Das optimale Format fürs Fotobuch

Hand aufs Herz: In welchem Format haben Sie Ihr letztes Fotobuch bestellt? War es DIN A4 hochkant? Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Laut Fotobuch-Druckdienstleistern ist es nach wie vor das mit Abstand beliebteste Format. Und in der Tat ist es oft keine schlechte Wahl, aber bei weitem nicht immer das am besten geeignete Format für ein Buchprojekt. Wie aber findet man die optimale Größe fürs nächste Werk?

Welchem Zweck dient das Buch? Wie wird es benutzt werden?

Fotobuch Format - Grossformat
Zunächst muss man sich fragen, für welchen Zweck das Buch gestaltet wird und wie es später benutzt werden soll. Ein Fotobuch zum Verschenken, zu einer Hochzeit etwa, soll dem Paar eine große Freude machen und wird von ihm bestimmt oft gemeinsam durchgeschaut und herumgezeigt werden. Durch diesen Zweck ergeben sich schon einige Anforderungen an die Buchgröße: Die Abmessungen sollten es erlauben, auch mit mehreren ins Fotobuch zu schauen. Bei einem Werk in Pixie-Buch-Größe ist das kaum gegeben und auch bei DIN A4 macht das gemeinsame Betrachten wenig Spaß. Umgekehrt wird ein Fotobuch auch ab einer bestimmten Größe unhandlich. Ein opulenter Bildband in DIN A3 quer nimmt aufgeschlagen eine Breite von immerhin stattlichen 84 Zentimetern ein. Die Spannbreite muss man in den Armen erst mal haben. Dafür kann man es aber auch bequem bei gar zwei Personen auf den Schoß legen und gemeinsam durchschauen. In die Handtasche passt es dann aber nicht mehr.

Fotobuch Format - Taschenbuch
Wer ein Fotobuch plant, das häufig mitgenommen und herumgezeigt werden soll, wie etwa eine Fotozusammenstellung der besten Bilder der Enkel, sollte eher auf eine kleinere Größe ausweichen. Damit die Großmutter beispielsweise das Bändchen bequem immer dabei haben kann, eignen sich vor allem Mini-Bücher.

DIN A4 etwa ist hier oft schon zu groß. Ein Hardcover oder ein stabiler Plastikumschlag, wie er oft bei spiralgebundenen Fotobüchern mitgeliefert wird, ist ganz nebenbei, eine sinnvolle Wahl. Das Herumtragen und -zeigen strapaziert die Kreation stark und man möchte ja nicht, dass es die Großmutter schon nach einem halben Jahr wegwerfen muss oder nicht mehr herumzeigen mag.

Welche Bilder sind geplant und welches Layout legen sie nahe?

Fotobuch Format - Querformat
Neben der Größe spielt beim Format aber auch noch ein zweiter Aspekt eine Rolle: Das Seitenverhältnis. Es ist relevant, weil es den Raum vorgibt, auf dem die Fotos platziert werden können. Da die Bilder selbst in der Regel ein Seitenverhältnis von etwa zwei zu drei (je nach Kamera auch drei zu vier) haben, entscheidet das Buchformat darüber, ob man sie formatfüllend ohne Beschnitt platzieren kann. Bei DIN A4 hochkant beziehungsweise quer ist das gut möglich, denn dabei besteht ein Seitenverhältnis von rund zwei zu drei. Sehr praktisch ist, dass ein aufgeschlagenes DIN A4-Buch – genau wie DIN A3 – etwa auf ein Seitenverhältnis von drei zu vier kommt. Darauf kann man noch recht gut querformatige Bilder mit nicht allzu viel Beschnitt platzieren (siehe Abbildungen). Auch, wenn man seine Fotos nicht formatfüllend zeigen möchte, spielt das eine Rolle, da der Abstand zum Rand beziehungsweise das Verhältnis dann gleichmäßiger gewählt werden kann.

Fotobuch Format - Hochformat
Beim DIN A3-Format ist das schon deutlich schwieriger: Es kommt aufgeschlagen auf ein Seitenverhältnis von drei zu acht. Das ist deutlich schmaler als ein querformatiges Foto, so dass man hier Fotos nur mit viel Bildverlust auf einer Doppelseite zeigen kann oder einen entsprechend breiten Randstreifen rechts und links hat. Wer dagegen Panoramen präsentieren möchte, für den bietet ein solches Format die optimale Bühne.

Ganz unpraktisch sind Fotos im Hochformat bei allen querformatigen Büchern: Sie nutzen von dem vorhandenen Raum nämlich nur die geringste Dimension aus (siehe Abbildung).

Fotobuch Format - Panorama hochkant
Fotobuch-Profis prüfen daher vor der Entscheidung für ein bestimmtes Buchformat, in welcher Ausrichtung die ausgewählten Aufnahmen fürs Fotobuch vorliegen. Mit Programmen wie Lightroom kann man sich praktischerweise sogar die konkrete Anzahl anzeigen lassen.

Liegen viele schöne Hochformate vor, empfiehlt sich ein entsprechendes Buchformat. Bei einer Mehrzahl von querformatigen Bildern ist es einfacher: Wer sie doppelseitig zeigen möchte, kann auch ein hochformatiges Buch nehmen. Allerdings sollte man dann darauf achten, welche Bindung eingesetzt wird. Bei einer Klebebindung verschwindet Bildinformation in der Buchmitte. Eine Lay-Flat- oder Flachbindung dagegen zeigt das Foto in ganzer Pracht.

Fotobuch Format - qudratisch
Einen Kompromiss zwischen Hoch- und Querformat bieten quadratische Bücher. Bei ihnen muss man sich jedoch klar sein, dass eine formatfüllende Darstellung nur mit Beschnitt der Fotos zu realisieren ist – und zwar auch bei doppelseitiger Präsentation. Daher eignet sich das quadratische Format besonders für alle, die ihre Bilder mit viel Weißraum präsentieren möchten. Dafür bietet es einen Spannungsraum, da die Seitenverhältnisse der Aufnahme in der Regel nicht mit denen des Buches übereinstimmen. Und wie schon beim Fotografieren selbst entsteht aus einer solchen Spannung oft eine interessante Gestaltung. Allerdings stellt das Format dadurch auch etwas höhere Anforderungen an das eigene Gestaltungsgeschick. Wer Gestaltungsregeln wie den Goldenen Schnitt anwendet, wird aber auch beim quadratischen Buchformat schnell zu guten Ergebnissen gelangen.

Fazit: Format abhängig von Zweck und Bildern

Alles in allem lässt sich sagen, dass es das universell optimale Format für alle Buchvorhaben nicht gibt. Es sollte abhängig vom Einsatzzweck des Werkes und den darin gezeigten Aufnahmen gewählt werden. Aber oft liegt es jenseits von DIN A4. Trauen Sie sich also, auch mal ein anderes Format fürs Fotobuch auszuprobieren!

Fotobuch selbstgemacht 09 / 2014

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1 Kommentare

Wo stehen die Preise ?

von Langenbach
05. August 2016, 02:01:50 Uhr

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