Positionen

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Benedikt Steinmetz

Das Baden-Badener Kunstforum in St. Ingbert präsentiert noch bis zum 31. März 2009 die Ausstellung „Positionen“ mit Fotografien von Benedikt Steinmetz und Mark Vogelgesang. Schon die beiden Titelbilder der Ausstellung „Positionen“ verdeutlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der ausstellenden Fotografen: Sie zeigen einzelne Menschen in Umgebungen, die eher angedeutet als erklärt werden. Die dargestellten Menschen beziehen auf verschiedene Weise Position: Der eine, in Havanna fotografiert von Benedikt Steinmetz, nimmt Kontakt mit dem Fotografen auf, bezieht so unmittelbar und direkt Position zum Fotografen, zur eigenen Arbeit, die er gerade für eine Zigarettenpause verlassen hat, und zu der Realität, mit der er konfrontiert ist. Der andere, ein Mönch in Tibet, fotografiert von Mark Vogelgesang, hat dem Fotografen den Rücken zugewandt und entfernt sich von ihm - er erscheint nicht als Individuum, sondern reduziert auf eine Silhouette. Gemeinsam ist beiden Bildern eine klare, fast strenge Bildgestaltung und der Verzicht auf Farbe. Benedikt Steinmetz setzt formale Aspekte seiner Bilder immer wieder in einen Gegensatz zu den dargestellten Inhalten. Die Strenge der Komposition seiner Bilder wird durch Elemente des Zufälligen durchbrochen, etwa in Form eines unerwarteten Details, das sich nicht in die Komposition des Bildes einfügen will. Hier geht der Fotograf auf die Erwartungshaltung des Betrachters ein, die so durchkreuzt wird, dass Aspekte der Realität in den Vordergrund rücken, die sonst nicht wahrgenommen würden. Auch seine Werke zum saarländischen Bergbau und dessen Ende sind keine Dokumentation im Sinne einer Reportage - auch hier wird die Strenge des Bildaufbaus und der Bildinhalte immer wieder durch Elemente des Zufalls durchkreuzt und konterkariert. Wenn Benedikt Steinmetz Individuen porträtiert, dann in einer strengen, fast lakonischen Komposition. Trotz der skizzenhaft reduzierten Darstellung der Umgebung wird der Mensch als Individuum gezeigt. In den Bildräumen von Mark Vogelgesang dagegen entzieht sich das Individuum. Zeigt und gestaltet Benedikt Steinmetz die lebendige Begegnung zwischen Menschen, so wird in den Bildern vom Mark Vogelgesang deren Fehlen oder Verfehlen sichtbar gemacht. Durch das schon bei der Entstehung der Aufnahmen intendierte Subtrahieren vieler Details und durch die Reduktion des Dargestellten entstehen Bilder, die durch eine verdichtete Atmosphäre gekennzeichnet sind. Auch bei den Fotografien aus Tibet, aufgenommen kurz vor der Abriegelung des Landes durch chinesische Truppen, geht es nicht um Illustration oder Reportage. Obwohl das Dargestellte deutlich zu erkennen ist, erkunden auch diese durch ein hohes Maß an Abstraktion gekennzeichneten Bilder den Grenzbereich zwischen Dokumentation und Fiktion. Die Ausstellung „Positionen“ zeigt insgesamt rund 100 Schwarzweißfotografien. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Arbeiten, die in den letzten vier Jahren entstanden.

Weitere Informationen: www.baden-badener.de/kunstforum/.
 

Fotoausstellungen 02 / 2009

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