Fotobuch - Schlusskorrektur mehr als empfehlenswert

Wem ist das nicht schon passiert: Mit viel Mühe wurde ein Fotobuch erstellt und kaum kommt es aus dem Druck, springt einem sofort ein Tippfehler ins Auge. Besonders beliebt sind diese übrigens in Überschriften, die gern überflogen werden. Und auch andere Fehler, wie etwa eine zu dunkle Wiedergabe, sind nicht selten. Vermeiden lassen sich solche Enttäuschungen durch eine sorgfältige Schlusskorrektur des Werkes. Empfehlenswert ist, nach getaner Arbeit das Werk über Nacht ruhen zu lassen und es am nächsten Tag mit etwas Abstand noch einmal auf Fehler durchzuschauen. Hier ein paar Tipps, wie man sicherstellt, dass einen sein Werk auch nach dem Druck noch zufrieden stellt:

Ist die Gestaltung abgeschlossen, sollte eine Schlusskorrektur-Phase eingeplant werden. Am besten schaut man sich sein Werk dazu im „Vorschau“-Modus an, den fast alle Fotobuch-Programme bieten. In diesem Modus lenken weder Menüleisten noch Hilfslinien vom eigentlichen Buch ab und so werden Fehler leichter gefunden. Auch zeigen viele Editoren in der Vorschau eine Emulation des fertigen Buches. Darin wird etwa ein eventueller Verlust an Bildinformation in der Buchmitte oder an den Rändern gut sichtbar.

Damit die Prüfung von Farben und Schärfe möglichst gut erfolgen kann, bietet sich ein großer und idealerweise kalibrierter Monitor für die Schlusskorrektur an. Wer etwa für seinen Laptop auch einen externen Monitor zur Verfügung hat, sollte diesen einsetzen und nicht aus Bequemlichkeit den kleineren vom mobilen Rechner nutzen.

Dann sollten mehrere Korrekturläufe erfolgen. Am besten prüft man die folgenden Aspekte immer in einem Durchgang für jeweils alle Seiten:


  • Die erste Prüfung gilt den Aufnahmen: Sind Fotos enthalten, die schon in der Vorschau erkennbar technisch nicht einwandfrei sind, z.B. unscharf, falschfarbig, grobkörnig oder gar Warnungen vor zu geringer Auflösung enthalten? Im gedruckten Werk werden diese Probleme meistens noch mehr auffallen als am Bildschirm. Man sollte sich deshalb überlegen, ob man sie wirklich verwenden muss. Wenn keine Alternative vorliegt und die Aufnahme für das Buch wichtig ist, hilft das Kleinerziehen der Bilder. So werden die technischen Schwächen wenigstens nicht mehr so offensichtlich und Auflösungswarnungen verschwinden meist auch.
  • Die Prüfung von Schärfe und „Pixeligkeit“ sollte auch für den Text erfolgen. Gibt es Texte, die in der Vorschau nicht gut aussehen, könnte die Ursache sein, dass eine ungeeignete Schriftart ausgewählt wurde. Vor allem bei Anbietern, wo Fonts vom eigenen Rechner verwendet werden können, kann dieses Problem auftreten. Da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass der Text im Druck besser aussieht als am Monitor, ändert man am besten die Schriftart auf eine im Fotobuchprogramm mitgelieferte.
  • Sehr wichtig ist außerdem die Korrektur von Rechtschreibung und Stil. Mittlerweile bieten einige Fotobuch-Programme eine integrierte Rechtschreibprüfung. Ansonsten ist es fast immer möglich, sich die Texte mit der Kopieren-Funktion (rechte Maustaste) vorübergehend ins Textverarbeitungsprogramm zu holen und dort einer Rechtschreibprüfung zu unterziehen. Noch besser ist ein rechtschreibsicherer Korrekturleser, denn man hat wenig Chancen, alle Tippfehler in selbst geschriebenen Texten alleine zu entdecken. Ein alter Journalistentrick ist, einen Text vom Ende und von rechts nach links lesend zu korrigieren. So überlistet man sein Gehirn, mehr auf die Schreibung als auf den Inhalt zu achten.
  • Beschnittbereich einschalten
    Im nächsten Durchlauf sollte das Layout geprüft werden. Eine Besonderheit des Drucks ist, dass Beschnitt am Rand bei industrieller Fertigung eine unvermeidliche Begleiterscheinung ist, da die Seiten oft durch große Schneidemaschinen auf die endgültige Größe gebracht werden. Durch minimale mechanische Toleranzen der Maschinen kann es dazu kommen, dass ein bis drei Millimeter mehr oder weniger abgeschnitten werden. Diesen Bereich nennt man „Beschnitt“. Er kann in den meisten Fotobuchprogrammen farbig markiert werden. Oft versteckt sich die entsprechende Funktion in den Optionen. Meist heißt Sie „Beschnittbereich anzeigen“ oder ähnlich.

    Beschnittbereich
    Selbst bei Fotoservices, wo der Beschnittbereich nicht angezeigt werden kann, muss dennoch mit Verschnitt gerechnet werden. Man sollte deshalb darauf achten, dass unmittelbar am Seitenrand keine wichtigen Elemente, wie zum Beispiel Schrift, platziert sind. Umgekehrt sollten alle Elemente, die unbedingt bis zum Rand reichen sollen, am besten über diesen hinaus angelegt werden. So ist sichergestellt, dass nicht nachher im gedruckten Werk eine schmale weiße Linie prangt (Grafiker nennen diese übrigens „Blitzer“).
  • Ausrichtung
    Ein weiterer Layout-Aspekt ist die Ausrichtung der Bild- und Textboxen. Werden mehrere Bild- oder Textboxen verwendet, die auf einer Achse liegen, wirkt es harmonisch, wenn sie auch wirklich exakt auf einer Linie liegen. Unschön und unprofessionell sieht es in der Regel aus, wenn es nur kleine Abweichungen gibt (in der Abbildung mit roter Hilfslinie und Pfeilen markiert, damit es deutlicher wird).
  • Um die Anordnung auf einer Linie zu vereinfachen, bieten viele Fotobuchprogramme mittlerweile Hilfslinien oder Raster. Einige wenige erlauben auch die Positionierung mittels Millimeter-Angaben. Oft verstecken sich solche Funktionen im Kontextmenü des Rechtsmausklicks oder in den Voreinstellungen.

Ist das alles beherzigt und korrigiert, kann das Werk hochgeladen werden. Bei einigen wenigen Anbietern wird zusätzlich zur Vorschau in der Software noch eine Online-Vorschau bereitgestellt. Sie sollte nach dem Hochladen sicherheitshalber ebenfalls geprüft werden, denn in der Regel ist nur sie bei solchen Anbietern verbindlich für den Druck. Erst anschließend sollte die Bestellung ausgelöst werden.

Alle genannten Punkte zu berücksichtigen, kostet zwar Zeit und Mühe, aber zur Belohnung kann man sich über ein perfektes Werk freuen.

Fotobuch selbstgemacht 05 / 2014

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