Digital Scrapbooking - Verzieren ohne Schere und Kleber

Über den Fotobuch-Trend „Scrapbooking“ haben wir schon mehrfach berichtet. Die traditionelle Variante setzt auf Schere und Kleber, um Fotos mit hübschen Hintergrundpapieren, Stickern und Borten zu verzieren. Wer handwerklich nicht so geschickt ist, findet in der Variante „Digital Scrapbooking“ eine Alternative. Dabei liegen sowohl die Fotos als auch die Verzierungselemente und Hintergründe komplett digital als Bilddateien vor.

Vor- und Nachteile des Digital Scrapbooking

Das hat viele Vorteile: Die Bilder müssen nicht erst ausgedruckt oder belichtet werden, sondern können direkt in eine Buchseite integriert werden. Auch digitale Verzierungen sind weltweit deutlich einfacher und schneller zu besorgen als physikalische Borten und Schleifen. Auch kommen sie deutlich günstiger. Praktisch für kleine Haushalte ist, dass sie keinen Platz im Schrank wegnehmen. Darüber hinaus stellen sie geringere Anforderungen ans Feingefühl in den Händen und die Finger bleiben sauber.

Allerdings bleibt digitalen Srapbookern der Klebespass und das haptische Erleben – etwa beim Anfassen von samtweichen Bändern – auf der Strecke. Auch stellt das digitale Scrapbooken deutlich höhere Anforderungen an die Computerversiertheit – dazu gleich einige Tipps.

Der leichte Einstieg

Wer die ersten Schritte wagen möchte, für den ist der Einstieg über einen der Fotobuch-Druckdienstleister am einfachsten. Dort halten Scrapbooking-Elemente nämlich mehr und mehr Einzug. Allerdings müssen sie bei einigen wie CEWE zunächst aus dem Internet nachgeladen werden (Bereich „ClipArt“, Button „Mehr“).

Scrap-Elemente installieren, CEWE

Alternativ finden sich auch viele Websites im Internet, bei denen man Verzierungen fürs digitale Scrapbook bekommen kann. Wer nach „Digital Scrapbook Freebie“ sucht, findet leicht zahllose Quellen. Eine praktische Sammlung wird auf Pinterest im Board „Free Digital Scrapbook“ bereitgestellt.

Pinterest-Board

Um die Elemente im Fotobuch-Programm einsetzen zu können, sollte dieses PNGs mit Transparenz unterstützen. Leider ist das nicht bei allen der Fall. Am besten erfragt man das vorher beim eigenen Wunsch-Druckdienstleister. Alternativ kann man es auch recht einfach ausprobieren. Mit einer Musterdatei wie etwa dieser lässt sich sehr schnell feststellen, ob das jeweilige Element freigestellt angezeigt wird oder mit seinem Hintergrund zu sehen ist (siehe Bildbeispiel Blume).

Freistellungsbeispiel

Arbeiten mit mehreren Ebenen

Sind die Elemente besorgt, wird beim digitalen wie beim traditionellen Scrapbooking gearbeitet: Ein oder wenige Fotos stehen im Mittelpunkt und werden auf passendem Hintergrund platziert und dann mit Verzierungselementen geschmückt. Damit das in einer Fotobuch-Software funktioniert, muss man auf verschiedenen Ebenen arbeiten. Das unterstützen zum Glück fast alle Anbieter. In der Regel findet sich dort eine Funktion „nach vorne“ beziehungsweise „nach hinten“. Oft versteckt sie sich unter einem Rechtsmausklick auf ein Bildelement. Für Einsteiger ist es oft verwirrend, dass beim Klick auf „nach vorne beziehungsweise hinten“ scheinbar nichts passiert. Das liegt daran, dass Fotobuchprogramme in der Regel für jedes Element eine (virtuelle) Ebene anlegen. Befinden sich 20 auf einer Seite, muss man unter Umständen 20 Mal klicken, bis ein Element schließlich dort landet, wo man es haben möchte. Am besten arbeitet man deshalb von unten nach oben, also vom Hintergrund in den Vordergrund. Dann muss man ein Bild nicht auf eine andere Ebene bringen.

Quelle: Steffi Wünsche /“Das eigene Fotobuch“
Quelle: Steffi Wünsche /“Das eigene Fotobuch“
Wer die Ebenen besser kontrollieren möchte, weicht auf ein entsprechendes Bildbearbeitungsprogramm, wie etwa Photoshop (auch in der Variante Elements) oder das kostenlose Gimp oder ebenfalls freie Paint.NET (für Windows), aus. Diese zeigen – anders als die Fotobuch-Programme – eine Liste von Ebenen und bieten die Möglichkeit, sie selektiv ein- und auszublenden.

Da man dadurch bei sehr umfangreichen Verzierungen leichter den Überblick behält, gestalten viele Digital Scrapbooker ihre Seiten nicht in der Fotobuch-Software des Druckdienstleisters, sondern vorab im Bildbearbeitungsprogramm. Das hat als weiteren Vorteil, dass man sein Buch später auch bei einem anderen Anbieter drucken lassen kann. Allerdings will ein Bildbearbeitungsprogramm erst mal erlernt werden. Auch müssen die Seiten aus dem Bildbearbeitungsprogramm als JPEGs exportiert und im Fotobuchprogramm eingefügt werden. So muss man dann mit zwei Programmen jonglieren, statt nur mit einem. Alternativ bieten einige wenige Fotobuch-Dienstleister auch das Hochladen von Buchdoppelseiten oder von PDFs. Das macht es deutlich einfacher, schränkt die Anbieterauswahl aber stark ein.

Anregungen holen

Anregungen
Hat man sich in die Ebenen-Technik eingearbeitet, fehlen nur noch Anregungen zur Umsetzung. Die findet man zum Glück auch fürs digitale Scrapbooking in großer Menge im Internet. Leider sind sehr viele Websites auf Englisch und bieten Textverzierungen auch nur entsprechend. Eine Sammlung deutschsprachiger Digiscrapping-Blogs mit vielen Anregungen hat die Nürnbergerin Rikki Donovan begonnen.

Eine Fundgrube ist auch die Website Digital-Scrapbooking Art, die ein deutschsprachiges Forum und einige Anleitungen bereitstellt.

Fotobuch selbstgemacht 09 / 2014

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1 Kommentare

Vielen Dank für das Verlinken zu meiner Seite. Guter Artikel. Der Vorteil des Arbeitens mit Grafiksoftware ist auch ohne Zweifel der, daß man einfach viel mehr Elemente zur Auswahl hat, als nur die, die der Fotobuchanbieter zur Verfügung stellt.

von Rikki
03. September 2014, 17:31:11 Uhr

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