Showtime

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"110°F, 2005/ 2007"
Tilman Peschel

Noch bis zum 24. November ist in Berlin die Ausstellung „Showtime“ mit Photographien von Tilman Peschel zu sehen.

Hollywood ist cool, sexy, glamourös, reich, arrogant, extrovertiert und selbstverliebt. Hollywood ist eine Traumfabrik. In massenhaft produzierten Bildern lockt der kalifornische Emotionsgenerator mit Versprechungen, die einem - trotz des Wissens um ihre Fiktionalität - den Kopf verdrehen.

Der 1976 in Freiburg im Breisgau geborene Künstler Tilman Peschel hat sein „Villa Aurora“-Stipendium in Los Angeles zum Anlass genommen, um sich mit der Trivialikonographie Hollywoods auseinanderzusetzen. Mit Großbildkamera und mobilem Blitzlicht hat er stereotype Landschaften im kalifornischen Umland aufgesucht und sich als Star westlicher Bildkonventionen gefeiert. In Missy Fountain zum Beispiel streckt er sich als Cheerleaderin aus dem Vierpass eines Brunnens. Milky Way zeigt ihn als verwunschenen Faun, der an einer pompösen Balustrade lehnt und einen milchigen Cocktail genießt. Peschels Motive beschwören Filmfiguren aus verschiedenen Genres und den in der Filmindustrie gepflegten Starkult.

Peschel untergräbt die Trivialikonographie Hollywoods durch präzise ironische Selbstinszenierung. Auffällig ist eine Widersprüchlichkeit in der künstlerischen Herangehensweise: Während er bei Technik und Bildausfertigung Perfektionist ist, arbeitet er innerhalb der Bildinszenierung mit gefundenen Objekten und armen Materialien. Das Provisorische der Requisiten sieht man den Bildergebnissen indes erst bei genauer Betrachtung an.

Weitere Informationen: www.kunstagenten.de.
 

Fotoausstellungen 11 / 2007

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