Perlen Asiens

Stadt Träume Sydney # 11 2005, C-Handabzug Bildgalerie betrachten

"Stadt Träume Sydney # 11
2005, C-Handabzug"
Sabine Felber

room4art Berlin/Köln und Klaus Kaufhold Schmuckräume Berlin präsentieren im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen unter dem Titel „Perlen Asiens“ noch bis zum 30. September 2007 Photographien und Texte der Künstlerin Sabine Felber. Sie stammen aus den Arbeiten ihres Projektes „Stadt Träume“, für das sie in Metropolen weltweit photographiert.

Die deutsche Photographin Sabine Felber setzt gesellschaftliche Lebensräume in den wichtigsten internationalen Großstädten des „globalen Dorfes“ wie Hongkong, Peking und Sydney systematisch ins Bild. In ihrer umfangreichen Serie „Stadt Träume“ ist die Großstadt Ort der Begegnung, aber auch Ort der Vereinsamung. Dass Sabine Felber diese Thematik wählt, wundert nicht: Neben ihrer intensiven Beschäftigung mit der Photographie, studierte sie in Heidelberg auch Soziologie. Und ihre „Stadt Träume“ sind intensiv recherchierte Auseinandersetzungen mit Weltstädten, aber zugleich auch intime und einfühlsame Porträts einzelner Menschen in den jeweiligen Metropolen.

Eine Gesellschaft besteht bekanntlich aus einem Konglomerat von Individuen - Millionen von einzelnen Menschen mit ihren ureigenen, persönlichen Lebensgeschichten. Mit Großstädten assoziieren wir Massen von Menschen, Gedränge und eine gewisse Schnelllebigkeit. Mit ihren Großstadtbildern schafft Sabine Felber es, die einzelnen Menschen sowohl als Individuen, als auch als Stellvertreter für die jeweiligen Großstadtgesellschaften zu porträtieren. Wie ihr Schweizer Kollege Beat Streuli, interessiert sich Sabine Felber für das, was die Menschen in Großstädten bewegt, sowohl physisch, als auch psychologisch. Die Beziehungen zwischen den Menschen - wie auch zwischen Mensch und Umwelt beziehungsweise Architektur - spielen dabei eine wesentliche Rolle. Auch wenn der Mensch und die ihn umgebene städtische Architektur gleichberechtigt neben einander stehen, geht es weder um traditionelle Porträtphotographie an und für sich, noch um Städtelandschaften im klassischen Sinne. Es handelt sich vielmehr um eine Symbiose der beiden Genres - es entsteht eine Art psychologisches, zeitgenössisches Porträt einer Stadt zu einem bestimmten, durch den Menschen vorgegebenen Zeitpunkt. Die Bilder sind also zeitlos und gleichzeitig ein Ausdruck einer präzis ausgesuchten und mithilfe des Photoapparates festgehaltenen Zeitgeistes.

Sabine Felber zeigt auf gar keinen Fall das Typische oder gar Stereotype einer Stadt, auch nicht das Spektakuläre, sondern sie zeigt die Menschen und ihren Alltag im Kontext einer Weltstadt. Es werden Geschichten erzählt, auch wenn die einzelnen Erzählungen völlig offen sind - ohne Anfang, ohne Ende und erst recht ohne vorgegebenen Ablauf. Sabine Felber liefert dem Betrachter „Momentaufnahmen“ im wahrsten Sinne des Wortes, das heißt Aufnahmen von Momenten, die an und für sich unspektakulär sind. Es ist die Kunst von Sabine Felber, genau diese Einfühlsamkeit in und mit ihren Bildern zu transportieren.

(Gérard A. Goodrow, Kurator der Visual Gallery der photokina, Direktor der ART COLOGNE für "Traum & Trauma. Fotos für die Pressefreiheit 2007")

Weitere Informationen:
http://www.room-4-art.com/deutsch/ausstellungen.html.
 

Fotoausstellungen 09 / 2007

42 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden