Fotobuch - Einen geeigneten Anbieter fürs eigene Fotobuch auswählen

Rückt Weihnachten näher, möchten viele mit ihren Fotos schöne Geschenke erstellen. Besonders beliebt sind dabei Fotobücher. Die Anzahl der Anbieter wächst, die natürlich alle um die Kundengunst buhlen. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie man für ein Buchprojekt den besten findet.

Vielfältige Formate und Typen

Zunächst einmal ist es beim Fotobuch wie beim Autokauf: Das optimale Modell für alle Lebenslagen gibt es nicht. Um den passenden Fotobuch-Anbieter für ein Projekt zu finden, ist es sinnvoll, die folgenden Auswahlkriterien der Reihe nach durchzugehen und für sich zu entscheiden:

  1. das Druckverfahren
  2. die Möglichkeiten der Software
  3. die Qualität
  4. den Preis
  5. und einige weitere Aspekte wie den Support

1. Das Druckverfahren

Ein erstes wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das Druckverfahren. Derzeit sind vor allem zwei verbreitet: der digitale Offset-Druck und die Ausbelichtung auf Fotopapier (manchmal auch fälschlicherweise „Echtfoto-Druck“ genannt). Bücher auf Fotopapier sind einfach an ihren dicken Seiten zu erkennen. Diese kommen zustande, weil zwei Fotos Rücken an Rücken verklebt werden. Sie werden dann in der Regel im Leporello-Verfahren gebunden, dass in der Mitte kein Falz entsteht, sondern eine absolute Planlage gewährleistet ist. Dies ist besonders für Panoramen und Bilder, die über eine Doppelseite reichen, geeignet. Gebundene Werke im Digitaldruck dagegen haben in der Regel die Anmutung eines Buches aus einer Bibliothek. Die Seiten lassen sich gut blättern, aber es verschwindet durch die Bindung auch etwas Bildinformation in der Mitte. Mittlerweile bieten auch einige wenige Fotobuchservices Bücher im Digitaldruck mit Flach-/Leporello-Bindung an. Bücher im Digitaldruck sind in der Regel einige Euro günstiger als Echtfotobücher. Auch bieten fast alle großen Dienstleister den Digitaldruck an, aber weniger die Ausbelichtung auf Fotopapier. Einige große Anbieter haben beide Varianten im Programm.

links: Echtfotobuch, rechts: Digitaldruck
links: Echtfotobuch, rechts: Digitaldruck
Am besten schaut man sich Musterbücher im Drogeriemarkt oder im Fotoladen an, um zu entscheiden, welches Verfahren einem besser gefällt. In der Regel eignen sich Echtfotobücher vor allem für Panoramen und großformatigere Werke mit nicht allzu vielen Seiten, Digitaldrucke für alle anderen Projekte.

2. Die Möglichkeiten der Software

Assisstent
Mit der Entscheidung für ein Druckverfahren ist die Auswahl der Anbieter schon deutlich reduziert. Im nächsten Schritt gilt es, auf die Möglichkeiten der Software zu schauen. In der Regel kann ein Gestaltungsprogramm auf der Website des Fotobuch-Dienstleisters kostenlos heruntergeladen werden. Bei manchen kann sogar online direkt auf einer Website das Buch erstellt werden. Nur bei sehr wenigen Anbietern kann ein PDF eingereicht und damit mit einer beliebigen Gestaltungssoftware gearbeitet werden.

Die Möglichkeiten und Benutzerfreundlichkeit der Software sind sehr unterschiedlich. Anders als etwa bei Textverarbeitungsprogrammen hat sich noch kein allgemeiner Standard herausgebildet. Für Einsteiger ist am wichtigsten, ob ein Assistent mitgeliefert wird, mit dem ohne umfangreiche Einarbeitung erste gute Ergebnisse erzielt werden können.

Ebenfalls praktisch ist eine umfangreiche Auswahl von Layoutvorlagen, mit denen die Gestaltung schneller von der Hand geht. Ansonsten unterscheiden sich die Programme vor allem in puncto Spezialfunktionen. Wer besondere Wünsche, wie etwa die Transparenz von Text oder Bildboxen, hat, muss schon suchen.

3. Die Qualität

Wenn Druckverfahren und Software passen, muss noch die Qualität stimmen. Im Schnitt wird gute bis sehr gute Qualität geliefert. Allerdings zeigen Tests, dass bei einigen wenigen Anbietern die Qualität schwankt. Dann erhält man bei zwei inhaltsgleichen Büchern, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestellt wurden, verschiedene Ergebnisse. Dies liegt daran, dass Drucken immer noch ein manueller Prozess ist, der von einer guten Wartung unter den unterschiedlichen Klima- und Papierbedingungen abhängt. Markenanbieter liefern meist gleichbleibende Qualität und sollte es doch einmal zu Abweichungen kommen, dann ist man kulant bei Reklamationen. Ansonsten ist der Tipp, regelmäßig Tests zu verfolgen.

4. Der Preis

Für viele ist der Preis ein wichtiges Auswahlkriterium, wobei man sich vor Augen führen sollte, dass frühere Fotoalben alles andere als eine preiswerte Angelegenheit waren. Bei den großen Markenherstellern liegt dieser in einem recht ähnlichen Rahmen und bewegt sich bei rund einem Euro pro Seite für ein mittelgroßes Buch. Ein Preistipp für Erstbesteller: Die meisten Anbieter gewähren Neukunden einen Rabatt. Discounter unterbieten die Preise der Markenhersteller. Dabei wird oft ähnliche Software eingesetzt. Auch die Druckqualität ist laut verschiedener Tests nicht zwangsläufig schlechter. Nicht selten schneiden Discounter sogar als Sieger ab. Allerdings muss man sich bei Discountern darauf einstellen, dass möglicherweise im Lauf der Jahre der Druckdienstleister oder Lieferant im Hintergrund wechselt und sich dann Software und Qualität plötzlich ändern. Auch fehlen bei Discountern liebevolle Details, wie etwa ein schönes Vorsatzpapier, die Auswahl unter besonderen Ausstattungen, wie Leinen- oder Filzumschläge, oder eine Schmuckverpackung. Wer einen hochwertigen Eindruck machen möchte, ist also oft mit einem Markenprodukt besser bedient.

5. Weitere Auswahlkriterien

Extras
Mit Druckverfahren, Software, Qualität und Preis sind die wichtigsten Aspekte abgedeckt. Wer besondere Wünsche in puncto Größe oder Ausstattung hat, für den wird die Anbieterauswahl jedoch weiter eingeschränkt. Vor allem Formate unter ca. 10 × 15 cm sind schwer zu finden. Auch nach Anbietern mit Schutzumschlägen oder besonderen Einbänden, wie etwa Leinen, Filz oder gar Verzierungen mit Swarovski-Kristallen muss man suchen.

Entscheidend für die Auswahl können weiterhin Details, wie etwa der Support sein. Einige Dienstleister bieten umfangreiche Hilfe-Bereiche inklusive Anleitungsvideos. Wer individuelle Hilfe benötigt, möchte eine telefonische Hotline. Die bietet jedoch nicht alle Druckdienstleister. Und wenn, dann leider meist nur zu normalen Arbeitszeiten. Es gibt aber auch einige positive Ausnahmen mit Supportzeiten bis 22 Uhr und das sogar am Wochenende.

Ein weiteres Kriterium ist für einige, ob ein Logo des Herstellers ins Buch eingedruckt wird oder nicht. Leider erfolgt dies bei den meisten, was aber auch was Gutes für sich hat. So weiß man, über welchen Anbieter das Fotobuch erstellt wurde. Einige wenige Anbieter liefern aber auch Bücher ohne.

Tipp: Suchmaschine zur Anbieterwahl

Wer nun einen individuellen Anforderungskatalog hat, kann die Suche nach einem Anbieter, der alle Kriterien erfüllt mit einer Spezialsuchmaschine, wie der von Fotobuchberater deutlich abkürzen. Mit der Expertensuche können sehr differenziert knapp 30 Anbieter durchforstet werden.

Weitere Informationen

Wer sich tiefergehend für das Fotobuch interessiert, findet im Werk „Das eigene Fotobuch“ von Petra Vogt (erschienen in 2. Auflage 2013 im dpunkt-Verlag) einen umfassenden Ratgeber. Die Autorin begleitet kundig durch den gesamten Erstellungsprozess von der Anbieterauswahl über die Gestaltung bis hin zur Druckvorbereitung. Petra Vogt bietet zudem Kurse zur Fotobuchgestaltung an und weiß dadurch, wo sich Anwender möglicherweise schwer tun.

Fotobuch selbstgemacht 11 / 2013

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