Preisträger des Bridges Fotoprojekt Emscher Zukunft 2009

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Christine Steiner

Leicht trotzig blickt ein blasses Mädchen mit wasserstoffblondem Haar in die Kamera - es scheint, als wolle dieser Blick nichts wissen von dem palmenförmigen Spiegel in Eisdielenästhtetik im Hintergrund des Bilds. Kontraste wie diese ziehen sich durch die Fotoreihe „Aussicht Paradies“ von Olga Kessler, eine der Serien, die den Wettbewerb des Bridges Fotoprojekt Emscher Zukunft 2009 gewonnen haben. Aus rund 100 Einsendungen zum Thema „Destroy/Create“ wurden fünf Bildserien und zwei Konzepte ausgewählt, die bis zum 1. Juni 2009 in der Kohlemischanlage der Kokerei Zollverein Essen gezeigt werden. Die feierliche Preisverleihung des mit insgesamt € 20.000,-- dotierten Preises fand im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 8. Mai statt. Kuratiert wird die Ausstellung von Mario Lombardo, dem künstlerischen Leiter des Bridges Fotoprojekt Emscher Zukunft.

Die prämierten Fotoserien 2009 sind:
„Dortmunder Berge“ von Christian Diehl
„Aussicht Paradies“ von Olga Kessler
„Diorama“ von Nico Schmitz
„Weiterbauen“ von Christine Steiner und Stefan Becker
„Schwarzer Diamant - Nachtstücke“ von Christine Steiner

Die Gewinner teilen sich zu gleichen Teilen das Preisgeld von insgesamt € 15.000,--. Neben den Fotoserien konnten gleichzeitig Bildkonzepte für zukünftig umzusetzende Arbeiten eingereicht werden. Die Jury hat hieraus zwei Arbeiten ausgewählt, auf die das Preisgeld in Höhe von € 5.000,-- aufgeteilt wird:

„Industriewälder und Migrantengärten“ von Tomek Mzyk
„Formationen/Konstruktionen“ von Nicolas Wollnik

Jurymitglied Professor Elke Seeger, Folkwang Hochschule Essen, zu den diesjährigen Einreichungen: „Eine Gute Idee, eine genaue Konzeption unter Berücksichtigung der Fragestellung und eine adäquate Umsetzung mit bester Technik machen gute Arbeiten aus. Dies trifft für die von uns prämierten Arbeiten zu. Landschaft, Raum und Interieur sind hochqualifiziert vertreten, weniger der Mensch, das Porträt und die Inszenierung. Destroy und Create in einer Arbeit visuell sichtbar machen, ist eine schwierige Aufgabe. Gegensätze lassen sich nur schwer visualisieren. So liegt der Schwerpunkt der Umsetzungen oftmals in der Verbildlichung eines Inhaltes. Impliziert dieser aber auch den gegensätzlichen Blick, die gegensätzliche Idee, so ist die Arbeit von hoher Qualität. Verweisen fotografische Bilder neben ihrer Abbildfunktion auf eine Metaebene, die abstrakte Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel destroy - create formuliert, so steigt ihre Qualität."

Aufbruch im Revier: Das Großprojekt Emscher-Umbau verwandelt den alten, vom Industriezeitalter gezeichneten Emscherlauf in einen neuen Fluss. Zukunft und Vergangenheit, Erinnerung und Vision, Altes und Neues stoßen aufeinander. „Die Veränderungen im Emschertal aus der Perspektive des Fotografen festzuhalten - ob in dokumentarischer oder künstlerisch-abstrakter Herangehensweise - sowie Inspiration zu liefern: Dies ist seit Beginn das Ziel des Fotoprojekts Emscher Zukunft. Wir freuen uns, dass über die Jahre nun ein Fundus an Bildern entstanden ist, der für einen vielschichtigen, lebendigen Umgang mit dem Wandel steht“, sagt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Mit Bridges Fotoprojekt Emscher Zukunft hat die Emschergenossenschaft ein Projekt ins Leben gerufen, das seit 2005 Fotografen dazu einlädt, sich künstlerisch mit dem Wandel und der Entwicklung des nördlichen Ruhrgebiets auseinander zu setzen. Die Ausstellung „Destroy/Create“ zeigt die Arbeiten der diesjährigen Preisträger des Projektes vor der Kulisse des Weltkulturerbes Zeche Zollverein: Ein Zentrum der Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet, das den Strukturwandel der Industriekultur versinnbildlicht.

Hinweise zu Sonderveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung finden sich unter www.bridges-projects.com.
 

Fotoausstellungen 05 / 2009

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