Nicola Meitzner - City Code

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"shanghai builder"
Nicola Meitzner

Nicola Meitzner macht das Leben in Metropolen zum Thema ihrer präzise beobachteten Arbeiten. In einer globalisierten Welt gleichen sich die Städte einerseits immer mehr. Auf der anderen Seite aber sind ihre individuellen Eigenschaften durch örtliche Gegebenheiten, verschieden schnelles Wachstum und politische Verhältnisse deutlich ausgeprägt. Die Fotografin spürt diesen Nuancen und Eigenheiten an verschiedenen Orten in Schwarzweiß- und Farbfotografien nach.

Die Ausstellung „City Code“, zu sehen in der Galerie Degenhartt in Berlin bis zum 13. Juni 2009, präsentiert jüngste Arbeiten der in Zürich lebenden Fotografin. In der 15-teiligen, farbig fotografierten Arbeit „luckyland“ (2005) fängt Nicola Meitzner das Leben und Treiben in Sportstätten in Sydney ein. Hier kommen Gegensatzpaare, wie Spiel und Künstlichkeit, Freiheit und Begrenzung, Freizeit und Alltag, zum Ausdruck. Die sommerlichen Szenen von Pferderennen, Regatten oder Skateboarding zeigen eine bis zur Modellhaftigkeit künstlich erscheinende Kulisse, vor der die Freizeitbeschäftigung weitestgehend reglementiert stattfindet.

Erstmals in einer Galerie ausgestellt wird die Arbeit „Shanghai Builder“ (2007/08), die Elemente der Stadt, wie Verkehrswege, Gebäude, Grün und ihre Bewohner, gleichsam mit dem Seziermesser in Einzelteile zerlegt. Die 94-teilige Arbeit, deren Bruchstücke auf den ersten Blick zufällig wirken, nimmt mit einer Länge von über 8 Metern zwei Wände des Galerieraums ein. Der Betrachter ist gefordert, die fast abstrakt wirkenden Teile selbst zu ordnen und zu einer eigenen Stadtwahrnehmung zusammenzufügen. In der ungewöhnlichen räumlichen Präsentation wird die Dynamik des städtischen Lebens unmittelbar erfahrbar.

Nicola Meitzners neueste, in Hongkong fotografierte Serie „Synergy“ (2008/09) thematisiert den Dreiklang Mensch - Urbanität - Natur. Die sieben Fotografien dieser Arbeit zeigen einen fragmentierten städtischen Kontext, welcher der Unübersichtlichkeit und Kleinteiligkeit unserer Alltagswahrnehmung entspricht. Die Fotos wirken collagenhaft bis zur Unwirklichkeit, ganz wie unser von Technik, zwanghaftem Fortschritt und Medien geprägtes Leben selbst.

Nicola Meitzner, Jahrgang 1969, studierte nach einer Ausbildung zur Fotografin von 1993 bis 1999 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Grafikdesign und künstlerische Fotografie. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht und erhielten einige Auszeichnungen; ferner wurden sie in Ausstellungen weltweit gezeigt. Aktuell nimmt sie an der Ausstellungsreihe „Darstellung l Vorstellung“, des Instituts für Auslandsbeziehungen teil, die einen Querschnitt der jungen Deutschen Fotografie zeigt und derzeit in Neuseeland und Australien zu sehen ist. Seit 2006 ist Nicola Meitzner Dozentin an der F+F Schule für Kunst und Mediendesign in Zürich.

Weitere Informationen: www.galerie-degenhartt.de/.
 

Fotoausstellungen 05 / 2009

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