Isa Marcelli - Le laboratoire des rêves

© Isa Marcelli: 'Sans Titre', Série Parfums, 2012 / Courtesy Johanna Breede PHOTOKUNST Bildgalerie betrachten

© Isa Marcelli: ‘Sans Titre’, Série Parfums, 2012 / Courtesy Johanna Breede PHOTOKUNST

Bis zum 16. September ist in der Galerie „Johanna Breede PHOTOKUNST“ in Berlin die Ausstellung „Le laboratoire des rêves“ mit Werken der Fotografin Isa Marcelli zu sehen. Für die französische Künstlerin Isa Marcelli ist Fotografie wie die Arbeit in einem märchenhaften Laboratorium. Aus Ethanol und Ether, Kollodiumwolle und Bromsalzen erschafft sie Bilder, die weit zurückreichen zu den Archetypen des Unbewussten. “Meine Aufnahmen”, sagt Marcelli, “sind Bild für Bild Skizzen einer eigenen Welt. Sie sind Ausdrucksweisen jener Person, die ich hinter allen Hüllen wirklich bin.”

Seitdem sich die heute in einem Dorf nahe Paris lebende Isa Marcelli mit dem Medium der Fotografie beschäftigt, hat sie immer wieder mit historischen Aufnahme- und Druckverfahren experimentiert – zunächst mit Polaroids, Holgas und selbst gebauten Lochbildkameras, später mit Ferrotypien und Kollodiumnassplatten. Verfahren aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hat sie hinübergerettet in die Gegenwart der glattgerechneten Pixelwelten. So sind unter Rückgriff auf oft unvorstellbare Belichtungszeiten, mit viel Empathie und Freude am fotochemischen Experiment in den zurückliegenden acht Jahren Abzüge entstanden, die reich sind an Empfindung, Zartheit und Fragilität.

Melancholisch, verspielt und oft surreal erzählen sie von einer merkwürdigen Welt, die bereits dicht hinter der Oberfläche der Wirklichkeit schlummert. “Ich möchte einen Weg finden, auf dem man die Wirklichkeit vergessen kann. Ich liebe es, wenn sich meine Bilder den Träumen oder den subjektiven Empfindungen öffnen.” Mal gelingt dies der Autodidaktin, indem sie auf ungewohnte Montagen zurückgreift, mal indem sie ihre Bildausschnitte zu poetischen Arrangements verdichtet. Obwohl Marcellis Aufnahmen stets einen magisch-narrativen Sog entwickeln, bleiben alle Geschichten Andeutungen. Letztlich sind sie so geheimnisvoll und verzaubert wie die Gärten der tief in uns verschütteten Kindheit. Gewebe, so fein und zerbrechlich, dass sie einzig im Laboratorium unserer Träume gedeihen konnten. (Ralf Hanselle)

Weitere Informationen: www.johanna-breede.com

Fotoausstellungen 07 / 2016

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