Unterbelichtet - Münchner Fotografen im Exil

Kind mit Spendenbüchse des Keren Jakob Rosne, Kajemeth LeIsrael, um 1945 Bildgalerie betrachten

"Kind mit Spendenbüchse des Keren Kajemeth LeIsrael, um 1945"
Jakob Rosne

Die Ausstellung „Unbelichtet – Münchner Fotografen im Exil“ basiert auf dem durch das Jüdische Museum München 2009/2010 erstellten bio-bibliografischen Lexikon „Jüdische Fotografen aus München 1900 bis 1938“, das erstmalig eine Übersicht aller jüdischen Fotografen, die in München gelebt und gewirkt haben, ermöglicht. Ausgehend von diesem Lexikon, das in der Ausstellung exemplarisch vorgestellt wird, werden die Arbeiten von drei in München weitestgehend unbekannten Fotografen, Alfons Himmelreich (1904-1993), Efrem Ilani (1910-1999) und Jakob Rosner (1902-1950) vorgestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Mai im Jüdischen Museum München zu sehen.

Himmelreich und Rosner, beide in München geboren, sowie Ilani, der in Stuttgart geboren wurde und bei AGFA in München tätig war, emigrierten in den 1930er Jahren nach Palästina. Alle drei widmeten sich der fotografischen Dokumentation des Aufbaus des Landes. Sie zeigen die stetige Weiterentwicklung aus der Sichtweise des Migranten, der die neu gewonnene Heimat auf seine ganz individuelle Art für Menschen außerhalb des Landes zugänglich macht. Palästina/Israel wird als der eigene, pulsierende Lebensort dargestellt, als ein Land dessen Alltag von Arbeit geprägt ist. Gleichzeitig wohnt den Bildern die indirekte Aufforderung bei, in ein Land zu kommen, das sich im Wachstum und somit in einem Veränderungsprozess befindet. Jeder der drei Fotografen bringt diese Aufforderung unterschiedlich zur Geltung. Während Alfons Himmelreich, der bereits in München als Fotograf tätig war, sich der Industrie- und Werbefotografie widmete, hielt Jakob Rosner für den Keren Kajemeth LeIsrael (KKL; Jüdischer Nationalfonds) den Ausbau der Infrastruktur des Landes und somit den Arbeitsalltag fest. Auch Efrem Ilani arbeitete für den KKL. In seinen Bildern stehen die Arbeiter im Mittelpunkt, die er propagandistisch in Szene setzt.

Weitere Informationen: www.juedisches-museum-muenchen.de/cms/?L=0.

Fotoausstellungen 04 / 2010

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