Orientierung in der Fotobuch-Produktvielfalt

Orientierung in der Fotobuch-Produktvielfalt
Wer sein eigenes Fotobuch gestalten möchte, hat heutzutage die Wahl: Verschiedenste Anbieter, Größen, Bindungsvarianten und Herstellungsarten konkurrieren um die Käufergunst. Gerade Einsteiger können in der Vielfalt aber auch leicht die Orientierung verlieren. Viele Fotoservices bieten nämlich gleich mehrere Produktlinien und innerhalb derer zahlreiche Produkte. Wir zeigen Ihnen nun mehrere Aspekte, die als Orientierungspunkte dienen können.

1. Orientierungspunkt: Hersteller

Wer sein Fotobuch bei einem Discounter, Drogeriekette oder Online-Kaufhaus bestellt, der wird zunächst häufig mit zwei Produktwelten konfrontiert: Da gibt es zum einen die Hausmarke und zum anderen ein Markenprodukt, wie etwa das CEWE-Fotobuch. Der Unterschied ist schnell erklärt, denn wir alle kennen das Prinzip vom Einkaufen im Supermarkt: Auch dort stehen preisgünstige Hausmarken wie etwa „gut+günstig“ neben Markenprodukten von Dr. Oetker oder Lindt. Die Hausmarken stehen für preisgünstige Alltagsprodukte für den Hausgebrauch, die Markenprodukte bieten eine zuverlässig hochwertige Qualität und das gewisse Extra. Das ist beim Fotobuch ähnlich: Besondere Größen oder Ausstattungsvarianten etwa sind häufig nur als Markenprodukt erhältlich. Und wie vom sonstigen Einkauf gewohnt gibt es auch Fachgeschäfte, die von vorneherein nur die Produkte einer oder mehrere Marken anbieten. Wer seine Lieblingsmarke gefunden hat, kann auch direkt dorthin gehen.

2. Orientierungspunkt: Herstellungsverfahren

Hat man sich für den Hersteller entschieden, muss in der Regel als nächstes eine Produktlinie ausgewählt werden. Die meisten Anbieter haben mindestens zwei große im Programm. Häufig liegt der Unterschied im Herstellungsverfahren. Manchmal reflektieren die Namen der Produktlinien das – so heißen die Druckwerke etwa „Fotobuch digital“ und die Bücher auf Fotopapier „Echtfotobücher“. Leider ist es nicht immer so eindeutig. Gerade die Echtfotobücher finden sich oft auch unter Namen wie „Deluxe“, „Premium“ oder „brillant“.

Aber worin unterscheiden sich Digitaldruck und Echtfotobuch eigentlich? Beim Druck wird die Farbe in kleinen Punkten aufs Papier gesetzt, beim Echtfotobuch handelt es sich um Abzüge, die wie von der traditionellen analogen Fotografie gewohnt ausbelichtet und entwickelt werden. Foto-Enthusiasten schätzen die selbst unter der Lupe punktfreie Wiedergabe des traditionellen Abzugs, die selbst feinste Farbabstufungen zeigt. Da Fotopapier nicht doppelseitig belichtet werden kann, werden die Bögen Rücken an Rücken verklebt. So entstehen relativ starke Seiten, die sich wertig anfühlen und in der Mitte meist plan aufliegen.

Echtfotobuch

Da die Bindung den Bildeindruck nicht stört, ist das Echtfotobuch bei all jenen besonders beliebt, die ihre Aufnahmen gerne doppelseitig präsentieren. Auch machen schon relativ wenige Seiten etwas her und beeindrucken Beschenkte.

Beim Digitaldruck dagegen wird typisches dünnes Bilderdruckpapier verwendet, von vorne herein doppelseitig bedruckt wird. Die einzelnen Seiten werden häufig mit einer Klebebindung zusammengehalten. Das lässt das fertige Werk wie aus dem Buchladen wirken.

Klebebindung - Digital

Allerdings muss man einen geringen Bildverlust im Bindungsbereich einkalkulieren, wenn man Fotos doppelseitig platziert. Dafür eignet sich ein Digitaldruck auch für sehr umfangreiche Werke bis zu mehreren hundert Seiten. Da das Herstellungsverfahren nicht ganz so aufwendig ist wie die Ausbelichtung werden Digitaldrucke in der Regel preisgünstiger angeboten als Echtfotobücher. Sie eignen sich daher auch für den Einstieg oder das kleine Geschenk für zwischendurch.

Sie sehen: Das per se bessere Verfahren gibt es nicht. Beide haben Vor- und Nachteile und es muss bei jedem Fotobuch entschieden werden, welches für das aktuelle Projekt die bessere Wahl ist. Daher bieten die großen Fotobuch-Dienstleister auch mehrere Herstellungsverfahren zur Auswahl an.

3. Orientierungspunkt: Größe

Hat man sich für ein Herstellungsverfahren entschieden, findet man innerhalb einer Produktlinie häufig noch verschiedene Buchgrößen (siehe als Auswahlhilfe auch unseren Beitrag „Das optimale Format fürs Fotobuch“). Bei einigen Anbietern sind sehr kleine Bücher in eine eigene Produktlinie ausgelagert, die sich etwa „RuckZuck-Fotobuch“, „Quick-Fotobuch“ oder „Fotobuch brillant mini“ nennt. Häufig handelt es sich dabei um Echtfotobücher in den typischen Abzugs-Größen 10×15 cm oder 13 × 19 cm, die zum günstigen Preis angeboten werden. Oft können sie direkt online gestaltet werden, ohne dass eine spezielle Software heruntergeladen werden muss.

4. Orientierungspunkt: Bindungsart und Einband

Manche Fotoservices unterscheiden ihre Produktlinien auch nach der Bindungsart und Einband. Die verbreitetste Variante ist die Klebebindung, die wir auch von Taschenbüchern kennen. Sie wird häufig standardmäßig verwendet. In der Regel ist sie in einer Variante mit festem Einband – auch Hardcover genannt – und in einer mit dünnem Pappumschlag – auch Softcover genannt – erhältlich. Hardcover sind übrigens meist erst ab einer Größe von etwa 20 × 20cm aufwärts erhältlich. Umgekehrt sind Softcover in der Regel nur bis maximal DIN A4 zu bekommen, da sie für große Seiten relativ wenig Stabilität bieten.

Darüber hinaus bieten einige Fotobuch-Dienstleister auch noch Ringbindungen (auch Spiral- oder vereinzelt Wire-O-Bindung genannt).

Ringbindung

Sie haben den Vorteil, dass man Seiten auch komplett umschlagen kann, was zum Beispiel für Kochbücher beliebt ist. Meist sind spiralgebundene Bücher auch relativ preiswert. Ganz selten finden sich auch noch weitere Bindungsarten, wie etwa die Schrauben-Bindung, die vor allem für sehr große Lederalben eingesetzt wird. Manche Fotoservices bieten außerdem noch die Wahl verschiedener Einbandmaterialien. Da kann dann nicht nur ein Foto den Umschlag zieren, sondern stehen auch verschiedene Stoffe wie etwa Leinen oder Leder zur Auswahl. Ab und zu wird sogar eine Prägung als optionales Extra angeboten. Da solche Bücher in der Regel höherwertig und früher dem Verkauf durch professionelle Fotostudios vorbehalten waren, heißen entsprechende Produktlinien manchmal „Professional“.

Zusammensetzung

Die Vielfalt der Fotobuchoptionen ergibt durch die Kombinationsmöglichkeiten komplexe Produktnamen: Bei einem „Premium-Hardcover“ etwa handelt es sich in der Regel um ein Echtfotobuch mit stabilem Pappumschlag, das meist in Größen von etwa 20 × 20cm aufwärts angeboten wird. Sie sehen: Auch von einem umfangreichen Produktangebot muss man sich nicht verwirren lassen, sondern kann das Produkt finden, das zum eigenen Fotoprojekt am besten passt.

Fotobuch selbstgemacht 05 / 2015

19 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden