Neues Fotobuch-Verfahren verspricht mehr Farben und Detailschärfe

HD book powered by Canon
Persönliche Fotobücher sind immer eine tolle Art, seine Aufnahmen zu präsentieren. Die letzten Monate sorgt ein neues Herstellungsverfahren für Aufmerksamkeit, denn die damit produzierten Fotobücher weisen brillante Farben und eine knackige Schärfe auf. Vorreiter ist das „HD book powered by Canon“ genannte Produkt, das über mehrere Fotoservices an Endkunden vertrieben wird. Wir erklären Ihnen, wie das Verfahren funktioniert und wo die Vor- und die Nachteile liegen.

Revolution: Drittes Verfahren wird salonfähig

Eine Besonderheit ist das neue Produkt schon deshalb, weil es eine kleine Revolution in der Welt der persönlichen Fotobücher darstellt, in der bisher der Digitaldruck und das Echtfotobuch dominierten. Beide sind seit über 10 Jahren auf dem Markt. Als drittes Verfahren bietet nun Canon den Injket-Druck an, dessen Grundprinzip wir vom heimischen Drucker kennen. 2012 gelang es dem Unternehmen, eine Maschine auf den Markt zu bringen, die auch im industriellen Maßstab Fotobücher im Inkjet-Verfahren herstellen kann.

Auf den ersten Blick: Andere Bindung

Das HD book fällt schon auf den ersten Blick auf, wenn man es aufschlägt. Anders als bei der für Fotobücher häufig eingesetzten Klebebindung liegen die Seiten wie bei der Leporello-Bindung plan und weisen keinen Bildverlust in der Doppelseitenmitte auf.

HD book powered by Canon - Bindung

Identisch zum Echtfotobuch mit seiner Leporello-/Flachbindung ist es jedoch nicht, denn die Doppelseite besteht nicht aus einem einzigen Bogen, sondern aus zwei Blättern, die in der Mitte durch schmale durchsichtige Klebestreifen in einem Steg zusammengehalten werden. Auf den ersten Blick könnte die Frage nach der Haltbarkeit aufkommen – bei genauerer Prüfung zeigt sich aber, dass die Bindungsvariante ausgesprochen stabil ist. Ein 30 × 30 cm Buch lässt sich an einer Einzelseite ebenso schadlos hochheben wie es einen Zugtest klaglos übersteht. Allerdings reflektieren die Klebestreifen das Licht leicht, so dass sie einen nicht ganz so nahtlosen Übergang bieten wie das Echtfotobuch mit Flachbindung.

Innen: Neues Druckverfahren

Die eigentliche Besonderheit liegt aber nicht in der Bindung, sondern im Inkjet- bzw. Tintenstrahl-Druckverfahren. Die Farbe wird dabei – ähnlich wie beim Heimdrucker oder hochwertigen FineArt-Printing-Geräten – aus kleinen Düsen in sehr feinen Punkten auf die Seiten gesprüht. Wenn man unter der Lupe schaut, kann man die kleinen Punkte erkennen (siehe Abbildung, die Lupenaufnahmen zeigt). Darin ähnelt das Inkjet-Verfahren dem beim Fotobuch sehr verbreiteten Digitaldruck.

Druckverfahren Vergleich

Allerdings sind die Punkte beim Inkjet-Druck etwa um ein Drittel kleiner und können sich anders als beim Digital- und Offset-Druck auch überlagern. Dadurch entstehen feinere Farbabstufungen. Auch muss kein Raster verwendet werden, was ebenso vor allem in den Details feinere Abstufungen ermöglicht. Damit kommt der Inkjet-Druck eher in die Nähe von ausbelichteten Abzügen, die wir vom Echtfotobuch kennen. Lupen-Aufnahmen (siehe Abbildung) zeigen allerdings, dass die nahtlose Wiedergabe des echten Abzuges nicht ganz erreicht wird. Dafür kann der Inkjet-Druck aber mit einer gestochen scharfen Wiedergabe von Schrift punkten und hat damit die Nase vorne vor Echtfotobüchern (siehe Abbildung).

In puncto Haltbarkeit verspricht Canon 300 Jahre und läge damit deutlich über den beiden anderen populären Herstellungsverfahren. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Haltbarkeits-Angaben generell theoretische Werte aus Hochrechnungen und künstlicher Alterung sind, da vor allem der Digitaldruck und das Inkjet-Verfahren so neu sind, dass man noch keine echten empirischen Werte haben kann. Einzig bei klassischen Foto-Abzügen haben wir mittlerweile ja schon über 100 Jahre Erfahrung.

Preis: Etwas über den anderen Herstellungsverfahren

Preislich liegt das HD book derzeit in der Regel noch über den beiden anderen populären Herstellungsverfahren. Allerdings finden wir: Die Preisdiskussion bei Fotobüchern ist sowieso müßig. Zunächst ist eine schöne Aufbereitung unserer Erinnerungen unbezahlbar. Und wenn Sie mal vergleichen, was Sie für ein klassisches Einklebe-Album und die Abzüge bezahlen, kommen Sie beim Fotobuch in der Regel preiswerter weg. Dafür können keine Bilder herausfallen und Sie haben die Chance, ein Werk mühelos gleich mehrfach herstellen zu lassen und sich ebenso kreativ auszuleben.

Fotobuch selbstgemacht 05 / 2015

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