Mappe 2.0: Fotobuch zur Präsentation

Foto: MSB Photobooks
Foto: MSB Photobooks
Digitale Bilder sind praktisch, aber beeindruckender ist immer noch eine gedruckte beziehungsweise ausbelichtete Ausgabe. Kein Wunder, dass seit Jahrzehnten die Sammlung der besten Werke in einer Mappe bei Berufsfotografen und ambitionierten Amateuren Tradition hat. Früher bestand diese notgedrungen oft aus einer Ledermappe mit Einschubhüllen aus Plastik. Dank des technischen Fortschritts ist der Druck als Buch nicht nur erschwinglich, sondern sind die Optionen der Visualisierung grenzenlos. Ein gut gemachtes Fotobuch wirkt in der Regel professioneller als eine Mappe, da es stabiler ist und die Farben sowie die Papieroberfläche unverfälscht vom Plastik der Hüllen wirken können.

Dient ein Fotobuch als Referenz für die fotografische Schaffenskraft, so ist Nachstehendes zu beachten:

  • Zunächst gilt es, die passende Größe zu wählen. Damit die Aufnahmen wirken, sollte das Fotobuch zwischen DIN A4 und etwa DIN A3 groß sein. Ein deutlich größeres Werk wird nicht nur kostspielig und schwierig zu beschaffen, sondern ist auch beim Transport und zum Anschauen eher unpraktisch. Kleiner als DIN A4 sollte das Format nicht gewählt werden, denn dann kommen die Aufnahmen kaum zur Geltung.
  • Als Druckverfahren empfiehlt sich eine Ausbelichtung, die von den Fotoservices unter dem Namen „Echtfotobuch“ angeboten wird. Die herstellungsbedingt deutlich dickeren Seiten lassen das Werk hochwertig sowie robust erscheinen und machen es auch für häufiges Durchblättern stabiler. Echtfotobücher haben allerdings eine Seitenbeschränkung von unter 100 – die wäre für ein Portfolio aber sowieso anzuraten.

    Der Digitaldruck hat dagegen den Vorteil, dass Hochglanz-veredelte Oberflächen erhältlich sind, von denen Fingerabdrücke und sogar Flecken leicht abgewischt werden können. Im Vergleich dazu ist ein ausbelichteter Abzug deutlich empfindlicher. Dies gilt auch für hochwertige Tintenstrahldrucke, die unter dem Namen „FineArt Print“ erhältlich sind. Die Druckqualität ist jedoch hervorragend, aber auf den meisten Papieroberflächen sieht man jeden Fingerabdruck. Wer sich für diese hochwertige Präsentationsform entscheidet, erwirbt am besten gleich auch Baumwollhandschuhe zum Betrachten.
  • Dies trifft auch auf Leinen-Umschläge zu. Die sehen schick aus, sind aber sehr anfällig für Flecken. Für ein Portfolio, das durch viele Hände geht, empfiehlt sich deshalb eher ein bedrucktes Hardcover. Wer es hochwertiger möchte, bekommt bei Profi-Fotobuchdienstleistern und Manufakturen sowie Buchbindern auch spezielle Einbandstoffe wie etwa das strapazierfähige Buckram. Dort werden dann auch ansprechende Cover-Gestaltungen geboten (siehe Abbildungen).
  • Buchecken in Silber oder Gold schützen die Kanten und lassen das Buch hochwertiger aussehen.
  • Das Layout sollte zurückhaltend sein und das einzelne Foto in den Mittelpunkt stellen – am besten formatfüllend.
  • Foto: Petra Vogt
    Foto: Petra Vogt
    Wer sein Werk ab und an aktualisieren beziehungsweise neu drucken lassen möchte, erstellt es am besten in einer anbieterunabhängigen Software wie InDesign oder QuarkXPress, denn bei den Programmen der Fotoservices kann es durchaus vorkommen, dass auf neuere Versionen umgestellt wird und irgendwann die älteren Buchlayouts nicht mehr gedruckt werden können. Dieses Risiko ist bei der Nutzung anbieterunabhängiger weit verbreiteter Designsoftware deutlich geringer.
  • Wer in verschiedenen Themengebieten fotografiert, stellt am besten für jedes ein eigenes Portfolio-Fotobuch zusammen. Sonst wirkt das Portfolio sehr schnell heterogen und dadurch beliebig.
  • Wer sein Werk regelmäßig ergänzen oder in der Bildauswahl verändern möchte, sollte ein Schraubalbum oder doch eine klassische Mappe mit Einsteckhüllen wählen. Schraubalben sind von einigen Herstellern von FineArt-Papieren auch zum Selbstbedrucken erhältlich. Sie sind auch ohne Buchbindewerkzeug leicht zusammenzusetzen und sehen professionell aus. Die Ausdrucke kann man auf einem hochwertigen FineArt-Tintenstrahldrucker selbst anfertigen oder bei entsprechenden Dienstleistern beauftragen.

Fotobuch selbstgemacht 06 / 2014

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