Das Fotobuch als E-Book

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Gedruckte Fotobücher sind toll und bieten einen enormen haptischen Reiz, haben aber möglicherweise den Nachteil, dass man sie nicht immer mit dabei hat, wenn man sich beispielsweise mit Freunden trifft. Eine bequeme Alternative ist eine zusätzliche digitale Version – ein Fotobuch-E-Book.

Das digitale Buch, das für Belletristik mit Lesegeräten, wie zum Beispiel dem Kindle, immer populärer wird, ist für Fotobücher noch wenig verbreitet. Zum Jahresende 2013 nimmt der Trend aber langsam Fahrt auf: Fujifilm beispielsweise bietet das E-Book mittlerweile als optionale Zusatzleistung zur Bestellung des gedruckten Werkes.

Die digitale Version kann beim Ordern als Zusatzleistung ausgewählt und dann bequem auf mobile Geräte heruntergeladen werden. Dort wird das Werk zum Beispiel auf einem iPad in der vorinstallierten E-Book-App iBooks geöffnet. Bei reinen E-Book-Lesegeräten, wie den ersten Generationen des Kindle, ist die Anzeige im Prinzip auch möglich, verspricht aber wenig Freude: Auf einem relativ kleinen Schwarzweißbildschirm, der für die Anzeige von Buchstaben optimiert ist, wirken die meisten Fotos einfach nicht. Wer über ein Gerät der neueren Generation, wie den Kindle Fire, verfügt, kann die Foto-E-Books aber genießen.

Überhaupt sind E-Books im Gegensatz zu Apps im Prinzip geräteunabhängig und so kann ein Werk recht problemlos sowohl auf einem iPad (mit dem iOS-Betriebssystem) wie auf einem Medion Tablet (mit dem Android-Betriebssystem) oder einem Windows-Gerät gezeigt werden. Es muss nicht jeweils eine spezielle Version heruntergeladen werden. Auch ist die Anzeige unproblematisch und man benötigt keine Spezial-App, sondern hat in der Regel schon eine auf dem Gerät vorinstalliert, die E-Books anzeigen kann.

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Um Foto-E-Books zu erstellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die mit Abstand einfachste ist die Nutzung eines Fotobuch-Dienstleisters mit der Möglichkeit zur E-Book-Ausgabe. Dies sind derzeit vor allem der amerikanische Anbieter Blurb sowie Fujifilm auf seinem Online-Portal Fujidirekt.de. Bei beiden erfolgt die Erstellung des Werkes wie gewohnt über einen Online-Editor oder eine herunterladbare Software wie beim gedruckten Buch. Bei der Umwandlung in ein E-Book und die Möglichkeiten der Darstellung unterscheiden sich die beiden Anbieter aber deutlich: Bei Fujifilm wird das Buch möglichst genauso, wie es im Druck wiedergegeben wurde, in ein E-Book umgesetzt. Bei Blurb hat man als Kunde aber auch die Möglichkeit, multimediale Elemente zuzufügen. So können etwa Töne und sogar Videos ergänzt werden. Damit bekommt das E-Book ganz neue Möglichkeiten gegenüber dem gedruckten Werk. Bei Bildern von fremden Ländern etwa kann die Geräuschkulisse vor Ort ebenso Atmosphäre schaffen wie eine Musikunterlegung bei künstlerischen Aufnahmen. Dabei können die Multimediaelemente selektiv vom Betrachter abgespielt werden.

Noch weiter gehen die Möglichkeiten von professionellen Layoutprogrammen mit E-Book-Ausgabe wie etwa Adobe InDesign (ab Version 5) und Quark Xpress (ab Version 9). Mit ihrer Hilfe können sogar virtuelle Panoramen und dreidimensionale Objekte eingebunden werden. Allerdings ist der Anschaffungspreis und der Lernaufwand dieser Programme so hoch, dass diese Möglichkeit in der Regel nur von Profis genutzt wird.

Wer sein Fotobuch dagegen ausschließlich auf einem mobilen Gerät, wie dem iPad, zeigen möchte, kann auch spezielle Fotobuch-Apps wie etwa Photo Book Pro (iOS, 2,99 Euro) nutzen. Sie haben die Gestaltungsmöglichkeiten typischer Fotobuch-Programme – von Rahmeneffekten bis hin zu Hintergründen – und sind in der Regel sehr einfach zu bedienen. Allerdings kann man bei den meisten das erstellte Buch nicht an andere versenden. Und man kann es alternativ auch nicht im gleichen Design als gedruckte Variante bekommen. Und letzteres erscheint doch als langfristig die bessere Option: Während wir ziemlich sicher sein können, dass das gedruckte Buch auch in 50 oder 100 Jahren noch problemlos Freude macht, darf das bei den digitalen Varianten mehr als bezweifelt werden. Und bedenken sollte man, dass Tablet-PCs auch Langfingern mal zum Opfer fallen können und dann ist quasi alles dahin, wenn das Fotobuch als E-Book nicht auf einem weiteren Speichermedium zusätzlich gesichert wurde.

Fotobuch selbstgemacht 02 / 2014

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