

Fotoausstellungen 04 / 2010

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