Oliver Mark / shuteye

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Oliver Mark: Louise Bourgeois, New York 1996

Die Galerie CLAIR in München präsentiert noch bis zum 17. November 2012 die Ausstellung „shuteye“ mit Fotografien von Oliver Mark.

Stanley Kubrick nannte seinen 1999 erschienen letzten Film „Eyes Wide Shut“ – ein Vexierspiel zwischen Illusion und Wirklichkeit, Ver- und Enthüllung basierend auf Schnitzlers Traumnovelle. Mit Maskerade und Traum spielt auch der 1963 in Gelsenkirchen geborene Fotograf Oliver Mark in seinen Bildern, in denen er eine beindruckende Nähe zum Porträtierten herstellt. Stars wie Cate Blanchett, Mia Farrow oder Will Smith inszenieren vor Marks Kamera Träume, die der Fotograf ihnen zuvor eingeflüstert zu haben scheint. Shuteye nennt Mark seine Foto-Ausstellung, in der auch Kubricks Kollegen Spike Lee, Lars von Trier oder Wes Anderson mit geschlossenen Augen, scheinbar schlafend oder träumend zu sehen sind. Das ist nicht wenig verwunderlich, fotografiert Mark doch oft bekannte oder gar berühmte Menschen, darunter auch Künstler wie Louise Bourgouis und Jörg Immendorf, die selbst eher ungern vor der Kamera stehen. Das Portfolio von Oliver Mark beschränkt sich allerdings nicht auf Porträts, sondern ist beeindruckend umfangreich.

In der in Münchner Galerie CLAIR erstmalig gezeigten Schau shuteye zeigt Oliver Mark auch Räume wie Schillers Zimmer in Weimar oder die verlassenen Heilstätten in Beelitz, die auf geradezu unheimliche Weise mit einem “magazinig” fotografierten Berlin-Apartment korrespondieren. Seit mehr als 15 Jahren fotografiert Mark für Medien wie Stern, Zeit Magazin, Rolling Stone, Time Magazine, Vogue, Weltkunst und zeigt bekannte Gesichter in unverbrauchten Posen. Jedes Foto ist Ausdruck des gegenseitigen Respekts zwischen dem Kamerakünstler und dem Prominenten, ein Balanceakt. Und so bereitet sich Mark auch akribisch auf jedes Shooting vor – 700 Bilder von Personen der Zeitgeschichte sind bislang so entstanden. Oliver Mark, der im Alter von 9 Jahren seine erste Kamera geschenkt bekam, gibt Vorlesungen und Workshops u.a. für das Bundespresseamt und die Fachhochschule Hannover. In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen waren seine Arbeiten zu sehen, zuletzt „18 Hours a Day, Kreuzberg Pavillon- 100 Days in Kassel“ sowie auf der Art Paris. 2011 hat Oliver Mark erstmalig eine Ausstellung kuratiert („Der arge Weg der Erkenntnis“, Berlin). 2009 erschien eine Werkmonographie bei Hatje Cantz. Oliver Mark lebt in Berlin.

Weitere Informationen: http://www.clair.me/.

Fotoausstellungen 10 / 2012

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