Andreas Gefeller Supervisions - Neue Arbeiten

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Andreas Gefeller

Seit die digitale Praxis in das Feld der Fotografie lautstark und flächendeckend eingezogen ist, muss das Medium sich die Frage gefallen lassen, inwieweit sein traditionelles Alleinstellungsmerkmal - die unauflösbare Verknüpfung mit dem Faktischen - überhaupt noch eine sinnvolle Grundlage für den fotografischen Diskurs bilden kann. Andreas gefeller beweist in seinen ebenso verblüffenden wie präzise austarierten Bildprojekten, wie eine solche Grundlage aussehen kann, ohne dass man darüber zum anachronistischen Dokumentationsfetischisten wird. Nach den frühen Werkkomplexen Halbwertszeiten (1996) und Soma (2000) gelingt ihm mit der großformatigen Serie Supervisions (seit 2002) die Entdeckung des Wirklichen in einer Konstruktion, die zugleich Dokument und Erfindung ist. Mithilfe eines an seinen Körper befestigten Stativs schreitet der Künstler das vorher markierte Motivfeld ab und hält es dabei, Schritt für Schritt, in bis zu 2500 Einzelaufnahmen fest. Das daraus digital zusammengesetzte Gesamtbild zeigt Vogelperspektiven auf Ausschnitte von Parkplätzen, Plattenbauwohnungen oder einen mit Golfbällen übersäten Rasen - also banale Strukturdetails, aber so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Damit werden die Arbeiten zu Reflexionen über die dialektische Struktur von Sehen und Sichtbarkeit überhaupt: Was wir sehen, gibt es eigentlich nicht. Und was es gibt, können wir schon lange nicht mehr sehen.

 

Fotoausstellungen 01 / 2008

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