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Olaf Otto Becker - Under the Nordic Light a Journey through Time, Iceland 1999 - 2011

Noch bis zum 21. Januar 2012 ist in der Galerie f5,6 in München die Ausstellung „Under the Nordic Light a Journey through Time, Iceland 1999 – 2011” mit Arbeiten von Olaf Otto Becker zu sehen.

„Ein Bild machen ist für mich der Versuch, etwas zu begreifen. Wirklichkeit begreifen, die sich in Form von Landschaft darstellt.“ OLAF OTTO BECKER, 2011

Olaf Otto Beckers erneute Reise nach Island im Sommer 2010 sowie 2011 war der Suche nach den Spuren der Zeit gewidmet. Die Arbeiten seiner letzten Reisen an denselben Ort zwischen 1999 und 2002 mündeten in dem 2005 erschienen, inzwischen vergriffenen Buch „Unter dem Licht des Nordens“.

„Kann man Zeit fotografieren?“ war eine Frage und damit Arbeitsthese Olaf Otto Beckers. Es entstanden Fotografien, die Orte bewusst nach zehn Jahren Abwesenheit erneut zeigen. Seine Aufnahmen der gleichen Orte von damals bieten eine Möglichkeit, Zeit auf faszinierende, neue Art wahrzunehmen. Dabei geht es in den meist als Diptychen gegenübergestellten Bildern nicht um einen Vorher-Nachher Effekt, sondern eher um eine Versuchsanordnung zur Überprüfung der Wahrnehmung.

„Zweimal am gleichen Ort: der gleiche Ausschnitt, das gleiche Licht. Dazwischen liegen zehn Jahre unserer Zeit – so nehme ich mich augenblicklich wahr, gleichsam neben mir stehend, als Zeuge meiner eigenen Lebenszeit und dem was mich umgibt und trete während der Betrachtung aus der Zeit hinaus, als gäbe es diese gar nicht.“

Zeitliche Erfahrung, als Stillstand oder Konstante, wird unterschiedlich vermittelt. Sei es am augenscheinlichen Beispiel sozialer Komponenten wie den Aufnahmen der Architekturentwicklung Islands – in dem von der Finanzkrise schwer getroffenen Land hat sich in den letzten Jahren kaum etwas verändert. Oder an den Fotografien der isländischen Landschaft, die sich zeitlicher Entwicklung zuweilen unterwerfen muss oder anderenorts sich ihr zu entziehen scheint.

Was unterscheidet nun jedoch das eine Bild von seinem „Duplikat“, was führt zu Einmaligkeit? Es sind die in der Zwischenzeit gesammelten Erfahrungen, Assoziationen, Sichtweisen und auch Emotionen, die jedes Bild einzigartig machen. Es wird der Blick, als Ausdruck kultureller und sozialästhetischer Einflüsse, im Bild deutlich gemacht und tritt in Manifestation wohl am deutlichsten in der Fotografie auf.

Becker muss damit aber nicht in die Tradition deutscher Fotografie der letzten 25 Jahre eingereiht werden. Es geht in seinen Arbeiten nicht wie in jenen der meisten Becher-Epigonen um Medienreflexion. Viel eher sieht er sich in der Tradition der amerikanischen Landschaftsfotografie, in der die Landschaft auch als Bühne der menschlichen Existenz verstanden werden kann. Gerade der Blick auf Urlandschaften, die in allen Projekten Beckers Motiv sind, verdeutlicht das Zusammenspiel bzw. die Wechselwirkung von Mensch und Natur. Natur – unberührt oder von Menschenhand geformt – ist die Grundlage allen Seins. Die Landschaft als dem Menschen deutlichste Manifestation von Natur und Ursprung ist derart mächtig, dass sie Eingriffe des Menschen anzunehmen scheint, als hätte sie diese selbst erzeugt.

Das Fotografieren mit der anspruchsvollen Großformatkamera ist für Becker dabei wie eine Zeremonie, mit der er der Landschaft den nötigen Respekt entgegenbringt. Diese Ehrerbietung bringt den Betrachtern deutlich nahe, wie ergreifend, aber auch vergänglich diese Schönheit ist. Ohne anzuklagen wird ins Bewusstsein gerufen, was ohne den Willen zum Einklang und Respekt gegenüber der Umwelt auf dem Spiel steht. Was Olaf Otto Becker schon in seinen beiden letzten Projekten Broken Line und Above Zero dem Betrachter vor Augen geführt hat, wird in dieser Zeitreise noch offensichtlicher.

Olaf Otto Becker hat vielfach in den USA und Europa ausgestellt. Seine Arbeiten sind in namhaften Sammlungen international vertreten. Der erste Bildband Unter dem Licht des Nordens (Schaden.com 2005) wurde mit dem Recontres D’Arles Book Award nominiert. Broken Line (HatjeCantz, 2007) gewann den Deutschen Fotobuchpreis 2008. Above Zero (Hatje Cantz 2009) wurde 2010 dafür nominiert.

Weitere Informationen: http://f56.net/.

Fotoausstellungen 01 / 2012

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Akranes beach 2002
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6

Akranes beach 2002
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6

Canyon of Jokulsá á Brú́ 2010
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6

Canyon of Jokulsá á Brú́ 2010
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6

Canyon of Jokulsá á Brú́ 2010
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6

Canyon of Jokulsá á Brú́ 2010
© Olaf Otto Becker, courtesy Galerie f 5,6