Mit Abstand - Ganz nah

Leipzig, August 1987 Bildgalerie betrachten

"Leipzig, August 1987, Protokoll-Strecken, 1987-1991"
Jens Rötzsch

Aus der Sammlung Fotografie des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus werden vom bis 29. März 2009 in der Ausstellung „Mit Abstand - Ganz nah“ mehr als 40 Werke aus der Zeit vor 1989 präsentiert. Zu sehen sind Arbeiten von Christian Borchert, Klaus Elle, Thomas Kläber, Werner Mahler, Jens Rötzsch, Rudolf Schäfer, Erasmus Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Maria Sewcz und Tina Bara. Die 62 gezeigten Werke von Viktoria Binschtok, Yvon Chabrowski, Ulrich Gebert, Göran Gnaudschun, Matthias Hoch, Susanne Huth, Bertram Kober, Ricarda Roggan, Adrian Sauer, Andreas Schulze, Grit Schwerdtfeger, Esperanza Spierling, Anett Stuth, Albrecht Tübke, Tobias Zielony, die zwischen 1990 und 2008 entstanden, sind Leihgaben von Künstlern und Galerien.

Fotografie zwischen Dokumentarischem und konzeptuell Inszeniertem bestimmt noch immer dieses kunstgeschichtlich recht junge Medium der bildenden Kunst. Und wie so oft prägen Schulen und Akademien nachhaltig die künstlerischen Auffassungen und Strategien für Generationen. Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war die wichtigste Ausbildungsstätte für künstlerisch ambitionierte Fotografie in der DDR. Sie prägte in den 1980er Jahren jene Fotografengeneration, welche die Dominanz des agitatorischen Bildjournalismus unterminierte und eigene Handschriften entwickelte. Die kritische, soziologisch-empirische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, der Blick auf die Menschen und ihre sozialen Zwänge stehen seither im Fokus der Leipziger Fotografie. Der Fotografie-Bestand des Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, der zu den bedeutendsten Sammlungen ostdeutscher Fotokunst gehört, bildet den Ausgangspunkt für einen Überblick, der mit über 100 Werken die Geschichte der Leipziger Fotografie von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart vorstellt. Die Weiterentwicklung konzeptuell unterschiedlicher Auffassungen der Leipziger Absolventen nach 1990 lässt sich an ausgewählten Positionen zur Gegenwartskunst ermessen. Die kritische Distanz zur gesellschaftlichen Wirklichkeit, sowohl unter den Perspektiven privat-alltäglicher wie öffentlicher, globaler Zusammenhänge markiert bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Leipziger Fotografie.

Weitere Informationen: www.museum-dkw.de
 

Fotoausstellungen 01 / 2009

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